Am 6. November 2025 wurde der Heinrich-Schubert-Preis der Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik der TU Bergakademie Freiberg zum sechsten Mal verliehen. Der Preis ging dieses Jahr an Frau Nora Stefenelli und Frau Alexandra Kaas.
Seit 2019 wird der Preis jährlich an Studierende und Promovierende für exzellente Nachwuchsforschung in der Mechanischen Verfahrenstechnik, Mineralaufbereitung oder dem Recycling vergeben. Im Rahmen der Tagung „Aufbereitung und Recycling“ überreichte Prof. Henning Zeidler die Auszeichnung an die Preisträgerinnen und erinnert damit an das Wirken des ehemaligen Lehrstuhlinhabers Prof. Heinrich Schubert.
Nora Stefenelli wurde der Preis für ihre Masterarbeit „Untersuchung des Einflusses von Prozessparametern auf ausgewählte physikalische Eigenschaften und die Beschichtungsstrukturen von Hetero-Aggregaten aus dem Mechano-Fusion-Prozess“ verliehen. In ihrer Arbeit untersuchte die Autorin den Mechano-Fusion-Prozess, ein trockenes Verfahren zur Beschichtung von Partikeln ohne Chemikalien. Alumina-Trägerpartikel wurden mit Polystyrol-Gaspartikeln zu stabilen Hetero-Aggregaten verbunden, um den Einfluss von Drehzahl und Prozesszeit auf Beschichtungsstruktur und Partikeldeformation zu analysieren. Neben mikroskopischen Untersuchungen kamen BET-, Laserbeugungs- und thermogravimetrische Analysen zum Einsatz, um repräsentative Aussagen für das gesamte Partikelkollektiv zu gewinnen. Zudem wurde ein alternatives Konzept zur Bestimmung der Fließfähigkeit kleiner Probenmengen entwickelt und der Einfluss ungebundener Gastpartikel auf die Messergebnisse untersucht.
Dr.-Ing. Alexandra Kaas wurde für ihre Dissertation mit dem Titel „Innovations in Mechanical Recycling of automotive Lithium-Ion Batteries: A Focus on Discharge Depths and Material Classification“ (Innovationen im Recycling von Lithium-Ionen-Batterien aus Elektrofahrzeugen: fokussierend auf Entladetiefen und Materialklassierung) ausgezeichnet. In ihrer Dissertation untersuchte Alexandra Kaas das an der TU Bergakademie Freiberg entwickelte Verfahren zum mechanischen Recycling von Lithium-Ionen-Batterien. Sie analysierte, wie unterschiedliche Batterietypen und Entladetiefen das Trennverhalten und die Qualität der Rückgewinnungsprodukte beeinflussen, und bewertete die Prozessrobustheit anhand experimenteller Fallstudien. Besonderes Augenmerk lag auf dem Zick-Zack-Sichter zur Sortierung der Stromsammlerfolien sowie auf der chemischen und physikalischen Analyse der Schwarzmasse. Es konnte u.a. gezeigt werden, dass die Siebung der Separatorfolie anstelle der Windsichtung die Prozessstabilität deutlich erhöht und damit neue Ansätze für ein effizienteres und zuverlässigeres Batterierecycling verspricht.
Heinricht Schubert Preis
Der ehemalige Lehrstuhlinhaber Prof. Dr.sc.techn. Drs.h.c. Heinrich Schubert (1926-2018) hat im In- und Ausland überragende Verdienste in den Bereichen Mechanische Verfahrenstechnik und Aufbereitungstechnik geleistet. Mit dem nach ihm benannten Preis werden Personen ausgezeichnet, die im Rahmen einer studentischen Abschlussarbeit oder einer Promotion ihre Exzellenz in der Mechanischen Verfahrenstechnik, Mineralaufbereitung oder dem Recycling gezeigt haben. Die Verleihung des Preises fand mit Übergabe einer Urkunde, der Heinrich-Schubert-Medaille sowie einem Preisgeld von je 500 Euro im Rahmen der jährlichen Tagung „Aufbereitung und Recycling“ statt.
Das Preisgeld wurde von der Fachgruppe Aufbereitung des Vereins der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg gespendet.