36. Krüger Kolloquium und Keynote des 76. BHT – FREIBERGER UNIVERSITÄTSFORUM
Referent: Prof. Dr. Reinhard Wegner, Professor Emeritus für neuere Kunstgeschichte, Friedrich-Schiller-Universität Jena
Caspar David Friedrich und seine Zeitgenossen haben die großen wissenschaftlich-technischen Veränderungen im Übergang zum technischen Zeitalter genau wahrgenommen. Der Eingriff des Menschen in die Gestaltung der Landschaft, der Einsatz von Dampfmaschinen und neue Produktionsverfahren haben das Bewusstsein, um 1800 an einem Wendepunkt jahrhundertealter Traditionen zu stehen, nachhaltig beeinflusst. Im Bergbau zeigten sich diese Umwälzungen besonders deutlich und die Künstler reagierten darauf in vielfältiger Weise. Entgegen manchen Vorurteilen brachten sie mit ihren Werken keineswegs eine technikfeindliche Haltung zum Ausdruck, sondern begegneten den Innovationen mit neuen ästhetischen Idealen. In politisch höchst angespannten Zeiten – geprägt durch die Napoleonischen Kriege – spielte das Verhältnis von Gegenwart und Vergangenheit mit den Erwartungen an eine bessere Zukunft sowohl für geowissenschaftliche Forschungen und technologische Erkenntnisse wie auch für kulturgeschichtliche Zusammenhänge eine bedeutende Rolle. An konkreten Beispielen, von den Einfahrten in die Grube Beschert Glück über die Inspektion des neu errichteten Halsbrücker Amalgamierwerks und die Umgestaltung des Plauenschen Grundes hinaus soll die bislang wenig beachtete Rolle Freibergs für das Naturverständnis und die Kunstauffassung im Umkreis von Novalis und den Dresdener Romantikern dargestellt werden.
Professor Wegner verbindet erstmals die lokale Geschichte, originale Quellen und große kulturgeschichtliche Zusammenhänge und stellt dabei die Bedeutung Freibergs für Literatur und Kunst der Romantik in den Fokus. Wir laden Sie ein, die Umbrüche der Zeit mit Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu diskutieren.
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