Annelie Schröter, Schülerin der 11. Klasse am Gymnasium Luisenstift in Radebeul, hat bereits in der 4. Klasse ihre Leidenschaft für Geologie entdeckt. Seitdem arbeitet sie konsequent auf ihr Ziel hin, dieses Fach zu studieren: von der gezielten Wahl ihrer Leistungskurse bis hin zu einer beeindruckenden Facharbeit in der 10. Klasse über die Rekultivierung von Bergbaufolgelandschaften am Beispiel des Lausitzer Reviers – mit Fokus auf das Errichten von Ersatz- und Ausgleichshabitaten für die Artenvielfalt des Tagebaues. Im Rahmen der darauf aufbauenden „BeLL“ (Besondere Lernleistung) mit explizitem Bezug auf das Mitteldeutsche Braunkohlenrevier absolvierte sie ein Praktikum bei der MIBRAG GmbH, was ihre Begeisterung für Bergbau und Geologie weiter verstärkte. Um noch tiefer in den Aufbau der Erde, der Gesteine und in bergbauliche Prozesse einzutauchen, folgte in den Ferien ein freiwilliges Praktikum an der TU Bergakademie Freiberg (TUBAF), Fakultät 3 für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau.
Was hat dich zu einem Praktikum an der TUBAF, in der Fakultät 3, gebracht?
Nach meinem Praktikum bei der MIBRAG wollte ich in den Ferien ein freiwilliges Praktikum an der TUBAF absolvieren, um die Themen Bergbau, Geologie und Markscheidewesen zu vertiefen. Freiberg ist die ideale Uni für den Bereich Geo. Daher hat es mich sehr gefreut, als Prof. Benndorf mir die Möglichkeit an der Fakultät 3 eröffnet hat.
Wie sah dein Praktikumsalltag aus? Welche Aufgaben hast du in den ersten Tagen übernommen?
Mein Praktikumsalltag war sehr abwechslungsreich, da ich jeden Tag einen vertiefenden Einblick in ein anderes Institut oder einen anderen Bereich der Fakultät 3 erhalten konnte. Am Abend zuvor habe ich die Standorte und spezifischen Aufgaben der jeweiligen Institute recherchiert, um genau zu wissen, wo ich am nächsten Tag bin und was die jeweiligen inhaltlichen Schwerpunkte sind. Besonders praktisch und schön fand ich, dass in Freiberg alles fußläufig erreichbar ist. So konnte ich den Weg immer mit einem entspannten Spaziergang durch den Park verbinden.
Ich habe an verschiedenen Vorlesungen teilgenommen – ein echtes Highlight war es, direkt mit den Studierenden zusammen im Hörsaal zu sitzen! Da die TUBAF keine riesige Uni ist, fühlt man sich nicht anonym, sondern kann aktiv mitdiskutieren, Fragen stellen und wird sehr ernst genommen.
Im Institut für Geotechnik habe ich an der Vorlesung „Einführung in die Geotechnik“ besucht und selbst zwei Versuche zur Bestimmung der einaxialen Druckfestigkeit durchgeführt: den ‚Einaxialen Druckversuch‘ und den ‚Punktlastversuch‘. Außerdem habe ich die geomechanischen Labore besichtigen können und ein spannendes Projekt zum Thema Bodenverflüssigung (in Kooperation mit der LMBV und der Bundesanstalt für Wasserbau) kennengelernt.
Am Institut für Bergbau habe ich die Laborarbeit hautnah erlebt – von Analysen über Lehre bis hin zur Forschung. Ich habe mit einem Röntgenfluoreszenzanalysator Elemente in Bodenproben bestimmt. Unter Anleitung habe ich zudem Eluate von zwei Feststoffproben untersucht (pH-Wert, Redox-Potenzial, elektrische Leitfähigkeit), Sulfat mittels Photometer erforscht sowie den TIC (Total Inorganic Carbon) durch Titration ermittelt – anhand der Farbumschläge der m- und p-Werte.
"Ich möchte später Geologie studieren. Dafür ist die TUBAF am besten geeignet. Das Ziel meines Praktikums war, die ganze Breite und das vielfältige Spektrum von Geologie und Bergbau kennenzulernen"
– Annelie Schröter
Du hattest eine volle und bunte Woche – was hat den stärksten Eindruck bei dir hinterlassen?
Ja, das stimmt – in kürzester Zeit habe ich extrem viel erlebt.
Zum ersten Mal war ich unter Tage im Forschungsbergwerk Reiche Zeche – eine faszinierende andere Welt in 150 Metern Tiefe. Dort haben wir mit einer Trimble SX12-Totalstation gearbeitet: freie Stationierungen mit Leica-Prismen, topografische Messungen von Bohrlöchern im Erzgang und anschließend Laserscans des Erzes zur Visualisierung.
Am Institut für Mineralogie habe ich bei Prof. Heide an der Vorlesung „Einführung in die Kristallographie“ teilgenommen und Belegstücke aus der Lagerstättensammlung in einer Datenbank erfasst. Besonders beeindruckend war die Führung durch die Geowissenschaftlichen Sammlungen. Der absolute Höhepunkt war sicherlich einen Gesteinsdünnschliff unter dem Polarisationsmikroskop zu betrachten und zu fotografieren.
Würdest du Schülern ein Praktikum hier an der TUBAF empfehlen?
Auf jeden Fall! Ich empfehle es jedem, der echtes Interesse an diesem Bereich hat. Solch ein Praktikum hilft hervorragend, einen realistischen Überblick zu bekommen und herauszufinden, was wirklich zu einem passt. In der Schule hört man leider viel zu wenig über Geowissenschaften – das muss sich ändern. Genau dafür sind Praktika oder Campustage an der TUBAF perfekt. Sie schaffen Klarheit und sind die beste Studienorientierung, die man sich wünschen kann.
„Was mich an den Geowissenschaftlern und Geoingenieuren besonders fasziniert, ist die Vielfältigkeit und die abwechslungsreichen Aufgabenfelder. Von der Geologie bis hin zur Vermessung und Markscheidewesen – alles hat seinen Reiz“
– Annelie Schröter