Diese und die folgenden Seiten befinden sich derzeit noch in Überarbeitung und werden mit Ausstellungsbeginn finalisiert!
Zwischen Aufarbeitung und Aktivismus
Wege einer Wanderausstellung über die Geschichte der IG Farben
Anfang der 1990er-Jahre sorgten Chemie-Studierende verschiedener deutscher Universitäten für Aufruhr, als sie sich daran machten, die Rolle des Chemie- und Pharmakonzerns IG Farben im Nationalsozialismus aufzuarbeiten und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit öffentlich zu präsentieren. Die Studierenden schufen eine Wanderausstellung, die jetzt vom JCF (JungesChemieForum) wiederentdeckt und nach Freiberg geholt wurde.
Gerade weil zeitgleich auch die historische Forschung zur Zwangsarbeit bei der IG Farben einsetzte, schaut die Geschichtswissenschaft heute kritisch auf die studentische Ausstellung – denn wissenschaftlich sauber war die Arbeit der jungen Engagierten damals nicht immer. Dennoch zeigt die Universitätsbibliothek Freiberg sie wieder, um den Einsatz der Studierenden und Chemie-Fachschaften gegen damalige Widerstände der Universitäten zu würdigen – im Original, samt Kontext und kritischer Einordnung. Die Webseite, die in der Ausstellung auch über QR-Codes erreichbar ist, bietet Kommentare und Hintergründe. Möglich macht das ein interdisziplinäres Seminar zur Wissenschaftskommunikation im Rahmen des Studium generale während des WS 25/26. Hier erarbeiteten Studierende und junge Forschende gemeinsam mit der Direktorin der Universitätsbibliothek Dr. Julia Meyer die Konzeption der heutigen Ausstellung und sorgen für die Umsetzung.