[Eine amerikanische Form der wirtschlaftlichn Konzentration ist] der richtige Weg zur Beseitigung des gegenwärtigen ruinösen Konkurrenzkampfes der deutschen Teerfarbenfabriken. [Es stellt sich die Frage,] ob die Verhältnisse in der chemischen Industrie Deutschlands und speziell in der Farbenindustrie nicht auch derartige sind, dass eine Vereinigung der verschiedenen Farbenfabriken nicht nur zweckmäßig ist, sondern auch im Lauf der Zeit erfolgen muss. [Auf der Suche] nach einem Weg, um die Schäden der Konkurrenz zu beseitigen ohne ihre Vorteile [zu] verlieren. [...] Es kann nicht ausbleiben, dass in einer solchen mächtigen Kapitalgesellschaft ein kleiner Staat im Staate entsteht, den die Gesetzgeber hassen, weil er sich nicht leicht unterordnen lässt, und den das Publikum fürchtet, weil die Preise eventuell gesteigert, der Nutzen vergrößert und damit der Neid und die Missgunst aller nicht beteiligten und nicht interessierten Menschen hervorgerufen werden. [...] Das allerschlimmste aber, was einer solchen großen, die Konkurrenz beseitigenden Vereinigung passieren kann, ist das Großziehen neuer Konkurrenten, die zu oft nur zum Scheine errichtet werden, um sich dann später durch Auszahlung großer Abfindungssummen aufkaufen zu lassen.

Carl Duisberg in seiner Denkschrift aus Arthur Schneckenburger, Die Geschichte des I.G. Farben Konzerns; Bedeutung und Rolle eines Großunternehmens, Köln, Pahl-Rugenstein, 1988, ISBN 3-7609-5242-9, S. 18 ff.