Wie entsteht eine Industrieanlage, die exakt auf einen bestimmten Rohstoff und die Anforderungen eines Kunden abgestimmt ist? Bei einer Exkursion zur Gebr. Jehmlich GmbH erhielten 13 Studierende der Studiengänge Maschinenbau und Engineering Einblicke in die Entwicklung, Fertigung und Montage industrieller Zerkleinerungsanlagen.

Gemeinsam mit Prof. Matthias Kröger und Dr. Ringo Nepp besuchten die Studierenden am 15. Juni 2026 das Unternehmen. Die Gebr. Jehmlich GmbH entwickelt und fertigt Zerkleinerungstechnik sowie kundenspezifische Mahlanlagen für unterschiedliche Branchen – darunter die Chemie-, Pharma-, Lebensmittel- und Kunststoffindustrie.

Zerkleinerungstechnik beginnt beim Rohstoff

Dr.-Ing. Lisa Kühnel führte die Gruppe zunächst in die verfahrenstechnischen Grundlagen der Zerkleinerung ein. Dabei wurde deutlich, dass es für industrielle Anwendungen häufig keine universelle Standardlösung gibt: Je nach Material, gewünschter Korngröße, Produktionsmenge und weiteren Anforderungen müssen die Anlagen individuell ausgelegt werden.

Im unternehmenseigenen Technikum konnten die Studierenden nachvollziehen, wie unterschiedliche Rohstoffe untersucht und Versuche zur Zerkleinerung durchgeführt werden. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Auswahl und Konfiguration der späteren Mahlanlage.

So zeigte sich anschaulich, wie Werkstoffverhalten, Verfahrenstechnik und konstruktive Entwicklung im Sondermaschinenbau zusammenwirken.

Einblicke in Fertigung und Montage

Beim anschließenden Rundgang durch die Fertigungshallen erlebten die Teilnehmenden, wie aus den zuvor entwickelten Konzepten einsatzbereite Maschinen entstehen. Sie konnten verschiedene Fertigungsverfahren sowie die Montage von Stift- und Hammermühlen aus nächster Nähe betrachten.

Die Studierenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zu den einzelnen Konstruktions- und Fertigungsschritten, zur technischen Auslegung der Anlagen und zu den Anforderungen internationaler Kunden zu stellen. Dadurch ließen sich viele Inhalte aus dem Studium unmittelbar mit realen Aufgabenstellungen aus der industriellen Praxis verknüpfen.

Maschinenbau mit individuellen Lösungen

Die Exkursion machte deutlich, wie vielseitig die Aufgaben im Maschinen- und Anlagenbau sind. Von der Analyse des Ausgangsmaterials über Versuche im Technikum und die Konstruktion bis zur Fertigung und Montage greifen zahlreiche Fachbereiche ineinander.

Für die Studierenden bot der Besuch damit nicht nur eine praxisnahe Ergänzung zu den Lehrveranstaltungen, sondern auch Einblicke in mögliche spätere Tätigkeitsfelder im Sondermaschinenbau und in der Verfahrenstechnik.

Die Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik bedankt sich bei der Gebr. Jehmlich GmbH und insbesondere bei Dr.-Ing. Lisa Kühnel für die fachlichen Einblicke und die Betreuung während der Exkursion.

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