Siliciumbasierte Materialien für Hochtemperaturprozesse –  isotopenreine 28Si-Präkursoren

Isotopenreine Präkursorchemie als Grundlage zukünftiger Quantentechnologien

 

Zur Herstellung isotopenreiner molekularer Ausgangsstoffe wird intensiv geforscht. Hintergrund ist die weltweit steigende Bedeutung von kernspinfreiem, isotopenangereichertem 28Si für zukünftige Quantentechnologien. Normalerweise enthält das Element Silicium zu 3,1 % das 30Si-Isotop und zu 4,7 % das Isotop 29Si mit einer Kernspinquantenzahl von ½. Dieses magnetische Moment interagiert mit den Qbits, d.h. die Hyperfeinwechselwirkung der 29Si-Kernen erzeugt zeitlich schwankende Magnetfelder und führt zu Dephasierung, spektraler Verbreiterung und verkürzten Kohärenzzeiten. Isotopenreines 28-Silicium ermöglicht aufgrund der Abwesenheit solcher Kernspinmomente die Herstellung hochleistungsfähiger Halbleitermaterialien für Quantencomputer, Quantensensoren und photonische Anwendungen. Die Bereitstellung geeigneter Präkursoren stellt dabei eine wesentliche Voraussetzung für zukünftige Weiterentwicklungen dar.

Im Mittelpunkt der Arbeiten steht die Entwicklung einer Syntheseroute zur Herstellung hochreinen 28Si-Trichlorsilans aus stark isotopenangereichertem elementarem 28-Silicium. Ziel ist die Bereitstellung eines hochreinen molekularen Ausgangsstoffes für nachfolgende Hochtemperatur-Epitaxieprozesse zur Herstellung isotopenreiner bzw. isotopenangereicherter Siliciumcarbid-Halbleiterschichten. Neben einer möglichst hohen chemischen Reinheit steht insbesondere der Erhalt der Isotopenreinheit während sämtlicher Syntheseschritte im Fokus der Arbeiten. Hierdurch wird eine wichtige Grundlage und Materialplattform zum Aufbau zukünftiger Wertschöpfungsketten für Quantenanwendungen und darauf basierenden modernen Halbleitertechnologien geleistet.

Die zukünftige Forschung am ZeHS konzentriert sich auf die Weiterentwicklung molekularer Präkursoren für energieeffiziente Hochtemperaturprozesse. Die  Arbeiten zur Synthese isotopenreiner Ausgangsstoffe werden ausgebaut, um robuste und skalierbare Verfahren für die Bereitstellung hochreiner Präkursoren für zukünftige Halbleiter- und Quantentechnologien zu etablieren.

Projektleitung und Kontakt

Edwin [dot] Kroke [at] chemie [dot] tu-freiberg [dot] de (Prof. Dr. Edwin Kroke)

 

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Reinstsilicium-Bruchstücke nach der Reaktion mit Chlorwasserstoff
Reinstsilicium-Bruchstücke nach der Reaktion mit Chlorwasserstoff
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Versuchsaufbau im Chemielabor
Versuchsaufbau zur Darstellung von Trichlorsilan aus Reinstsilicium