[Fakultät 5] Thermophysical Properties of Molten High-Silicon Electrical Steels and Related Interactions with Carbon-Bonded MgO Refractories Based on Recyclates and Environmentally Friendly Binders
- Herr Dipl.-Ing. Lukas Neubert
- Dienstag, 14. Juli 2026, 09:00 Uhr
- Hörsaal Formgebung, FOR-0270, Haus Formgebung, Bernhard-von-Cotta-Straße 4, EG
Im Rahmen des GRK 2802 wurden neuartige MgO-C Feuerfestmaterialien auf Basis von Rezyklaten und umweltfreundlichen Bindern entwickelt. Deren chemisch-physikalische Kompatibilität mit flüssigen Stählen stellt eine essenzielle Voraussetzung dar, um eine gleichbleibend hohe Stahlqualität sicherzustellen. Zur Bewertung dessen wurden Finger-Eintauch-Prüfungen durchgeführt, bei denen MgO-C mit Elektrostählen in Kontakt gebracht wurde. Die Stähle variieren insbesondere hinsichtlich ihres Siliziumgehalts und besitzen eine hohe technologische Relevanz im Kontext der Energiewende und Elektromobilität. Für eine fundierte Analyse der Wechselwirkungen ist zudem die Erforschung der thermophysikalischen Eigenschaften der flüssigen Stähle von Bedeutung. Es wurden für beruhigte und unberuhigte Elektrostähle die Viskosität (Vibrationsfinger- und Schwingtiegelviskosimetrie), Dichte und Oberflächenspannung (Maximum-Bubble-Pressure-Methode) erforscht.
[Fakultät 4] Processing and Characterization of Electro Discharge Machining Sludge: Assessment of Particle Recycling for Additive Manufacturing
- Herr Dipl.-Ing. Oliver Voigt
- Donnerstag, 16. Juli 2026, 10:30 Uhr
- Großer Hörsaal Karl-Kegel-Bau, KKB-2030, Agricolastraße 1, 2. OG
Diese Arbeit untersucht das Recycling ölhaltiger Erodierschlämme zur Nutzung als nachhaltiges Pulver für die additive Fertigung (AM). Die Schlämme enthalten überwiegend metallische Partikel und erfüllen die Anforderungen an Größe und Form für AM-Pulver. Verschiedene Abfallströme wurden durch Ölentfernung, Filtration, Kuchenwäsche, Nachbehandlung und Partikelklassierung aufbereitet. Die Pulver wurden hinsichtlich Morphologie, Größen- und Formverteilung, Oberflächenrauheit, chemischer Zusammensetzung, Mikrostruktur, Porosität und Schütt- sowie Fließeigenschaften untersucht, wobei der Werkzeugstahl H11 als Referenz diente. Die recycelten Fraktionen zeigen Eigenschaften, die vergleichbar oder besser als das Referenzpulver sind. Trotz erhöhten Kohlenstoffgehalts durch Pyrolyse des Öls konnten die Pulver in laserstrahlbasierter Energieabscheidung eingesetzt werden. Harte und rissfreie Beschichtungen auf Substraten verbesserten die Mikrostruktur-Eigenschaftsbeziehungen. Die Ergebnisse zeigen, dass Erodierschlämme eine praktikable Pulverquelle darstellen, welche die Ressourceneffizienz fördern und den Energieverbrauch sowie den CO2-Fußabdruck deutlich reduzieren.
[Fakultät 5] Entwicklung einer selbsthärtenden Aluminiumlegierung für Gussteile im Sandgussverfahren
- Herr Eric Schramm, M.Sc.
- Donnerstag, 16. Juli 2026, 14:00 Uhr
- Hörsaal Formgebung, FOR-0270, Haus Formgebung, Bernhard-von-Cotta-Straße 4, EG
Die Arbeit untersucht die Entwicklung einer selbsthärtenden Aluminiumgusslegierung auf Basis des Al-Zn-Mg-Si-Systems für den Sandguss. Ziel ist es, die energieintensive T6-Wärmebehandlung konventioneller AlSi-Legierungen durch den Selbstaushärtungseffekt metallurgisch zu ersetzen. Mittels statistischer Versuchsplanung (DoE) wurden 27 Legierungsvarianten mit systematisch variierenden Zn:Mg- und Si:Mg-Verhältnissen untersucht. Dabei wurden sowohl der Selbstaushärtungseffekt bis zu einem Jahr als auch mittels Festigkeitssteigerungsmaßnahmen untersucht. Es zeigt sich, dass das Zn:Mg-Verhältnis die dominante Stellgröße für Festigkeit und Ausscheidungshärtung darstellt. Silizium verbessert die Gießbarkeit, wirkt jedoch über Mg2Si-Phasenbildung der Ausscheidungshärtung entgegen. Als effektivste Prozessmaßnahme wurde das Wasser-abschrecken unmittelbar nach dem Gießen identifiziert. Thermoanalytische Untersuchungen (DSC) bestätigen die postulierten Ausscheidungssequenzen und die werkstoffphysikalische Grundlage der Festigkeitssteigerung. Ein industrieller Gussversuch am Referenzbauteil Hubsäule demonstriert die praktische Umsetzbarkeit und belegt eine signifikante Reduktion des Bauteilverzugs. Die wirtschaftliche Betrachtung zeigt, dass die neue Legierung ohne zusätzliche Ofeninvestition bereits bei geringen Stückzahlen kosteneffizient ist.
[Fakultät 6] Finanzielles Risikomanagement des Wetterrisikos von Windenergieanlagen und deren Wirkung auf das Kreditrisiko
- Herr Leo Mittelstaedt, M.Sc.
- Freitag, 17. Juli 2026, 08:00 Uhr
- Seminarraum SPQ-1302, Schlossplatzquartier, Prüferstraße 4, 1. OG
Windenergieanlagen werden vorwiegend projektfinanziert und ihre hohen Anfangsinvestitionen während der Errichtung stellen den Kreditbedarf der Projektgesellschaft dar. Da es sich als Projekt um ein wirtschaftlich eigenständiges Unternehmen mit dem Stromabsatz als einzige Umsatzquelle handelt, stellt das Wetterrisiko den Ursprung einer Sequenz von Risiken über das operationelle Risiko der Windenergieanlage hin zum Kreditrisiko für den Kreditgeber dar. Daher hat der Kreditgeber im Rahmen der Kreditwürdigkeitsprüfung ein besonderes Interesse an der Steuerung des Wetterrisikos durch die Projektgesellschaft. Das Wetterrisiko für Windenergieanlagen besteht aus drei Dimensionen (Preis, Menge, Zeitpunkt) und der produzierte elektrische Strom hat als Rohstoff ein paar Besonderheiten (u. a. Leitungsgebundenheit, keine direkte Speicherbarkeit, zeitabhängige Preisbildung auf Basis von Angebot und Nachfrage). Im Rahmen der Arbeit wurden drei Risikosteuerungsinstrumente für das Wetterrisiko von Windenergieanlagen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Kreditrisiko aus Sicht der Kapitalgeber mittels eines Fragebogens unter Agrarkundenberatern in Deutschland untersucht.
[Fakultät 5] Entwicklung einer induktiven Heißgasfackel als Beitrag zur Dekarbonisierung der metallurgischen Industrie
- Herr Lukas Mastaler, M.Sc.
- Freitag, 17. Juli 2026, 09:00 Uhr
- Hörsaal Formgebung, FOR-0270, Haus Formgebung, Bernhard-von-Cotta-Straße 4, EG
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Entwicklung einer neuen elektrischen Thermoprozesstechnologie zur Erzeugung eines heißen Prozessgasstroms zur Substitution von fossilen Energieträgern zur Erzeugung von Prozesswärme. Mittels eines Induktors wird ein Suszeptor aus einem hochschmelzenden und oxidationsbeständigen Material in einem isolierten Strömungskanal induktiv erwärmt. Dieser Suszeptor wird von einem Prozessgas um- und durchströmt. Durch die Wärmeübertragung kann das Prozessgas auf Temperaturen von über 1200 °C erwärmt werden und anschließend in verschiedenen Anwendungen der Thermoprozesstechnik eingesetzt werden. Die Idee der elektrisch-induktiven Heißgasfackel wurde im Rahmen dieser Arbeit zu einem funktionsfähigen Konzept weiterentwickelt. Thermodynamische und strömungsmechanische Aspekte wurden genauso wie Aspekte der Induktionstechnik berücksichtigt. Auf Grundlage des Konzepts und mit den Ergebnissen der Untersuchungen zu geeigneten Suszeptormaterialien und Geometrien wurde ein erster Versuchsstand im Labormaßstab konstruiert und aufgebaut. An diesem Versuchsstand wurde mit einer elektrisch-induktiven Heißgasfackel der Funktionsnachweis erbracht. Den Abschluss der Arbeit bildet der Aufbau eines ersten Industriedemonstrators.
[Fakultät 4] Investigation on the surface properties of ultrafine particles and developing the separation processes for a proton exchange membrane water electrolyses system recycling
- Frau Sohyun Ahn, M.Sc.
- Freitag, 17. Juli 2026, 10:00 Uhr
- Hörsaal Europium, Helmholtz-Institut Freiberg, Chemnitzer Straße 40
This study introduces mechanical separation processes based on surface and interfacial science for the recovery of ultrafine catalyst particles from PEM water electrolyzers. Model systems using TiO2 and carbon black were designed to represent the hydrophilic and hydrophobic characteristics of PEM catalyst layers. Following comprehensive surface characterization, two mechanical separation approaches were developed: liquid-liquid particle separation and hydrophobic emulsion-based flotation. For pristine particles, recovery reached over 95 % but the efficiencies were reduced by about 20 % to 30 % for ionomer-coated particles, which demonstrates that ionomer adsorption signigicantly modifies wettability. The findings demon-strate the potential of wettability-governed separation as a sustainable pathway for PEM electrolyzer recycling. This work provides fundamental insights into particle-interface interactions and contributes to circular strategies for hydrogen technologies.
[Fakultät 6] Strategische Kommunikation als Erfolgsfaktor des Business-IT-Alignments: Ein Managementmechanismus zur Förderung des IT-Wertbeitrags
- Frau Constanze Riedinger, M.Sc.
- Freitag, 17. Juli 2026, 10:30 Uhr
- Seminarraum SPQ-0302, Schlossplatzquartier, Prüferstraße 4, EG
Die digitale Transformation erhöht die strategische Bedeutung von IT und die Anforderungen an ihre wertorientierte Steuerung. Viele Unternehmen können den Wertbeitrag der IT jedoch nicht hinreichend darstellen und keine strategische Verständigung zwischen Fachbereichen und IT-Abteilung erreichen. Ziel der Dissertation ist daher die Gewinnung eines Verständnisses von Business-IT-Kommunikation im Kontext des IT-Wertbeitrags sowie die Gestaltung einer Methode zu deren Operationalisierung. Im Rahmen eines multimethodischen Design-Science-Ansatzes auf Basis theoretischer Modelle wird ein Managementmechanismus iterativ entwickelt und evaluiert. Dieser umfasst ein dialogbasiertes Format mit definierten Phasen sowie Designprinzipien und Design-Features zur praktischen Umsetzung strategischer Business-IT-Kommunikation. Er ermöglicht die strukturierte und kontinuierliche strategische Kommunikation zwischen Fachbereichen und IT-Abteilung für ein gemeinsames Verständnis, Business-IT-Alignment sowie die Förderung des IT-Wertbeitrags. Die Ergebnisse leisten einen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs für Wirtschaftsinformatik- und Management-Control-Forschung und bieten Leitlinien zur strategischen Business-IT-Kommunikation in Organisationen.
[Fakultät 6] Management der Adoption von Low-Code Development Platforms – Entwicklung und Evaluation eines Reifegradmodells
- Herr Niculin Prinz, M.Eng.
- Freitag, 17. Juli 2026, 13:30 Uhr
- Seminarraum SPQ-0302, Schlossplatzquartier, Prüferstraße 4, EG
Die digitale Transformation führt zu wachsenden Backlogs an IT-Lösungen in Organisationen. Low-Code Development Platforms (LCDPs) bieten einen möglichen Lösungsansatz, sind jedoch mit komplexen Herausforderungen bei der Adoption verbunden. Ziel der Dissertation ist die Schaffung eines sozio-technischen Verständnisses über das LCDP-Informationssystem sowie die Gestaltung einer Lösung zur Unterstützung des IT-Managements bei der Implementierung und Anwendung. Im Rahmen eines Design-Science-Ansatzes wird auf Basis theoretischer Modelle und multimethodischer empirischer Untersuchungen ein LCDP-Reifegrad-modell entwickelt und evaluiert. Dieses umfasst 23 LCDP-Fähigkeiten, 33 LCDP-Artefakte und sechs Reifegradstufen sowie ergänzende Designprinzipien, Anwendungsempfehlungen und Schlüsselaspekte. Es ermöglicht ein inhaltliches sozio-technisches Verständnis über das LCDP-Informationssystem, die methodische Bewertung von Ist- und Soll-Zuständen und die nachfolgende Steuerung der operativen Umsetzung von abgeleiteten Maßnahmen. Die Ergebnisse leisten einen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs für die LCDP-, Wirtschaftsinformatik- und Methodenforschung und bieten Leitlinien für das strategische Management der LCDP-Adoption in der Praxis.
[Fakultät 5] Parylene for Microsystems Packaging and Flexible Electronicsoni
- Herr Franz Selbmann, M.Sc.
- Freitag, 17. Juli 2026, 15:00 Uhr
- Hörsaal Formgebung, FOR-0270, Haus Formgebung, Bernhard-von-Cotta-Straße 4, EG
Die Entwicklung neuer Packaging-Technologien für Mikrosysteme ist entscheidend für die Herstellung leistungsfähiger und hoch-miniaturisierter smarter Systeme. Zentrales Element ist dabei die Integration neuer Materialien sowie die Entwicklung neuer Integrationstechnologien. Aufgrund seiner einzigartigen Eigenschaften ist das Polymer Parylene dafür von besonderem Interesse. Im ersten Teil der Dissertation wird zunächst die Kompatibilität von Parylene mit MEMS und Mikrotechnologien sowie die Langzeitstabilität des Materials nachgewiesen. Im zweiten Teil wird ein adhäsiver Bondprozess auf Basis von Parylene für Wafer- und Chiplevel inklusive verschiedener Prozessvarianten entwickelt und im Detail charakterisiert, sodass im Ergebnis ein reproduzierbarer, zuverlässiger und industrie-kompatibler Bondprozess zur Verfügung steht. Der dritte Teil der Arbeit fokussiert sich auf die Entwicklung ultra-dünner, flexibler Leiterplatten auf Bais von Parylene. Dafür werden verschiedene Verfahren zur Metallisierung von Parylene sowie zur Integration diskreter Bauelemente untersucht und ein neuartiger Transferprozess etabliert. Entsprechend leistet die Dissertation einen Beitrag zur Etablierung von Parylene für das Packaging von Mikrosystemen.
[Fakultät 5] Einfluss durch Festwalzen erzeugter Eigenspannungen im ADI-Guss unter zyklischer Beanspruchung
- Frau Dipl.-Ing. Ulrike Hähnel
- Montag, den 20. Juli 2026, 10:00 Uhr
- Hörsaal Metallkunde, MET-2065, Haus Metallkunde, Gustav-Zeuner-Straße 5, 2. OG
Das Festwalzen von ADI-Proben der Güte EN-GJS-800-8 induziert Druckeigenspannungen in der Randschicht. Die Eigenspannungen im ADI können sowohl mit dem Bohrlochverfahren als auch mit der bisher weniger verbreiteten cosα-Methode quantitativ erfasst werden. Schwingfestigkeitsuntersuchungen ergeben eine wesentliche Steigerung der Bruchschwingspielzahl auf Zeitfestigkeitsniveau. Der Anrissort verschiebt sich in den Übergansbereich zur Kernhärte und unterhalb die Zone signifikanter Druckeigenspannungen. In Abhängigkeit der Höhe der zyklischen Belastung bleibt der günstige Druckeigenspannungszustand über die Lebensdauer erhalten. Mit bruchmechanischen Konzepten unter Berücksichtigung der Materialhärte und der rissinitiierenden Defektgröße kann die Lebensdauer von schwach gekerbten ADI-Bauteilen mit und ohne Randschichtverfestigung abgeschätzt werden. Das vorgestellte FE-Modell der festgewalzten Randschicht liefert für Walzkräfte ≤ 500 N eine hinreichend genaue Vorhersage des Eigenspannungszustandes.
[Fakultät 3] Stratigrafie des Oberkarbons und Perms ausgewählter vulkano-sedimentärer Komplexe der mitteleuropäischen Varisciden im südlichen und nordwestlichen Sachsen
- Herr Diplomphysiker Frank Löcse
- Donnerstag, den 23. Juli 2026, 10:00 Uhr
- Hörsaal Geologie, HUM-1115, Humboldt-Bau, Bernhard-von-Cotta-Straße 2, 1. OG
Im südlichen und nordwestlichen Sachsen (Saxothuringische Zone, Deutschland) befinden sich oberkarbonische bis frühpermische sedimentäre Ablagerungen mit eingeschalteten, überwiegend sauren Pyroklastiten. Zahlreiche Fossilbelege gestatten eine biostratigrafische Korrelation dieser Ablagerungen sowohl untereinander, als auch mit anderen oberkarbonischen bis frühpermischen Sedimentationsräumen der mittleren Varisciden. Ein widerspruchsfreier Anschluss der bislang bekannten biostratigrafischen wie lithostratigrafischen Befunde an die Internationale Chronostratigrafische Tabelle war nicht gegeben. Für mehrere isolierte, fossilfreie pyroklastische Serien und jungpaläozoische Eruptionszentren im Bereich der Chemnitz-Flöha-Vulkanzone wie auch S-Rand des Nordwestsächsischen Vulkanitbeckens wurde basierend auf u. a. U-Pb LA-ICP-MS-Messungen und daraus abgeleiteter radioisotopischer Alter, geochemischer wie petrografischer Untersuchungen, aber auch der Auswertung des über öffentliche wie private Sammlungen im In- und Ausland verstreuten, umfangreichen Fossilbefundes, ergänzt durch eigene Neuaufsammlungen, erstmals ein konsistenter Anschluss an die Internationale Chronostratigrafische Tabelle hergestellt. Sowohl für das Flöha-Becken, für Pyroklastite der Chemnitz-Flöha-Vulkanzone als auch des S-Teils des Nordwestsächsischen Vulkanitbeckens wurde ein widerspruchsfreies stratigrafisches Modell entwickelt.
[Fakultät 6] Supply chain resilience: An integrated framework for risk assessment, simulation-driven optimization, and actionable performance evaluation
- Frau Sarah Maria Lang, M.Sc.
- Mittwoch, 5. August 2026, 15:00 Uhr
- Seminarraum SPQ-0302, Schlossplatzquartier, Prüferstraße 4, EG
Diese Dissertation entwickelt einen integrierten analytischen Rahmen zur Bewertung und Gestaltung der Widerstandsfähigkeit von Lieferketten in global vernetzten Liefernetzwerken. Moderne Lieferketten zeichnen sich durch hohe strukturelle Komplexität, enge Verflechtungen und reduzierte Puffer aus, was die Anfälligkeit für die Ausbreitung von Störungen und systemische Leistungsverluste erhöht. Um dieser Herausforderung zu begegnen, kombiniert diese Arbeit strukturelle Risikobewertung, dynamische Systemmodellierung und wirtschaftliche Bewertung in einem einheitlichen Rahmen anhand von fünf miteinander verbundenen Studien. Erstens wird Resilienz als zeitabhängige Leistungskennzahl auf der Grundlage von Produktivitätsverlustverläufen formalisiert. Zweitens werden heterogene Lieferantenrisiken mithilfe eines mehrschichtigen Bewertungsrahmens operationalisiert. Drittens werden die Ausbreitung von Störungen und die Wiederherstellungsdynamik mithilfe einer SD-gesteuerten Optimierung modelliert und optimiert. Viertens wird ein strukturierter Katalog von Resilienzmaßnahmen abgeleitet und mit Risikoprofilen verknüpft. Schließlich wird ein auf Ereignisstudien basierender Ansatz eingeführt, um durch Störungen verursachte Verluste in wirtschaftlich interpretierbare Kennzahlen umzuwandeln. Die Ergebnisse zeigen, dass Resilienz aus dem Zusammenspiel von Netzwerkstruktur, operativen Strategien und adaptiven Reaktionsmechanismen entsteht. Der vorgeschlagene Rahmen ermöglicht eine systematische Analyse dieser Dynamiken und unterstützt eine umsetzbare Bewertung von Resilienzstrategien unter Unsicherheit.