DFG-Geschäftszeichen HE 3015/5-2
Projektlaufzeit: 01.06.2018-30.06.2021

  • Prof. Dr. rer. nat. habil. Gerhard Heide, TU Bergakademie Freiberg
  • Dipl.-Min. Andreas Massanek, TU Bergakademie Freiberg
  • Honorarprofessor Dr. Jan-Michael Lange, Senckenberg Naturhistorische Sammlungen Dresden
  • Dipl.-Krist. Beata Heide
  • M.Sc. Susanne Baldauf
  • M.Sc. Shija Gao
  • Prof. Reinhard Wegner
  • Prof. Gerhard Heide

Abraham Gottlob Werner (1749–1817) lehrte und forschte mehr als 40 Jahre (1775 bis 1817) an der Bergakademie Freiberg. Sowohl durch seine wissenschaftlichen Thesen, Erkenntnisse und Publikationen als auch durch seine Lehrtätigkeit und seine zahlreichen Schüler hatte Werner einen starken Einfluss auf die Entwicklung der Geowissenschaften und ihre Ausdifferenzierung, besonders in den Disziplinen Mineralogie und Geologie. In diesen Fächern waren und sind wissenschaftliche Objekt-Sammlungen essenziell.

Werner legte neun geowissenschaftliche Sammlungen an, von denen nur die Systematische Oryktognostische Sammlung, die Edelsteinsammlung und die Äußere-Kennzeichen-Sammlung bis heute weitgehend unverändert erhalten geblieben sind. Sie befinden sich im Bestand der Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg. Diese drei Sammlungen mit ihren Katalogen und Werners Druckwerken stellen eine einzigartige gegenständliche und schriftliche Dokumentation des Entwicklungsstandes der Mineralogie, der Mineralfunde, der Fundorte und auch der Rohstoffe um 1800 dar.

Die Äußere-Kennzeichen-Sammlung ist eine Sammlung von Mineralen, Gesteinen, Fossilien und Kristallmodellen aus Holz, Porzellan, Blei und Messing, denen eine Sammlung von glasierten Täfelchen aus Meissner Porzellan mit Farbaufstrich zugeordnet ist. Diese Sammlung mit 651 Objekten, 249 Porzellantafeln und über 1.000 Kristallmodellen sowie handschriftlichen Etiketten stellt zusammen mit Von den äußerlichen Kennzeichen der Foßilien von 1774 ein System zur Bestimmung bzw. Identifikation auf der Grundlage einer präzisen Definition und Bestimmung der Eigenschaften von Mineralen dar.

Die Systematische Oryktognostische Sammlung ist eine mineralogische Sammlung, die Grundlage eines Mineralsystems war, das von Johann Carl Freiesleben (1774–1846) unmittelbar nach Werners Tod 1817 als Abraham Gottlob Werner’s letztes Mineral-System herausgegeben wurde. In ihm hatte Werner 317 Gattungen (Minerale) mit ihren Abänderungen bzw. Arten (Varietäten) und Unterarten in die von ihm entwickelte Mineralsystematik eingeordnet. Deren vier Klassen Erdige, Salzige, Brennliche und Metallische Fossilien sind in insgesamt 39 Geschlechter unterteilt.

Die Oryktognostische Sammlung umfasst 8043 Inventarnummern mit vielfältigen, kleinen, handschriftlichen Stufenzetteln. Diese historischen Etiketten enthalten Informationen zum Fundort oder Fundgebiet und zum Objekt selbst, teilweise auch Jahreszahlen, Signaturen und ausführlichere Beschreibungen, die sich im Sammlungskatalog (1823) und der Zettelkartei (20. Jh.) wiederfinden. Die Etiketten enthalten primäre Objektinformationen und sind das Bindeglied zwischen dem Naturobjekt und dem damaligen Wissensstand.

Die Edelsteinsammlung umfasst 1374 Objekte, von denen 711 geschliffen sind. Dieses Projekt diente der Erschließung und Digitalsierung dieser drei Sammlungen mit ihren Etiketten und den Katalogen.

Datenbanksystem AQUiLAgeo mit der Kennzeichensammlung (vollständig) und der Oryktognostischen Sammlung (ausgewählte Objekte)

Oryktognostische Sammlung (2. Abtheilung des Wernerischen Musei)
Edlsteinsammlung (1. Abtheilung des Wernerschen Musei)
Gemmensammlung
  • Photos der Etiketten und Objekte
     
Äußere Kennzeichensammlung (3. Abtheilung des Wernerischen Musei)
  • Scan des Katalogs (UB-Signatur: XVII 702 4., 1823)
  • Scan "Von den äußerlichen Kennzeichen der Foßilien", 1774
Abraham Gottlob Werner's letztes Mineral-System, 1817

Handschriftlicher Nachlass A. G. Werners

Digitale Edition der Korrespondez an Abraham Gottlob Werner

Briefe an A. G. Werner

sowie

Abraham Gottlob Werner: Ausführliches und systematisches Verzeichnis des Mineralien-Kabinets des weiland kurfürstlich sächsischen Berghauptmans Herrn Karl Eugen Papst von Ohain: Teil 1 und Teil 2

Ernst Friedrich Germar; Christian Keferstein: Oryctognosie. Nach dem Vortrage des Herrn Bergraths Werner in den Jahren 1806-1807.