Eine Schülerin aus Frankfurt am Main zu Gast an der TU Bergakademie Freiberg Interview mit Rosa Illing zu ihrem Schülerpraktikum im Institut für Geophysik und Geoinformatik, Arbeitsgruppe Seismik und Seismologie, TUBAF
Was hat dich zu einem Praktikum in der Geophysik an der TUBAF gebracht?
Ich wollte unbedingt ein Praktikum im Bereich Seismologie machen. Schon seit ich elf Jahre alt bin, fasziniert mich das Thema Erdbeben und ich wollte später unbedingt Seismologin werden. Naturereignisse wie Erdbeben oder Tsunamis haben mich schon als Kind begeistert. Die TUBAF ist der beste Ort, wenn man ein Praktikum auf diesem Gebiet machen möchte. Mein Geographielehrer hat mir die TUBAF empfohlen und den Kontakt hergestellt.
Wie sieht dein Praktikumsalltag aus? Welche Aufgaben hast du in den ersten Tagen übernommen?
Normalerweise bin ich ab 9 Uhr morgens im Institut. Wenn Exkursionen oder Geländeeinsätze anstehen, starten wir etwas früher. Zum Beispiel war ich mit Herrn Hänel im Gebiet Aue unterwegs – einem ehemaligen Bergbaugebiet, wo Uran gefördert wurde. Dort haben wir Daten von Offline-Messstationen ausgelesen, um Erdbeben zu überwachen, die mit dem Bergbau zusammenhängen. Außerdem haben wir am Institut Daten des Seismologieverbundes Mitteldeutschland und der regionalen Überwachungsnetze ausgewertet. Dabei konnten wir kleine, lokale Erdbeben erkennen und analysieren – das war sehr spannend. Sogar größere, weltweit auftretende Erdbeben und Ereignisse, wie Steinbruchsprengungen, waren gut sichtbar.
Gestern sind wir in das Lehr- und Forschungsbergwerk „Reiche Zeche“ eingefahren. Das war ein tolles Erlebnis! Gemeinsam mit Herrn Büttner und Herrn Fischer haben wir dort Messstellen für das kommende geophysikalische Untertagepraktikum vorbereitet.
Was steht heute bei dir auf dem Programm?
Heute bauen Herr Hellwig und ich im „Terra Mineralia“-Museum in Freiberg ein kleines Erdbebenmessgerät, ein sogenanntes Raspberry-Shake-Seismometer, auf. Die Besucher können damit selbst erzeugte Erschütterungen, aber auch stärkere, weltweit auftretende Erdbeben messen. Die aufgezeichneten Daten kann jeder online auf stationview.raspberryshake.org abrufen – ich bin schon gespannt, wie das genau funktioniert.
Würdest du anderen Schülerinnen und Schülern hier ein Praktikum empfehlen?
Auf jeden Fall! Ich hatte vorher keine genaue Vorstellung, wie so ein Praktikum abläuft. Jetzt bin ich überzeugt und kann mir gut vorstellen, später in Freiberg zu studieren. Die zwei Wochen waren sehr spannend und lehrreich. Besonders gut gefallen hat mir die familiäre Atmosphäre am Institut – alle sind freundlich, hilfsbereit und engagiert. Eine kleine, aber sehr starke Uni mit großem fachlichen Inhalt – das gefällt mir!
Ich wollte unbedingt ein Praktikum im Bereich Seismologie machen. Dafür habe ich auch einen längeren Weg auf mich genommen – für ein gutes Praktikum lohnt sich das auf jeden Fall.