[Fakultät 6] Management der Adoption von Low-Code Development Platforms – Entwicklung und Evaluation eines Reifegradmodells
- Herr Niculin Prinz, M.Eng.
- Freitag, 17. Juli 2026, 13:30 Uhr
- Seminarraum SPQ-0302, Schlossplatzquartier, Prüferstraße 4, EG
Die digitale Transformation führt zu wachsenden Backlogs an IT-Lösungen in Organisationen. Low-Code Development Platforms (LCDPs) bieten einen möglichen Lösungsansatz, sind jedoch mit komplexen Herausforderungen bei der Adoption verbunden. Ziel der Dissertation ist die Schaffung eines sozio-technischen Verständnisses über das LCDP-Informationssystem sowie die Gestaltung einer Lösung zur Unterstützung des IT-Managements bei der Implementierung und Anwendung. Im Rahmen eines Design-Science-Ansatzes wird auf Basis theoretischer Modelle und multimethodischer empirischer Untersuchungen ein LCDP-Reifegrad-modell entwickelt und evaluiert. Dieses umfasst 23 LCDP-Fähigkeiten, 33 LCDP-Artefakte und sechs Reifegradstufen sowie ergänzende Designprinzipien, Anwendungsempfehlungen und Schlüsselaspekte. Es ermöglicht ein inhaltliches sozio-technisches Verständnis über das LCDP-Informationssystem, die methodische Bewertung von Ist- und Soll-Zuständen und die nachfolgende Steuerung der operativen Umsetzung von abgeleiteten Maßnahmen. Die Ergebnisse leisten einen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs für die LCDP-, Wirtschaftsinformatik- und Methodenforschung und bieten Leitlinien für das strategische Management der LCDP-Adoption in der Praxis.
[Fakultät 5] Parylene for Microsystems Packaging and Flexible Electronicsoni
- Herr Franz Selbmann, M.Sc.
- Freitag, 17. Juli 2026, 15:00 Uhr
- Hörsaal Formgebung, FOR-0270, Haus Formgebung, Bernhard-von-Cotta-Straße 4, EG
Die Entwicklung neuer Packaging-Technologien für Mikrosysteme ist entscheidend für die Herstellung leistungsfähiger und hoch-miniaturisierter smarter Systeme. Zentrales Element ist dabei die Integration neuer Materialien sowie die Entwicklung neuer Integrationstechnologien. Aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften ist das Polymer Parylene dafür von besonderem Interesse. Im ersten Teil der Dissertation wird zunächst die Kompatibilität von Parylene mit MEMS und Mikrotechnologien sowie die Langzeitstabilität des Materials nachgewiesen. Im zweiten Teil wird ein adhäsiver Bondprozess auf Basis von Parylene für Wafer- und Chiplevel inklusive verschiedener Prozessvarianten entwickelt und im Detail charakterisiert, sodass im Ergebnis ein reproduzierbarer, zuverlässiger und industrie-kompatibler Bondprozess zur Verfügung steht. Der dritte Teil der Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung ultra-dünner, flexibler Leiterplatten auf Bais von Parylene. Dafür werden verschiedene Verfahren zur Metallisierung von Parylene sowie zur Integration diskreter Bauelemente untersucht und ein neuartiger Transferprozess etabliert. Entsprechend leistet die Dissertation einen Beitrag zur Etablierung von Parylene für das Packaging von Mikrosystemen.
[Fakultät 5] Einfluss durch Festwalzen erzeugter Eigenspannungen im ADI-Guss unter zyklischer Beanspruchung
- Frau Dipl.-Ing. Ulrike Hähnel
- Montag, den 20. Juli 2026, 10:00 Uhr
- Hörsaal Metallkunde, MET-2065, Haus Metallkunde, Gustav-Zeuner-Straße 5, 2. OG
Das Festwalzen von ADI-Proben der Güte EN-GJS-800-8 induziert Druckeigenspannungen in der Randschicht. Die Eigenspannungen im ADI können sowohl mit dem Bohrlochverfahren als auch mit der bisher weniger verbreiteten cosα-Methode quantitativ erfasst werden. Schwingfestigkeitsuntersuchungen ergeben eine wesentliche Steigerung der Bruchschwingspielzahl auf Zeitfestigkeitsniveau. Der Anrissort verschiebt sich in den Übergansbereich zur Kernhärte und unterhalb die Zone signifikanter Druckeigenspannungen. In Abhängigkeit der Höhe der zyklischen Belastung bleibt der günstige Druckeigenspannungszustand über die Lebensdauer erhalten. Mit bruchmechanischen Konzepten unter Berücksichtigung der Materialhärte und der rissinitiierenden Defektgröße kann die Lebensdauer von schwach gekerbten ADI-Bauteilen mit und ohne Randschichtverfestigung abgeschätzt werden. Das vorgestellte FE-Modell der festgewalzten Randschicht liefert für Walzkräfte ≤ 500 N eine hinreichend genaue Vorhersage des Eigenspannungszustandes.
[Fakultät 3] Stratigrafie des Oberkarbons und Perms ausgewählter vulkano-sedimentärer Komplexe der mitteleuropäischen Varisciden im südlichen und nordwestlichen Sachsen
- Herr Diplomphysiker Frank Löcse
- Donnerstag, 23. Juli 2026, 10:00 Uhr
- Hörsaal Geologie, HUM-1115, Humboldt-Bau, Bernhard-von-Cotta-Straße 2, 1. OG
Im südlichen und nordwestlichen Sachsen (Saxothuringische Zone, Deutschland) befinden sich oberkarbonische bis frühpermische sedimentäre Ablagerungen mit eingeschalteten, überwiegend sauren Pyroklastiten. Zahlreiche Fossilbelege gestatten eine biostratigrafische Korrelation dieser Ablagerungen sowohl untereinander, als auch mit anderen oberkarbonischen bis frühpermischen Sedimentationsräumen der mittleren Varisciden. Ein widerspruchsfreier Anschluss der bislang bekannten biostratigrafischen wie lithostratigrafischen Befunde an die Internationale Chronostratigrafische Tabelle war nicht gegeben. Für mehrere isolierte, fossilfreie pyroklastische Serien und jungpaläozoische Eruptionszentren im Bereich der Chemnitz-Flöha-Vulkanzone wie auch S-Rand des Nordwestsächsischen Vulkanitbeckens wurde basierend auf u. a. U-Pb LA-ICP-MS-Messungen und daraus abgeleiteter radioisotopischer Alter, geochemischer wie petrografischer Untersuchungen, aber auch der Auswertung des über öffentliche wie private Sammlungen im In- und Ausland verstreuten, umfangreichen Fossilbefundes, ergänzt durch eigene Neuaufsammlungen, erstmals ein konsistenter Anschluss an die Internationale Chronostratigrafische Tabelle hergestellt. Sowohl für das Flöha-Becken, für Pyroklastite der Chemnitz-Flöha-Vulkanzone als auch des S-Teils des Nordwestsächsischen Vulkanitbeckens wurde ein widerspruchsfreies stratigrafisches Modell entwickelt.
[Fakultät 6] Supply chain resilience: An integrated framework for risk assessment, simulation-driven optimization, and actionable performance evaluation
- Frau Sarah Maria Lang, M.Sc.
- Mittwoch, 5. August 2026, 15:00 Uhr
- Seminarraum SPQ-0302, Schlossplatzquartier, Prüferstraße 4, EG
Diese Dissertation entwickelt einen integrierten analytischen Rahmen zur Bewertung und Gestaltung der Widerstandsfähigkeit von Lieferketten in global vernetzten Liefernetzwerken. Moderne Lieferketten zeichnen sich durch hohe strukturelle Komplexität, enge Verflechtungen und reduzierte Puffer aus, was die Anfälligkeit für die Ausbreitung von Störungen und systemische Leistungsverluste erhöht. Um dieser Herausforderung zu begegnen, kombiniert diese Arbeit strukturelle Risikobewertung, dynamische Systemmodellierung und wirtschaftliche Bewertung in einem einheitlichen Rahmen anhand von fünf miteinander verbundenen Studien. Erstens wird Resilienz als zeitabhängige Leistungskennzahl auf der Grundlage von Produktivitätsverlustverläufen formalisiert. Zweitens werden heterogene Lieferantenrisiken mithilfe eines mehrschichtigen Bewertungsrahmens operationalisiert. Drittens werden die Ausbreitung von Störungen und die Wiederherstellungsdynamik mithilfe einer SD-gesteuerten Optimierung modelliert und optimiert. Viertens wird ein strukturierter Katalog von Resilienzmaßnahmen abgeleitet und mit Risikoprofilen verknüpft. Schließlich wird ein auf Ereignisstudien basierender Ansatz eingeführt, um durch Störungen verursachte Verluste in wirtschaftlich interpretierbare Kennzahlen umzuwandeln. Die Ergebnisse zeigen, dass Resilienz aus dem Zusammenspiel von Netzwerkstruktur, operativen Strategien und adaptiven Reaktionsmechanismen entsteht. Der vorgeschlagene Rahmen ermöglicht eine systematische Analyse dieser Dynamiken und unterstützt eine umsetzbare Bewertung von Resilienzstrategien unter Unsicherheit.