[Fakultät 4] Derivability of Activity Coefficients from Raman Spectra

  • Frau Dipl.-Ing. Miriam Willger
  • Freitag, 13. März 2026, 13:00 Uhr
  • Hörsaal Rammler-Bau, RAM-1085, Erich-Rammler-Bau, Leipziger Straße 28, 1. OG

This thesis investigates the potential of deriving activity coefficients from mixture (excess) Raman spectra to predict vapour-liquid equilibria (VLE) without the need for labour-intensive equilibrium measurements. Ideal mixture spectra were calculated as the sum of mole-fraction-weighted pure compound spectra, requiring these to be expressed as molar spectra for consistency. A straightforward method was therefore developed to compute consistent molar and excess partial molar Raman spectra from normalised mixture spectra. The study revealed that excess spectra are highly sensitive to the chosen normalisation procedure, which substantially influences their interpretation. Excess (partial) molar Raman spectra were analysed over the full composition range for two ideal and two non-ideal binary mitures containing acetone. Using Indirect Hard Modelling to decompose mixture spectra into pseudo-Voigt profiles, peak shifts and changes in spectral shape were examined in relation to thermodynamic non-idealities. The analysis showed that thermodynamic non-idealities are not consistently reflected in excess Raman spectra or in peak shifts. In quasi-ideal mixtures, significant peak shifts were observed for both components, wheras in the non-ideal acetone-cyclohexane mixture, shifts were largely confined to acetone. These findings indicate that no general correlation exists between Raman spectral changes and excess Gibbs energy of activity coefficients.

[Fakultät 4] Methods for the Evaluation of Particle Processing Operations: Multidimensional Distributions of Particle Properties and Statistical Entropy

  • Herr Edgar Schach, M.Sc.
  • Freitag, 13. März 2026, 14:30 Uhr
  • Großer Hörsaal Karl-Kegel-Bau, KKB-2030, Agricolastraße 1, 2. OG

This dissertation presents new methods to evaluate particle systems via multidimensional partition functions and statistical entropy. The results of this thesis are based on particle-discrete data obtained from mineral liberation analysis. Joint distributions of particle properties (size, density, phase/liberation) are estimated using a classical binning approach for a magnetic separation process. This particle binning is further overcome through the application of kernel density estimation, yielding continuous partition functions. Statistical entropy is introduced as a new separation-efficiency metric that is in principle applicable to any number of dimensions and takes the entire distribution of partition values into account. A new notation for statistical entropy analysis, considering the dimensions of batches/flows, components, and particles, unifies measures such as recovery, grade, and selectivity into a single entropy number for process characterization. Further, as particle properties are considered, the notation allows for the joint description and thus optimization of comminution and separation. Application of the entropy notation is shown for a pilot plant processing a cassiterite-bearing skarn ore.

[Fakultät 4] Entwicklung und Validierung eines prädiktiven Tools für die Charakterisierung und Effizienzsteigerung von Grubenwassergeothermiestandorten

  • Herr Dipl.-Wi.-Ing. Lukas Oppelt
  • Montag, 16. März 2026, 13:15 Uhr
  • Hörsaal Geophysik, MEI-0080, Otto-Meißer-Bau, Gustav-Zeuner-Straße 12, EG

Die geothermische Nutzung stillgelegter, gefluteter Bergwerke kann zur Dekarbonisierung der Energieversorgung beitragen. Im Grubenwasser enthaltene Frachten führen jedoch oft zu Fouling im Wärmeübertrager, was die nutzbare Wärmemenge bei nur 50 µm Ablagerung um mehr als 50 % verringern kann. Zudem sind aufwendige Studien erforderlich, um die Eignung eines Standorts zu prüfen. In dieser Arbeit wird ein prädiktives Tool entwickelt, das anhand einer Wasseranalyse die Potenzialklassifizierung und die Prognose des Foulings an einem Standort ermöglicht. Die dafür entwickelte Methodik konnte in insgesamt 19 Validierungsmessreihen an 7 Standorten bestätigt werden. Zudem wurde eine Verknüpfung zwischen prognostiziertem Fouling und den Oberflächenparametern des Wärmeübertragers entwickelt, um die am besten geeignete Oberfläche für einen Standort vorherzusagen. Auch dieser Ansatz konnte durch Validierungsmessungen bestätigt werden. Das Tool wurde beispielhaft an 10 Standorten in 4 Ländern erprobt. Es zeigte erhebliche Einsparungen bei Kosten und Emissionen sowie eine Reduktion des Foulings um bis zu 87 % durch gezielte Materialauswahl.

[Fakultät 4] Beiträge auf dem Gebiet der partikelbeladenen Strömungen in technischen und messtechnischen Anwendungen

  • Herr Dipl.-Ing. Moritz Niklas Kluwe
  • Donnerstag, 26. März 2026, 09:30 Uhr
  • Hörsaal Maschinenbau, WEI-1051 Julius-Weisbach-Bau, Lampadiusstraße 4, 1. OG

Die Dissertation liefert experimentelle und methodische Beiträge auf dem Gebiet der partikelbeladenen Strömungen. Die Arbeit konzentriert sich auf disperse nicht-kolloidale Partikel in flüssiger kontinuierlicher Phase. Zunächst werden die theoretischen Grundlagen dieser Systeme erläutert. Darauf aufbauend werden Regime spezifiziert, die sich durch geometrische, dynamische und rheologische Eigenschaften des Gesamtsystems charakterisieren. Für die Regime werden die methodischen Grundlagen und Limitierungen etablierter Messverfahren erläutert. Der Hauptteil befasst sich mit den wissenschaftlichen Arbeiten des Autors, die von der dreidimensionalen Tracervelozimetrie über punktuelle Verfahren bis hin zu tracer-losen Verfahren reichen. Die entwickelten Methoden umfassen automatisierte Kalibrierungsverfahren, LED-basierte Korrelationsvelozimetrie und innovative Ansätze für dichte Suspensionen mittels Brechungsindexanpassung. Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der untersuchten Gebiete der Strömungsmechanik und Messtechnik. Dabei werden themenübergreifende Zusammenhänge betont und ein Blick auf die aktuelle Forschungslandschaft geworfen, aus dem abschließend zukünftige Forschungsfragen abgeleitet werden.

[Fakultät 2] Strukturierung und Charakterisierung von Ge-basierten Nanokristallen in amorpher hoch-ɛ Matrix

  • Herr Florian Honeit, M.Sc.
  • Montag, 30. März 2026, 13:30 Uhr
  • Hörsaal Gellert-Bau, GEL-0001, Leipziger Straße 23, EG

Durch die steigende Leistungsfähigkeit bei gleichzeitiger Miniaturisierung von elektronischen Geräten stoßen konventionelle Strukturen und Materialien, die in Halbleiter-Bauelementen Verwendung finden, an ihre Grenzen. Die Begrenzung der Größe von Halbleiterstrukturen in alle Raumrichtungen auf wenige Nanometer, sogenannte Nanokristalle, bieten einen vielversprechenden Ansatz der Miniaturisierung, beispielsweise für nichtflüchtige Speicher. Die Einschränkung der Größe führt zur Veränderung physikalischer Eigenschaften, so steigt bei Germanium (Ge) unterhalb eines Durchmessers von 24,3 nm die Bandlücke an und die Wahrscheinlichkeit auf direkte Übergänge steigt, was Ge-Nanokristalle für optoelektronische Anwendungen wie Sensoren interessant macht. Die zusätzliche Beimischung von Zinn (Sn) ermöglicht eine weitere Modifikation der Bandstruktur. Diese Arbeit zeigt einen Ansatz zur Herstellung von Ge und GeSn-Nanokristallen im Größenbereich unterhalb 10 nm. Die Strukturen wurden durch das Ausheizen dünner, mittels Co-Sputtern abgeschiedener Schichten erzeugt. Spektroskopische und strukturelle Untersuchungen zeigten die Formation der Ge-Nanokristalle und lieferten einen Hinweis auf den Einbau von Sn in diese.

[Fakultät 2] Ultraspurenanalytik und Kompatibilität von unkonventionellen Materialien in einer CMOS-Reinraumumgebung

  • Frau Annika Franziska Wandesleben, M.Sc.
  • Dienstag, 31. März 2026, 09:30 Uhr
  • Raum LES-1001 (Aula), Lessingstraße 45, 1. OG

Mittels Ringversuch wurde verifiziert, dass die europäischen Forschungsinstitute eine vergleichbare Kontaminationsanalytik entwickelt haben. Es wurde belegt, dass die Institute die Industriestandards erfüllen. Zudem wurde eine Datenbasis für die Ermittlung des Kontaminationslevel-Verhältnisses vom Bevel zur Fläche generiert. Für Indium wurden Reinigungsstrategien etabliert, die die Kreuzkontaminierung deutlich reduzieren und die Dekontamination von Wafern ermöglichen. Durch die Definition geeigneter Prozessabläufe, wurde die gezielte Nutzung von Indium ermöglicht. Es wurde aufgezeigt, dass Lithium sich bei der thermischen Oxidation über die Gasphase und den direkten Kontakt ausbreitet. Die Schichtdicke des gebildeten Oxids korreliert mit der Kontamination und die elektrischen Eigenschaften werden negativ beeinflusst. Das Lithium verweilte im SiO2 und diffundierte nicht in den Si-Bulk. Bis zu einer thermischen Belastung von 400 °C eignen sich 20 nm ALD-TiN-Schichten als Barriereschichten für Lithium.

[Fakultät 4] Integration biologischer Prinzipien in Reinigungsverfahren – Übertragung der Jagdmethoden des Schützenfisches & des Pistolenkrebses auf Reinigungsapplikationen

  • Herr Max Finster, M.Sc.
  • Dienstag, 31. März 2026, 13:30 Uhr
  • Hörsaal Maschinenbau, WEI-1051 Julius-Weisbach-Bau, Lampadiusstraße 4, 1. OG

Die Dissertation untersucht innovative bionische Ansätze zur Effizienzsteigerung technischer Reinigungsverfahren. Dabei werden die Jagdmethoden des Schützenfisches und des Pistolenkrebses auf die Spritzstrahlreinigung bzw. das Tauchbadverfahren übertragen. Im Mittelpunkt stehen die Abstraktion und technische Übertragung der bionischen Ansätze sowie deren Erprobung und Funktionsbewertung. Der erste Teil behandelt modulierte Strahlen nach Vorbild des Schützenfisches. Durch eine gezielte Strahlmodulation soll das ausgestoßene Flüssigkeitsvolumen in einem Tropfen akkumuliert werden, wodurch die Aufprallkraft gesteigert und somit die Reinigungswirkung verbessert wird. Im zweiten Teil werden kavitierende Strahlen nach Vorbild des Pistolenkrebses behandelt. Durch den Ausstoß eines schnellen Flüssigkeitsstrahls unter Wasser entsteht ein großes zusammenhängendes Kavitationsgebiet, dessen Kollaps die Wirkung des Strahles zusätzlich erhöht. Die bionischen Ansätze werden experimentell und numerisch analysiert, mit bestehenden Verfahren verglichen und bewertet. Beide Teile der Arbeit folgen dabei einem strukturierten Aufbau bestehend aus der Darstellung theoretischer Grundlagen, der Prinzipabstraktion und technischen Übertragung, einer Methodenbeschreibung und abschließend der Ergebnisdarstellung und -diskussion. Im letzten Teil der Arbeit werden die zentralen Erkenntnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf weitere Forschung und Anwendungsmöglichkeiten in der Industrie gegeben.

[Fakultät 4] Additive Manufacturing of Fluorophosphate Glass and Glass Grinding Waste

  • Herr Tihitnaw Degu, M.Sc.
  • Mittwoch, 1. April 2026, 13:00 Uhr
  • Hörsaal Rammler-Bau, RAM-1085, Erich-Rammler-Bau, Leipziger Straße 28, 1. OG

Additive manufacturing (AM) enables layer by layer fabrication of complex 3D glass objects with greater design flexibility than traditional methods like casting, blowing, or molding. It supports customized production, reduces material waste, and eliminates the need for molds. AM has mostly focused on thermally stable glasses such as silica and silicates, due to their low crystallization tendency and the availability of suitable feedstocks for printing. In contrast, fluorophosphate (FP) glasses remain largely unexplored despite their importance in optical applications. This work investigated a series of FP glasses to identify the most thermally stable composition and applied three AM techniques: binder jetting (BJ), digital light processing (DLP), and direct melt printing (DMP). FP20 was selected as the most thermal stable composition, and DMP resulted a 3D FP20 glass with high transmittance (>85%). BJ was also used to repurpose fine glass grinding waste into 3D lightweight porous structures. In conclusion, DMP was found to be the most suitable AM method for FP glasses, and AM using BJ enables sustainable reuse of fine glass waste.

[Fakultät 5] Microscopic Simulation of Solid State Sintering Regarding Irregular Shaped Powder Particles

  • Herr Dipl.-Ing. Max Weiner
  • Mittwoch, 1. April 2026, 14:00 Uhr
  • Hörsaal Formgebung, FOR-0270, Haus Formgebung, Bernhard-von-Cotta-Straße 4, EG

Es wurde ein neuartiges Modell der Sinterung zweier bzw. weniger Teilchen unter Verwendung scharfer Grenzflächen entwickelt und implementiert. Die Anwendung des Thermodynamischen Extremalprinzips erlaubt eine elegante und erweiterbare Formulierung. Das numerische Verhalten des Modells unter Anwendung von Neuvernetzungsroutinen wurde untersucht und bewertet. Es wurden Parameterstudien zu klassischen dimensionslosen Kenngrößen von Zweiteilchenmodellen, sowie asymmetrischer Material- wie Geometriepaarung durchgeführt, mit Literaturwissen abgeglichen und erklärt. Kontakte mehrerer Teilchen wurden auf den Einfluss der Porenschließung untersucht, auch bei Anwesenheit inerter Teilchen. Die Formcharakteristik von Pulverteilchen wurde unter statistischer Anwendung einer Formfunktion beschrieben und zur Generierung von Pulverteilchen als Eingabe in die Simulation verwendet. Das mittlere Verhalten der zufällig generierten Teilchen wurde zur Beschreibung des Verhaltens des Pulvers genutzt und Unterschiede zu klassischen Verfahren der Mitteilung diskutiert.

[Fakultät 4] Wasserstoff im System Biogas - Bioverfahrenstechnische Ansätze zur Biologischen Methanisierung und Biogenen Wasserstofferzeugnung

  • Herr Dipl.-Ing. (FH) Robert Manig
  • Donnerstag, 2. April 2026, 13:00 Uhr
  • Hörsaal Wärmetechnik, LAM-2090, Lampadius-Bau, Gustav-Zeuner-Straße 7, 2. OG

Der fortschreitende Ausbau der erneuerbaren Wind- und Solarenergie führt zwangsläufig zu einer steigenden Volatilität des Stromangebots. Vor allem nachhaltig erzeugte chemische Energieträger wie Methan oder Wasserstoff können ausgleichend wirken. Der natürliche Biogasprozess kann grundsätzlich beide Energieträger darstellen. Kernthemen der vorliegenden Arbeit war die Untersuchung und experimentelle Erprobung zweier Anschlusstechnologien für „konventionelle“ verstromende Biogasanlagen – die biologische Methanisierung als eine Technologie der Sektorkopplung und die biogene Wasserstofferzeugung als eine regenerative Wasserstoffquelle.