Moore als Kohlenstoffspeicher – Was Wiedervernässung leisten kann - Vortrag
Moore sind wichtige, gefährdete Ökosysteme. Sie speichern große Mengen Kohlenstoff, regulieren den Wasserhaushalt und bieten spezialisierten
Tier- und Pflanzenarten einen einzigartigen Lebensraum. Viele Moore wurden jedoch in der Vergangenheit entwässert, forstlich genutzt oder durch Torfabbau verändert. Dadurch gingen typische Moorfunktionen
verloren: Entwässerte Moorböden setzen heute Kohlenstoff frei und reagieren empfindlich auf Trockenheit und Erosion.
Im Rahmen aktueller Forschungsarbeiten untersuchen wir, wie sich Degradation und Wiedervernässungsmaßnahmen auf Wasserhaushalt, Kohlenstoffkreisläufe und Stoffflüsse in bewaldeten Mooren auswirken.
Dabei interessieren uns insbesondere die Prozesse im Untergrund: Wann speichern Moore wieder Kohlenstoff, und unter welchen Bedingungen können klimarelevante Gase freigesetzt werden? Der Vortrag gibt allgemeinverständlich Einblicke in die Bedeutung von Mooren für Klima, Landschaft und Wasserhaushalt und zeigt, welche Chancen und Herausforderungen mit ihrer Revitalisierung verbunden sind. Zugleich wird deutlich, warum ein besseres Verständnis der zugrunde liegenden biogeochemischen Prozesse wichtig ist, um zukünftige Moor- und Gewässerschutzmaßnahmen optimal zu gestalten.
Der Referent ist Leiter der Arbeitsgruppe Biogeochemie am Institut für Mineralogie der TU Bergakademie Freiberg.
Die Veranstaltung findet statt als Teil des IÖZ-Forums ab 18:00 Uhr im Großen Hörsaal Mineralogie im Abraham-Gottlob-Werner-Bau, 1. Etage, Raum WER-1045.
Interessierte Zuhörer sind wie immer herzlich willkommen.