[Fakultät 3] Hydrogeological assessment and modelling of the Siguatepeque Aquifer System, Honduras
- Herr Nelson Geovanny Mejia Pineda, M.Sc.
- Dienstag, 3. Februar 2026, 15:00 Uhr
- Hörsaal Geophysik, MEI-0080, Otto-Meißer-Bau, Gustav-Zeuner-Straße 12, EG
This thesis develops a hydrogeological characterization in Siguatepeque, Honduras. A complete well inventory was registered and mapped, total well abstraction was estimated, and average recharge was calculated. Potential recharge zones were determined through a multicriteria analysis. With this information, a numerical groundwater flow model was developed, and future scenarios were simulated to assess the joint impact of population growth and climate change on groundwater availability. The semiconfined aquifer (228 km2) was classified with an intermediate to low yield for groundwater supply. Average recharge was calculated as 10.7 million m3/year and total well extraction as 4.5 million m3/year, although confirming a historical decrease in the water table under the urban area. By 2050 the model predicts a decline of groundwater levels, with signigicant impacts on most public wells, expecting a 19 % deficit of groundwater supply. Ongoing practical applications of thesis results and policy impacts are discussed. The thesis provides important insights and tools for the sustainable management of the Siguatepeque aquifer system, and potentially beyond in similar contexts in developing regions.
[Fakultät 6] Relevanz von M&A für die Bankenkonzentration unter besonderer Berücksichtigung des Genossenschaftssektors
- Herr Heinz Dreesen, M.A.
- Mittwoch, 4. Februar 2026, 10:00 Uhr
- Raum 3.105, Schlossplatz 1, 3. OG
Ziel dieser Ausarbeitung ist es, einen Beitrag zur Konzentrationsentwicklung mit Fokus im genossenschaftlichen Bankensektor über insgesamt 5 Fachartikel zu leisten. Dafür wird zunächst die Regulierung als Treiber und die hiermit verbundene Motivation für Fusionen herausgearbeitet (Artikel 1). Hierauf aufbauend erfolgt eine Literaturanalyse mit dem Ziel, den Erfolg von M&A in der internationalen Bankenwelt zu analysieren und wesentliche Erfolgsfaktoren abzuleiten (Artikel 2). Hieran anknüpfend wird auf Grundlage bisheriger Forschungserkenntnisse die Konzentration im deutschen Genossenschaftsbankensektor (Artikel 3), im deutschen Sparkassensektor (Artikel 4) sowie im europäischen Genossenschaftsbankensektor (Artikel 5) untersucht. Es zeigt sich, dass der Konzentrationsprozess für deutsche Genossenschaftsbanken überwiegend von Fusionen geprägt ist, wohingegen für die deutschen Sparkassen und die europäischen Genossenschaftsbanken das organische Wachstum dominiert. Während für die Genossenschaftsbanken und Sparkassen in Deutschland eine gestiegene absolute Konzentration festzustellen ist, ist für die europäischen Genossenschaftsbanken auf Ebene der jeweiligen cooperaive networks eine Dekonzentration festzuhalten. Weitere wesentliche Erkenntnis ist, dass für die deutschen Keditgenossenschaften eine gestiegene relative Konzentration zu konstatieren ist, während für die deutschen Sparkassen und die Genossenschaftsbanken in Europa hingegen eine gesunkene relative Konzentration zu beobachten ist.
[Fakultät 6] Datensicherheit und menschliches Verhalten - Human Factors in Data Security
- Frau Anna Lena Fehlhaber, M.A.
- Freitag, 6. Februar 2026, 09:30 Uhr
- Raum 3.105, Schlossplatz 1, 3. OG
Die Dissertation analysiert Vertrauen als zentrale soziale Determinante informationssicherheitsrelevanten Handelns und versteht Datensicherheit als sozio-technisches Phänomen. Im Fokus steht eine mikrosoziologische Betrachtung dyadischer Entscheidungen unter Risiko, gestützt auf Vertrauens-, Netzwerk- und Prospect-Theory sowie spieltheoretische Modelle. Zwei Experimente bilden das empirische Fundament: Ein soziales Deduktionsspiel zeigt, dass Vertrauen auch ohne institutionelle Sicherung zwischen Fremden entstehen kann, wobei Netzwerkanalysen die Dynamik und Reziprozität solcher Beziehungen belegen. Ein zweites Experiment simuliert Social Engineering und weist nach, dass Passwortweitergabe durch wahrgenommene Vertrauenswürdigkeit, antizipierte Belohnung und subjektiven Nutzen bestimmt wird. Die Arbeit entwickelt darauf aufbauend nutzeradaptive Präventionsstrategien und erweitert bestehende Vertrauenskonzepte um emotionale und technologische Dimensionen. Sie begreift Vertrauen als dynamisches, kontextabhängiges Strukturprinzip sozialer Sicherheit in digitalen Systemen.
[Fakultät 3] Eiablage und Miniertätigkeit in Pflanzen als neue Reproduktions- und Überlebensstrategien paläozoischer Insekten
- Herr Dipl.-Geol. Michael Laaß
- Mittwoch, 11. Februar 2026, 16:00 Uhr
- Hörsaal Wärmetechnik, LAM-2090, Lampadius-Bau, Gustav-Zeuner-Straße 7, 2. OG
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit wenig erforschten Insekt-Pflanze-Interaktionen aus dem späten Paläozoikum. Nach dem Einführungskapitel der wichtigsten Reproduktions- und Überlebensstrategien von Insekten werden im zweiten Teil der Arbeit unbekannte Eiablagen aus dem Mittleren Pennsylvanium (Osnabrück-Formation, Moscovium, Westfalium D) vom Piesberg bei Osnabrück untersucht und beschrieben. Gegenstand des dritten Teils der Arbeit sind exophytische Eiablagen aus dem Pennsylvanium (Stefanium C) des Steinkohlenreviers Plötz-Wettin-Löbejün im Saalebecken, die, neben dem einzelnen Nachweis vom Piesberg bei Osnabrück, die bislang ältesten Belege dieser Eiablagestrategie sind. Im vierten Teil der Arbeit erfolgt eine Neuuntersuchung der von A. H. Müller (1982) unter dem Namen Asteronomus maeandriformis beschriebenen Fraßspuren an dem Farnsamer Autunia conferta aus dem Unteren Perm (Asselium) von Crock in Thüringen, deren Interpretation als Blattminen in der Fachwelt überwiegend abgelehnt wird. Im Ergebnis unserer Untersuchungen konnte Müllers Interpretation eindeutig bestätigt werden. Die Ergebnisse der Arbeit deuten darauf hin, dass endo- und exophytische Eiablage sowie Miniertätigkeit wichtige Anpassungen paläozoischer Insekten waren, die Abhängigkeit vom Wasser bei der Reproduktion zu reduzieren und sich an neue, trockenere Habitate anzupassen.
[Fakultät 2] Anwendung von Siderophoren zur Rückgewinnung von kritischen Metallen aus sekundären Ressourcen
- Herr Christian Hintersatz, M.Sc.
- Dienstag, 17. Februar 2026, 10:00 Uhr
- Hörsaal Elektrotechnik, LES-1040, Lessingstraße 45, 1. OG
Die Dissertation untersucht zwei Kernthemen: die Entwicklung eines DFT-basierten Verfahrens zur Identifizierung selektiv bindender Siderophore sowie die Isolation siderophorproduzierender Mikroorganismen aus extremen Umgebungen. Dazu wurden die bekannten Siderophorstrukturen aufgrund ihrer chemischen Ähnlichkeit in 27 Gruppen eingeteilt und ihre Komplexierungsreaktionen mit Ga, In und Ge mithilfe von DFT modelliert. Die Einschätzung der Selektivität für die Zielmetalle erfolgte durch den Vergleich mit der Ga-Komplexierung. Experimentelle Validierungen bestätigten die Modellvorhersagen. Zudem wurden zwei bisher unbekannte halophile Halomonas Arten, Halomonas gemina und Halomonas Ilamarensis, aus Umweltproben von Salaren der Atacama-Wüste isoliert und umfassend charakterisiert. Besonders mit H. gemina ließen sich vergleichsweise hohe Mengen (>1 mM) an Siderophoren produzieren.
[Fakultät 4] Untersuchungen zur Beeinflussung der Faserlängenverteilung durch die Zerkleinerung beim CFK-Recycling
- Herr Dipl.-Ing. Philipp Karsten Niebel
- Freitag, 20. Februar 2026, 14:00 Uhr
- Hörsaal Maschinenbau, WEI-1051 Julius-Weisbach-Bau, Lampadiusstraße 4, 1. OG
Kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe (CFK) werden zunehmend im Leichtbausektor eingesetzt. Das Recycling dieses Verbundwerkstoffs bzw. der Wiedereinsatz recycelter Kohlenstofffasern (rCF) ist technisch möglich, in der Industrie jedoch kaum etabliert. Die Qualität der rCF schwankt aufgrund der Inhomogenität des CFK-Abfalls z. T. stark und ist schwer standardisierbar. Diese Arbeit behandelt die Einstellung einer engen Faserlängenverteilung (FLV), einem Qualitätsmerkmal von rCF, mithilfe eines angepassten Zerkleinerungsprozesses. Anhand von Versuchen werden konstruktive Parameter einer Rotorschere systematisch optimiert, sodass damit CFK-Partikel hergestellt werden können, deren Größe und Form eng mit der Geometrie der Zerkleinerungswerkzeuge korrelieren. Ein Modell bestätigt, dass ein Zusammenhang zwischen den somit einstellbaren Partikelabmessungen und der FLV besteht, wodurch diese im Zerkleinerungsprozess gezielt beeinflusst werden kann.
[Fakultät 3] Development of a simulation tool for numerical simulation of longwall mining based on automatically generated Universal Distinct Element Code
- Frau Dipl.-Geoinf. Evelyn Bennewitz
- Dienstag, 24. Februar 2026, 14:30 Uhr
- Hörsaal Helmut-Härtig-Bau, HHB-1035, Gustav-Zeuner-Straße 1, 1. OG
Current energy demand cannot yet be fully met by natural energy sources. There is a world-wide increase in new coal mine developments. Efficient and sustainable ground control for coal mining is based on numerical modeling and monitoring to prevent mining disasters and ensure continued mining operations. Current studies often use continuum-based modeling, although this is limited to continuity laws that are unable to adequately represent nonlinear and anisotropic behavior, such as that found in coal. Research shows that they are generally limited to stable mining conditions of a single mining step and are not applicable to varying mining conditions that occur during a multi-step mining process. The doctoral thesis provides a new simulation tool RIS2 and its automatically gererated UDEC simulation code for discontinuum-based modeling of rock strata responses on static-dynamic loading of a multi-step longwall mining process with shield and face advance. Other RIS2 application fields like room-and-pillar-mining are also presented.
[Fakultät 2] Methodische Beiträge zur dreidimensionalen Mikro-Röntgenfluoreszenzanalyse
- Herr Korbinian Heimler, M.Sc.
- Donnerstag, 26. Februar 2026, 14:30 Uhr
- Raum LES-1001 (Aula), Lessingstraße 45, 1. OG
Die Charakterisierung dreidimensionaler Elementverteilungen gewinnt in zahlreichen Disziplinen zunehmend an Relevanz. Die konfokale Mikro-Röntgenfluoreszenzspektroskopie hebt sich durch ihre Fähigkeit zur tiefensensitiven, zerstörungsfreien Elementanalyse hervor. Im Rahmen dieser Arbeit wurde der Aufbau und die Funktionsweise eines kommerziellen µRFA-Spektrometers vorgestellt, welches infolge gerätetechnischer Modifikationen Analysen in konfokaler Messgeometrie ermöglicht. Es wurden erfolgreich ortsaufgelöste Messprogramme etabliert, Kalibrierungs-Routinen zur analytischen Qualitätssicherung implementiert, charakteristische Spektrometer-Parameter bestimmt und Strategien zur Auswertung konfokaler Datensätze vorgestellt. Die vielversprechende Praxistauglichkeit und Leistungsfähigkeit des Tischspektrometers zur orts- sowie tiefenaufgelösten Elementanalyse konnte anhand von Probensystemen aus interdisziplinären Anwendungsfeldern, wie der Referenzmaterialentwicklung, Archäometrie sowie den Bio-, Geo- und Baustoffwissenschaften, aufgezeigt werden.
[Fakultät 5] Berechnung der Eigenspannungen und Planheitsfehlerentwicklung während der Abkühlung vom warmgewalzten Blech
- Herr Dipl.-Ing. Kirill Tokmakov
- Donnerstag, 26. Februar 2026, 09:30 Uhr
- Hörsaal Formgebung, FOR-0270, Haus Formgebung, Bernhard-von-Cotta-Straße 4, EG
Die Planheit stellt neben den mechanischen Eigenschaften ein zentrales Qualitätsmerkmal von Grobblechen dar. Da direkte Spannungsmessungen, die zu den Planheitsdefekten führen, bei der Abkühlung der Bleche bisher kaum möglich sind, wurde ein integratives Prozessmodell entwickelt, das Temperatur-, Mikrostruktur-, Verformungs-, Spannungs- und Planheitsentwicklung miteinander koppelt. Mithilfe der Finite-Elemente-Methode wurden dabei nicht nur die Temperaturfelder, sondern auch die resultierenden Deformationen und der Verlust der Formstabilität während der Abkühlung berechnet. Die Mikrostrukturentwicklung wurde durch ein CALPHAD-basiertes thermodynamisches Modell in Kombination mit kinetischen Keim- und Wachstumsansätzen beschrieben. Auf dieser Grundlage lassen sich Eigenspannungen und daraus resultierende Planheitsänderungen physikalisch konsistent bestimmen. Zur Validierung wurde eigene Messtechnik zur Erfassung von Blechplanheit in laufender Produktion entwickelt, deren Ergebnisse direkt mit den Modellrechnungen verglichen wurden. Dadurch konnte die Aussagekraft des Prozessmodells bestätigt und ein enger Bezug zur industriellen Fertigung hergestellt werden.
[Fakultät 4] Methods for the Evaluation of Particle Processing Operations: Multidimensional Distributions of Particle Properties and Statistical Entropy
- Herr Edgar Schach, M.Sc.
- Freitag, 13. März 2026, 14:30 Uhr
- Großer Hörsaal Karl-Kegel-Bau, KKB-2030, Agricolastraße 1, 2. OG
This dissertation presents new methods to evaluate particle systems via multidimensional partition functions and statistical entropy. The results of this thesis are based on particle-discrete data obtained from mineral liberation analysis. Joint distributions of particle properties (size, density, phase/liberation) are estimated using a classical binning approach for a magnetic separation process. This particle binning is further overcome through the application of kernel density estimation, yielding continuous partition functions. Statistical entropy is introduced as a new separation-efficiency metric that is in principle applicable to any number of dimensions and takes the entire distribution of partition values into account. A new notation for statistical entropy analysis, considering the dimensions of batches/flows, components, and particles, unifies measures such as recovery, grade, and selectivity into a single entropy number for process characterization. Further, as particle properties are considered, the notation allows for the joint description and thus optimization of comminution and separation. Application of the entropy notation is shown for a pilot plant processing a cassiterite-bearing skarn ore.
[Fakultät 5] Microscopic Simulation of Solid State Sintering Regarding Irregular Shaped Powder Particles
- Herr Dipl.-Ing. Max Weiner
- Mittwoch, 1. April 2026, 14:00 Uhr
- Hörsaal Formgebung, FOR-0270, Haus Formgebung, Bernhard-von-Cotta-Straße 4, EG
Es wurde ein neuartiges Modell der Sinterung zweier bzw. weniger Teilchen unter Verwendung scharfer Grenzflächen entwickelt und implementiert. Die Anwendung des Thermodynamischen Extremalprinzips erlaubt eine elegante und erweiterbare Formulierung. Das numerische Verhalten des Modells unter Anwendung von Neuvernetzungsroutinen wurde untersucht und bewertet. Es wurden Parameterstudien zu klassischen dimensionslosen Kenngrößen von Zweiteilchenmodellen, sowie asymmetrischer Material- wie Geometriepaarung durchgeführt, mit Literaturwissen abgeglichen und erklärt. Kontakte mehrerer Teilchen wurden auf den Einfluss der Porenschließung untersucht, auch bei Anwesenheit inerter Teilchen. Die Formcharakteristik von Pulverteilchen wurde unter statistischer Anwendung einer Formfunktion beschrieben und zur Generierung von Pulverteilchen als Eingabe in die Simulation verwendet. Das mittlere Verhalten der zufällig generierten Teilchen wurde zur Beschreibung des Verhaltens des Pulvers genutzt und Unterschiede zu klassischen Verfahren der Mitteilung diskutiert.