Wie wird aus Wasser, Malz, Hopfen und Hefe ein fertiges Bier? 22 Studierende der TU Bergakademie Freiberg konnten die einzelnen Produktionsschritte bei einer Exkursion zum Brauhaus Hartmannsdorf direkt an den technischen Anlagen verfolgen. Der Besuch im Rahmen des Moduls „Wein- und Bierherstellung“ verband verfahrenstechnische Grundlagen mit praktischen Einblicken in Produktion, Qualitätssicherung und Produktentwicklung.
Wie eng Verfahrenstechnik und Lebensmittelherstellung miteinander verbunden sind, zeigte sich bereits beim Rundgang durch die Brauerei. Gemeinsam mit Geschäftsführer Ludwig Hörnlein und Dozent Dr. Frank Hebmüller verfolgten die Studierenden den Weg des Bieres von der Würzebereitung im Sudhaus über Gärung, Lagerung und Reifung bis zur Filtration und Abfüllung.
Die technischen Anlagen konnten dabei aus nächster Nähe betrachtet werden. So wurde unmittelbar sichtbar, wie die aus der Vorlesung bekannten Prozessschritte in einem produzierenden Unternehmen ineinandergreifen. Das Brauhaus Hartmannsdorf stellt mit zwölf Beschäftigten rund 70.000 Hektoliter Bier pro Jahr her und gab den Studierenden damit zugleich Einblicke in die organisatorischen Abläufe einer mittelständischen Brauerei.
Bier direkt aus dem Gärtank
Ein besonderer Programmpunkt war das sogenannte Zwickeln: Die Studierenden verkosteten ein naturtrübes Bier direkt aus dem Gärtank. Zu diesem Zeitpunkt ist das Bier bereits vollständig vergoren, befindet sich jedoch noch in einer frühen Phase der Reifung.
Dadurch konnten sie nicht nur einen Zwischenstand des Herstellungsprozesses geschmacklich kennenlernen, sondern auch nachvollziehen, wie sich ein Bier während der weiteren Lagerung und Verarbeitung verändert.
Wie Rohstoffe und Verfahren den Geschmack beeinflussen
Im Anschluss an die Anlagenbesichtigung stand die sensorische Qualitätssicherung im Mittelpunkt. Bei einer Dreiecksprüfung testeten die Studierenden ihre Fähigkeit, geschmackliche Unterschiede zwischen mehreren Proben zu erkennen.
Darüber hinaus verglichen sie verschiedene alkoholfreie Biere, die mit unterschiedlichen Verfahren hergestellt wurden. Dabei wurde deutlich, welchen Einfluss die Auswahl von Malz, Hopfen und Hefe, das verwendete Maischeverfahren sowie Filtration und weitere Prozessschritte auf Geschmack und Charakter des Endprodukts haben.
Zum Abschluss konnten die Teilnehmenden auch das Bier verkosten, das sie zuvor im Praktikum selbst gebraut hatten. Damit schloss sich der Kreis von den theoretischen Grundlagen über die eigene praktische Arbeit bis zur industriellen Herstellung.
Verfahrenstechnik, die man erleben kann
Die Exkursion machte anschaulich, wie naturwissenschaftliche Kenntnisse, technische Anlagen und sensorische Bewertung in der Lebensmittelproduktion zusammenspielen. Gleichzeitig erhielten die Studierenden einen direkten Einblick in mögliche berufliche Aufgabenfelder – von der Planung und Steuerung industrieller Prozesse bis zur Qualitätskontrolle und Produktentwicklung.
Praxisnahe Lehrveranstaltungen und Exkursionen ergänzen das Studium an der Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik und ermöglichen es den Studierenden, das im Hörsaal erworbene Wissen unter realen Produktionsbedingungen anzuwenden.