Hier finden Sie Informationen zu speziellen Projekten am Lehrstuhl für Fels- und Gebirgsmechanik/Felsbau.

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Das Projekt REPPIK

Das sächsisch-tschechische Grenzgebiet trägt ein unsichtbares Erbe: Jahrhunderte des Bergbaus haben eine Landschaft geformt, die bis heute von alten Schächten, Stollen oder Tagebau-Restlöchern durchzogen ist. Das Interreg-Projekt REPPIK, gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, nimmt diese Bergbaufolgelandschaften in den Blick und fragt: Welche Risiken gehen von ihnen aus und welche Chancen bieten sie für die Zukunft?

TU Bergakademie Freiberg

Unser Team erfasst und kartiert systematisch Altbergbaustandorte in der gesamten Grenzregion. Auf dieser Grundlage werden die Risiken bewertet, die von verlassenem Bergbau ausgehen. Gleichzeitig rückt das Projekt die Potenziale des Untergrundes in den Fokus: Stillgelegte Grubenbauten bieten einzigartige Voraussetzungen für eine nachhaltige Nachnutzung im Kontext der Energiewende. Unterirdische Hohlräume bieten die Möglichkeit der Speicherung von Druckluft oder als Pumpspeicher für erneuerbare Energien. Auch für Geothermie oder nachhaltige Raumplanung bieten Bergwerke interessante Möglichkeiten der Nachnutzung. Damit könnten ehemalige Bergwerke künftig aktiv zur Energiewende beitragen.

 

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Pinge altenberg
Altenberger Pinge, Altenberg (Erzgebirge). Foto: Christian Gebhardt, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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Skizze eines Unterirdischen Druckluftspeichers, U.S. Department of Energy
Skizze eines Unterirdischen Druckluftspeichers, U.S. Department of Energy

VŠB TU Ostrava und Hospodářská a sociální rada Mostecka

Die tschechischen Projektpartner unter Führung der VŠB Ostrava konzentrieren sich auf die aktiven und jüngst stillgelegten Bergbaugebiete im Raum Ústí nad Labem. Untersucht werden die Verdunstungsdynamik von Tagebau-Restseen, neue Materialien zur Stabilisierung von Bergbaufolgelandschaften sowie Konzepte für die langfristige Nachnutzung ehemaliger Tagebau- und Tiefbaustandorte. Gemeinsam mit Industriepartnern und lokalen Behörden erarbeiten alle Projektpartner einen Aktionsplan mit konkreten Empfehlungen für eine nachhaltige Entwicklung der Region.

 

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Jezero Most (Mostsee)
Jezero Most (Mostsee), ehemaliges Tagebaugebiet Ležáky, Nordböhmen. Foto: Marie Čcheidzeová, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
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Bilina
Exkursion nach Bilina gemeinsam mit Schülern des BSZ Julius Weisbach Freiberg

Gemeinsam für eine sichere und nachhaltige Zukunft

Was beide Seiten verbindet, ist das Bewusstsein, dass die Herausforderungen des Bergbauerbes keine Grenzen kennen und dass Lösungen nur grenzüberschreitend gefunden werden können. Durch Workshops, Exkursionen und den Wissensaustausch zwischen Wissenschaft, Behörden und Öffentlichkeit trägt REPPIK dazu bei, ein breites Bewusstsein für diese Themen zu schaffen.

 

Rückblick Exkursion in den Tagebau Bílina

Am 31. März besuchten wir gemeinsam mit Berufsschülern der Berufsschule Julius Weisbach, die auf Einladung der TU Bergakademie Freiberg teilnahmen, den Tagebau Bílina in Tschechien – einen bedeutenden aktiven Braunkohletagebau unweit der Tschechisch-Deutschen Grenze.

Vor Ort führte uns der Tagebaubetreiber durch die verschiedenen Bereiche der Anlage. Wir erhielten Einblicke in den Abraumabbau sowie die zugehörige Transport- und Absatztechnologie, verfolgten den gesamten Weg der Braunkohle vom Abbau über das Förderband bis zur Kohlenaufbereitungsanlage und besichtigten die Entwicklung des Tagebaus anhand von Außen- und Innenkippe. Besonders im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie die durch den Tagebau veränderte Landschaft langfristig wiederhergestellt werden kann: Rekultivierung und Landschaftsgestaltung nach dem Ende des Kohleabbaus wurden ausführlich diskutiert. Die Zeit nach der Kohle – wie sehen Folgenutzungen aus, wie geht eine ganze Region mit dem Strukturwandel um – beschäftigte uns auf der Rückfahrt noch lange.

Ein besonderes Highlight war die Begegnung mit Studierenden und Wissenschaftlern der VŠB – Technická univerzita Ostrava, dem Leadpartner im REPPIK-Projekt. Der gemeinsame Besuch bot eine willkommene Gelegenheit, sich persönlich kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Projekt mit Leben zu füllen.

Auf dem Heimweg legten wir einen Zwischenstopp in Altenberg ein, wo wir einen Blick in die berühmte Altenberger Pinge warfen. Das weithin sichtbare Einbruchstrichterfeld erinnert eindrücklich daran, welche Risiken von ungesichertem historischem Bergbau ausgehen können – ein mahnendes Beispiel, das den Themen des REPPIK-Projekts eine greifbare, historische Dimension verleiht

 

Weitere Workshops und Veranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungen und Termine finden Sie stets auf der Seite von Interreg SN-CZ (link).

Ein Highlight des Projekts sind unsere Workshops. Der nächste steht schon bald an: Am 24. Juni 2026 ab 8 Uhr begrüßen wir Schülerinnen und Schüler am Institut für Geotechnik in Freiberg. Haben Sie ebenfalls Interesse? Melden Sie sich einfach hier an (sekr_fm [at] ifgt [dot] tu-freiberg [dot] de (subject: Anmeldung%20Workshop%2024.06.2026) (link)).

Im kommenden Wintersemester folgen weitere Workshops. Bleiben Sie gespannt, wir halten Sie auf dem Laufenden.