Projekt HT-H2-DeNOx II (IGF):
Katalysierte NOx-Entfernung mittels H2 aus dem Abgas von THG-neutralen, mageren H2-Verbrennungsmotoren für stationäre und mobile Anwendungen
(laufend)
Das hier vorgestellte Projekt ist das IGF-Folgevorhaben zu „Katalysierte NOx-Entfernung mittels H2 aus dem Abgas von THG-neutralen, mageren H2-Verbrennungsmotoren für stationäre und mobile Anwendungen“ (Laufzeit: 10/2022-12/2024, FKZ: 01IF22407N).
Das Ziel beider Vorhaben ist/war die Entwicklung eines H2-DeNOx-Katalysators für die Minderung von Stickoxiden im Abgas von mageren H2-Verbrennungsmotoren, die Lkw, schwere Pkw, Schiffe und stationäre Anwendungen, insbesondere BHKW, umfassen. Die genannten Motoren sind größtenteils noch nicht marktreif verfügbar, benötigen aber für die aktuelle und zukünftige gesetzliche Zertifizierung eine effiziente Abgasnachbehandlung für NOx.
Die Neuartigkeit des hier verfolgten DeNOx-Ansatzes liegt in der Verwendung des Reduktionsmittels H2, das im Bereich typischer Abgastemperaturen (250 - 450 °C) Stickoxide wirkungsvoll mindern soll. Der für die NOx-Reduktion benötigte Wasserstoff wird konzeptionell aus dem vorhandenen Kraftstofftank bereitgestellt.
Erste Katalysatorformulierungen, die im Labor unter praxisnahen Bedingungen eine H2-DeNOx-Aktivität im „Hochtemperaturbereich“ zeigen, wurden im Vorgänger-Vorhaben gefunden, wobei die Katalysatortests primär bei einem relativ hohen H2-Gasphasenanteil von 1 Vol.-% durchgeführt wurden. Bemerkenswert ist, dass die genannten Katalysatoren NOx nicht nur zu N2, sondern signifikant auch zu NH3 reduzieren. Die damit eröffnete Möglichkeit, das gebildete NH3 für die Reduktion von noch nicht umgesetztem NOx an einem nachgeschalteten SCR-Katalysator zu nutzen, konnte im Rahmen des Vorgängerprojekts an Pulverschüttungen erfolgreich validiert werden. So wurde das am H2-DeNOx-Katalysator gebildete NH3 vollständig an einem nachgeschalteten Cu-Chabasit-Zeolith-Katalysator für die SCR-Reaktion genutzt, wodurch der Gesamtumsatz an NOx deutlich erhöht wurde. Damit ist es erstmals gelungen, ohne Dosierung von NH3 oder eines NH3-Precursors in magerem Abgas zwischen 250 und 450°C eine signifikante NOx-Reduktion zu erzielen. Zudem wurde gezeigt, dass der NOx-Umsatz stark von der eingesetzten H2-Menge abhängt, d. h. in Gegenwart von 0,2 und 0,5 % H2 fällt der NOx-Umsatz gegenüber 1 % H2 entsprechend geringer aus. Analog der Tieftemperatur-H2-DeNOx-Reaktion kommt es jedoch auch im Hochtemperaturbereich zur Bildung von N2O.
Die Katalysatoren, mit welchen diese Ergebnisse erzielt wurden sollen nun als Ausgangspunkt für vertiefende Untersuchungen und Optimierungen in Bezug auf die Zusammensetzung zur gezielten Steigerung der DeNOx-Aktivität bzw. Verbesserung der N2- und H2-Selektivitäten sowie die Übertragung auf technisch relevante Wabenkörpersysteme der Katalysatoren herangezogen und vorwettbewerblich bewertet werden. Bei Erfolg dieser Katalysatorentwicklung ist die H2-DeNOx-Technik nicht nur im Tief-, sondern auch im Hochtemperaturbereich anwendbar, so dass bei mageren H2-Motoren auf die gesamte AdBlue-SCR-Infrastruktur verzichtet werden kann.