Eine Intervention in den mineralogischen Sammlungen der TU Bergakademie
10 Jahre Günter Heinisch - Stiftung
Am 19. Mai 2015 fand die konstituierende Sitzung der Günter Heinisch-Stiftung für die Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg beim Verein der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg e.V. statt. Der 2013 verstorbene Günter Heinisch hatte den Verein als Miterben eingesetzt. Es wurde ein dreiköpfiger Stiftungsvorstand eingesetzt, der das Startkapital von 1,5 Millionen Euro verwaltet und einem Kuratorium Rechenschaft ablegen muss. Das Stiftungsvermögen sollte Ertrag bringend angelegt und in seinem Bestand erhalten werden. Die Stiftung dient folgenden gemeinnützigen Zielen: die wissenschaftliche Betreuung und Erweiterung der Sammlungen, die Förderung innovativer Forschungsansätze mit Bezug zu den Sammlungen, die Förderung des öffentlichen Erscheinungsbildes der Sammlungen und die Förderung öffentlicher Bildungsangebote mit den Sammlungen.
Die jährlichen Ausgaben für die Geowissenschaftlichen Sammlungen konnten trotz internationaler Finanzkrise konstant gehalten und in den letzten Jahren sogar schrittweise erhöht werden. Die Sammlungen verfügen damit erstmalig über ein Budget zum Ankauf von Schaustufen und zur Realisierung kleinerer wissenschaftlicher Projekte. Bisher konnten 43 Objekte und eine historische Mineralsammlung des Freiberger Mineralogen Johann Friedrich August Breithaupt (1791-1873) erworben werden. Für wissenschaftliche Zwecke wurde eine Einrichtung zur Mikrofotografie, die Konservierung und Restaurierung historischer Sammlungsetiketten und das Anfertigen von Profifotografien für Publikationen finanziert sowie die Gestaltung von Sonderausstellungen und der Druck eines Ausstellungsführers bezuschusst.
Im Jahr 2023 wurde die Satzung der Stiftung geändert, um auch Zustiftungen aufnehmen zu können. Die erste Zustiftung ist die Humboldt/Bonpland-Stiftung für biologische Wissenschaften, die seit 2024 Master- und Promotionsarbeiten auf dem Gebiet der organismischen Biologie finanziell unterstützen konnte.
Die Günter Heinisch-Stiftung ist offen für weitere Zustiftungen.
Günter Heinisch (1931 – 2013)
Günter Heinisch stammt aus Hof an der Saale und wurde dort 1931 als Sohn eines Rechtsanwaltes geboren. Er besuchte die ansässige Volksschule und danach das humanistische Gymnasium, an dem er 1949 das Abitur ablegte. Aufgrund der damals unsicheren politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse verzichtete er auf ein Studium an einer Universität und absolvierte stattdessen eine Banklehre. Nach erfolgreicher Lehrzeit bekam er eine Stelle als Bankkaufmann an einer Niederlassung der Dresdner Bank in Nürnberg. 1957 nahm er ein Angebot des berühmten Porzellanherstellers Rosenthal an, in der kaufmännischen Hauptverwaltung in Marktredwitz tätig zu werden. Dem Unternehmen blieb er bis zu seiner Pensionierung treu. Viele Jahre hatte er dort als Leiter des Finanz- und Rechnungswesens einer Tochterfirma führende Positionen inne. Günter Heinisch hatte viele Hobbys.
Den Mittelpunkt seines Lebens nahm seit 1966 die Freimaurerei ein. In diesem Jahr wurde er in die Loge „Zum Morgenstern“ aufgenommen und drei Jahre später zum „Meister der königlichen Kunst“ erhoben. In dieser Loge versah der umfassend gebildete Günter Heinisch zahlreiche Ämter, so dass er 2011 zum Ehrenmitglied ernannt wurde.
Seit seiner Jugend war das Mineralsammeln eine seiner Leidenschaften. So entstand seine Verbundenheit zur Natur, die sich in seiner Begeisterung fürs Bergsteigen und für die Fotografie äußerte. Als Mineralsammler war er von den Geowissenschaftlichen Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg sehr beeindruckt und besuchte diese mit den Hofer Mineralienfreunden mehrfach. Aber nicht nur die Minerale hatten es ihm angetan, sondern auch die Aktivitäten der Mitarbeiter wie regelmäßige Sonderausstellungen oder zahlreiche Auftritte auf Mineralmessen und Vortragsveranstaltungen. Deshalb beschloss Heinisch, die Sammlungen durch jährliche Spenden und am Ende durch eine Erbschaft dauerhaft zu unterstützen.
Am ersten August 2013 verstarb er nach langer Krankheit in einem Hofer Pflegeheim. Wir werden das Andenken an Günter Heinisch immer in Ehren halten.