Dr. Dirk Tischler studierte Angewandte Naturwissenschaft an der TU Bergakademie Freiberg. 2008 erhielt er ein Promotionsstipendium der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und forschte auf dem Gebiet der industriellen Biotechnologie unter Prof. Michael Schlömann. In seiner Dissertation untersuchte er Biokatalysatoren aus Enzymen und entdeckte dabei eine neue Klasse des Enzyms Styrol-Monooxygenase, mit der umweltverträglich und effizienter als mit bisherigen Verfahren produziert werden kann. Dr. Tischler erhielt für seine Doktorarbeit den Bernhard-von-Cotta-Preis des Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg e. V. sowie den Nachwuchspreis des Dresdner Gesprächskreises der Wirtschaft und der Wissenschaft. 2012 übernahm er die Nachwuchsgruppe GETGEOWEB, "Weiße Biotechnologie", in Freiberg. Seit 2019 ist er Professor und Leiter der Arbeitsgruppe Mikrobielle Biotechnologie an der Ruhr-Universität Bochum.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Eine kleine aber feine Universität im grünen und ruhigen Erzgebirge. Für Auswärtige schwer erreichbar – aber dafür eine sehr gute Atmosphäre zum Studieren. Das Studium verging wie im Flug und man konnte alle Räumlichkeiten zu Fuß erlaufen. Nach dem Studium und der Promotion war es auch eine super Stadt zur Gründung einer Familie und Start in eine erfolgreiche Karriere. Ich kann nur jedem begeisterten Naturwissenschaftler mit Liebe zum Detail die TU Bergakademie Freiberg ans Herz legen.

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihre Promotion zurückblicken: Welchen Tipp können Sie aktuell Promovierenden geben?

Bleiben Sie am Ball und finden Sie eine wissenschaftliche Fragestellung, die Ihnen Freude bereitet. So lassen sich Durststrecken überbrücken. Sprechen Sie, so oft es geht über Ihre Arbeit mit Kollegen und auch Fachfremden, um Ideen zu sammeln. Bleiben Sie motiviert. Das Wichtigste: Sie promovieren nicht für iIren Betreuer, sondern für sich selbst!

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Ich kann weiter mit Studierenden interagieren und Lehre machen, meine Ideen an die jungen Forscher weiterreichen. Zudem nutze ich meine Ausbildung der Angewandten Naturwissenschaft mit Chemie, Physik und Biologie um diese Bereiche in angewandten Themen, mit dem Ziel Biotechnologie weiter zu entwickeln, zu kombinieren.

Haben Sie sich Ihren Berufswunsch mit Ihrem jetzigen Job erfüllt?

Ich habe mein Ziel "Professur" geschafft. Aber wie das so ist mit der Berufung wächst die Neugier! Der Weg ist das Ziel.

Haben Sie heute noch berufliche oder private Kontakte zur TU Bergakademie Freiberg?

Ich habe noch Freunde in Freiberg, die mitunter auch Kollegen sind, und das wird sich nicht so schnell ändern – daher reise ich immer mal in die Bergstadt um diese Kontakte bzw. Freundschaften zu pflegen. Ich komme immer gern wieder nach Freiberg und besonders in den Clemens-Winkler-Bau (CWB).

Verraten Sie uns Ihr Lebensmotto?

Hart arbeiten ! – Nobelpreis ?

Kurz und knackig:

Meine Promotion
Lieblingsessen in der Mensa? Nudeltheke
Freiberger Bier oder sächsischer Wein? 1863er (Freiberger Bier)
Uni-Dresscode: Blazer/Sakko oder T-Shirt? T-Shirt ... ändert sich auch nicht als Prof.
Was ist auf Ihrem Doktorhut? ein Fahrrad und Bioreaktor
Meine Universität
Mein „Stilles Örtchen“: Keller des CWB
Mein „Da-bin-ich-nie-gewesen-Ort“: Lesesaal der Bibliothek
Meine „Gute Seele“: Monique Leibelt
Mein „No Go“: Studieren und Arbeiten in Containern
Denke ich an Freiberg, denke ich an ... Feuerwerk auf der Alten Elli (Schacht 'Alte
Elisabeth')