Wissen schafft Macht
In keinem anderen Bereich gab es am Ende des 19. Jahrhunderts eine so enge Zusammenarbeit zwischen den Universitäten und der Wirtschaft wie in der Chemie. Nirgendwo sonst wurden Erkenntnisse so schnell kommerziell verwertet - was sich natürlich auch für die daran beteiligten Wissenschaftler auszahlen konnte.
Wer es sich leisten konnte, richtete im Unternehmen eigene Laboratorien ein und umwarb die besten Forscher jener Zeit. Einem dieser begnadeten Chemiker - Fritz Haber (1868 - 1934) - gelang 1909 die Synthese von Ammoniak, einem wichtigen Grundstoff zur Herstellung von Düngemittel, aus Wasserstoff und Luftstickstoff.
Die Umsetzung dieses Laborverfahrens zu einem industriellen Prozess übertrug die BASF (Badische Anilin- und Sodafabrik) dem damals 34jährigen Carl Bosch (1874 - 1940). Nach vier Jahren, im Herbst 1913, konnte in der neuen Großanlage in Oppau mit der Massenproduktion von Ammoniak nach dem Haber-Bosch-Verfahren begonnen werden.
Für Bosch begann der Aufstieg in der BASF. Er wurde in den Verwaltungsrat gewählt.[Borkin1979]
Quellen
[Borkin1979] Joseph Borkin, Die unheilige Allianz der I.G. Farben; eine Interessengemeinschaft im Dritten Reich, Frankfurt/Main, New York, Campus Verlag, 1979, Band 1030, ISBN: 3-593-34251-0, Reihe Campus, S. 15