Wechselausstellungen

Zwischen Aufarbeitung und Aktivismus – Wege einer Wanderausstellung über die Geschichte der IG Farben

Anfang der 1990er-Jahre sorgten Chemie-Studierende verschiedener deutscher Universitäten für Aufruhr, als sie sich daran machten, die Rolle des Chemie- und Pharmakonzerns IG Farben im Nationalsozialismus aufzuarbeiten und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit öffentlich zu präsentieren. Die Studierenden schufen eine Wanderausstellung, die jetzt vom JCF – JungesChemieForum wiederentdeckt und nach Freiberg geholt wurde.

Gerade weil zeitgleich auch die historische Forschung zur Zwangsarbeit bei der IG Farben einsetzte, schaut die Geschichtswissenschaft heute kritisch auf die studentische Ausstellung – denn wissenschaftlich sauber war die Arbeit der jungen Engagierten damals nicht immer. Dennoch zeigt die Universitätsbibliothek Freiberg sie wieder, um den Einsatz der Studierenden und Chemie-Fachschaften gegen damalige Widerstände der Universitäten zu würdigen – im Original, samt Kontext und kritischer Einordnung. Eine Webseite, die über QR-Codes erreichbar ist, bietet Kommentare und Hintergründe. Möglich macht das ein interdisziplinäres Seminar zur Wissenschaftskommunikation im Rahmen des Studium generale während des WS 25/26. Hier erarbeiteten Studierende und junge Forschende gemeinsam mit der Direktorin der Universitätsbibliothek Dr. Julia Meyer die Konzeption der heutigen Ausstellung und sorgen für die Umsetzung.

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Adolf Ledebur - 150 Jahre Eisenhüttenkunde in Freiberg (20. November 2025 - | 1. Obergeschoss, Foyer)

Anlass ist das diesjährige 150. Jubiläum der Berufung Adolf Ledeburs (1837–1906) auf den neu geschaffenen Lehrstuhl für Eisenhüttenkunde der Bergakademie Freiberg. Mit seiner Arbeit begründete Ledebur die eigenständige Lehre und Forschung auf diesem Gebiet und prägte die Entwicklung des heutigen Instituts für Eisen- und Stahltechnologie.

Die Ausstellung beleuchtet Ledeburs Wirken als akademischer Lehrer, seine wissenschaftliche Arbeit mit internationaler Ausstrahlung sowie die Wirkungsgeschichte und Rezeption seines Schaffens. Gezeigt werden ausgewählte Stücke aus seinem Nachlass und aus der ehemaligen VDEh-Bibliothek, die seit 2020 in der UB Freiberg verwahrt wird.

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Montanistische Flussgoldgepräge (3. August 2022 - 16. Januar 2023)

Die letzte Ausstellung der Universitätsbibliothek in den „alten Gemäuern“ an der Agricolastraße ist eine besonders hochkarätige Ausstellung - im wahrsten Sinne des Wortes.

Sie widmet sich den sächsischen Goldvorkommen und montanistischen Goldgeprägen. Ausschlaggebend waren zwei Ereignisse.

Erstens die Fertigstellung eines neuen Kataloges zu Flussgold und montanistischen Goldgeprägen durch Herrn Dr. Lothar Schumacher und zweitens der 250. Todestag von Johann Gottlieb Bidermann (1705- 1772), der als Rektor des Freiberger Gymnasiums das erste umfassende, deutschsprachige numismati-sche Verzeichnis bergmännischer Gepräge „Von Bergwercks-Münzen“ zusammenstellte und publizierte.

Adventskalender von Helmut Rudolph (6. November 2018 - 31. Januar 2019)

Der Freiberger Maler und Grafiker Helmut Rudolph (1906-1981), der u.a. durch seine Federzeichnungen der regionalen Bergbaulandschaften bekannt wurde, gestaltete auch zahlreiche Adventskalender.

Die in den 1950er-Jahren entworfenen Adventskalender versüßen auch heute noch die Adventszeit. Hinter den 24 Türchen verstecken sich liebevoll gestaltete Motive und Texte, die nur darauf warten, von neugierigen Händen geöffnet zu werden. Ein kleiner Augenschmaus, der Groß und Klein durch die Adventszeit bis Weihnachten begleitet.

Das ist Anlass für die Universitätsbibliothek erstmals eine Weihnachtsausstellung zu präsentieren. Neben den Adventskalendern sind auch historische Spielzeuge zu sehen.

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