Integrale geowissenschaftliche Charakterisierung und grenzüberschreitende Bewertung der Petrovice–Döbra-Zone (Inge-PDZ)
In der Grenzregion zwischen Sachsen und Tschechien verläuft mit der Petrovice-Döbra-Zone (PDZ) eine bedeutende tektonische Struktur durch das Erzgebirge. Dabei handelt es sich um eine großräumige Störungszone, in der das Gebirge in ein Mosaik kleiner Blöcke unterteilt ist. In der Region sind mehrere grenzüberschreitende Projekte geplant, die von dieser tektonischen Struktur erheblich beeinflusst werden können. Dazu gehört zum Beispiel der Bahntunnel der geplanten Neubaustrecke Dresden–Prag. Ziel des Projekts ist es, die PDZ und ihre Umgebung durch geophysikalische und hydrogeologische Untersuchungen umfassend zu charakterisieren und die geowissenschaftlichen Ergebnisse für verschiedene Interessengruppen zugänglich zu machen.
An der Professur für Ingenieurgeologie und Umweltgeotechnik wird ein grenzüberschreitendes geografisches Informationssystem (GIS) sowie ein 3D-geologisches Untergrundmodell des PDZ-Gebiets und des Gottleuba-Tals entwickelt. Dieses Modell bildet die geologischen Strukturen, insbesondere die PDZ, detailliert ab. Die räumliche Verbreitung und 3D-Darstellung der Untergrundstrukturen ist wichtig, um zu verstehen, wie das Grundwasser mit tiefen unterirdischen Strukturen wie Tunneln und Bergwerken interagiert und diese beeinflusst. Das GIS und das 3D-Modell erleichtern außerdem den grenzüberschreitenden Austausch von Geoinformationen, beispielsweise den Ergebnissen der im Projekt gewonnenen geophysikalischen und hydrogeologischen Untersuchungen. Im Projekt wird zudem eine Strategie entwickelt, die sicherstellt, dass künftige Aktualisierungen der Modelle bei den geologischen Diensten deckungsgleich umgesetzt werden können. Dies wird den Austausch neuer Daten erheblich erleichtern und somit jederzeit gleiche und aktuelle Datenstände auf beiden Seiten der Grenze gewährleisten.
Das Projekt wird gefördert durch Mittel der Europäischen Union.
EU-Förderung: 1.251.259,56 €
Projektpartner:
- Lead partner: TU Bergakademie Freiberg
- Univerzita Karlova
- Česká geologická služba
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