Dr.-Ing. Lisa Kühnel stammt aus Zittau und kam im Oktober 2010 für ein Maschinenbaustudium an die TU Bergakademie Freiberg. Seit August 2024 ist sie als Verfahrensingenieurin bei der Gebrüder Jehmlich GmbH in Nossen tätig. Zuvor war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Maschinenelemente, Konstruktion und Fertigung der TU Bergakademie Freiberg, wo sie das simul+ Reallabor SAMSax koordinierte, zur additiven Fertigung mit nichtmetallischen Werkstoffen forschte und Lehrveranstaltungen sowie studentische Arbeiten betreute. Ihre Promotion zum Thema: „Untersuchungen zur Gutbettzerkleinerung in einer hydraulischen Stempelpresse“ schloss sie 2019 mit Auszeichnung ab. Neben ihrer wissenschaftlichen Laufbahn engagiert sich Dr.-Ing. Lisa Kühnel als Mitbegründerin des NOWA-Netzwerks für Frauen in der Wissenschaft, sowie im Vorstand des Vereins „Eltern & Förderer Kita Campuszwerge e.V.“. Sie ist seit vielen Jahren als Übungsleiterin und Trainerin im Sport aktiv und war von 2008 bis 2010 Mitglied der Bundeswehr-Sportfördergruppe Oberhof in der Disziplin Biathlon, wo sie bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2009 den dritten Platz belegte.

Image
Lisa Kühnel

Sie haben in Freiberg studiert. Was hat Sie dazu bewogen, ein Studium an der Bergakademie anzutreten?

Ich wollte schon immer Maschinenbau studieren. Dresden war mir allerdings zu groß – ich wollte in den Vorlesungen nicht auf Treppen oder Fensterbänken sitzen müssen. In Freiberg hat mich vor allem das familiäre Umfeld überzeugt: Nach der Einführungsveranstaltung konnte man sich noch ganz ungezwungen mit den Dozenten unterhalten. Auch die Stadt selbst hat mir gefallen – nicht zu groß, mit einem grünen Stadtring, der mich an meine Heimatstadt Zittau erinnert.

Welche nachhaltigen Erinnerungen verbinden Sie mit Ihrer Zeit an der TU Bergakademie Freiberg?

Meine Zeit an der TUBAF – als Studentin, Promovendin und später wissenschaftliche Mitarbeiterin – ist geprägt von vielen wertvollen Begegnungen. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die Kommilitonen, mit denen man sich stets gegenseitig unterstützt hat und aus deren Bekanntschaften bis heute enge Freundschaften entstanden sind. Ebenso schätze ich den Kontakt zu den Mitarbeitenden der Institute, die auch heute noch als kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Neben den Menschen waren es auch die Erlebnisse, die meine Studienzeit unvergesslich gemacht haben: legendäre Partys in der Neuen Mensa, im Tivoli oder in den WGs, abwechslungsreiche Sportkurse im Universitätssportzentrum und natürlich das Hochschulsportfest in Rothenburg – ein echtes Highlight! Nicht zuletzt hat das Promotionsförderprogramm „Junge Frauen an die Spitze“ einen entscheidenden Beitrag zu meinem Werdegang geleistet und mir den Weg zur Promotion deutlich erleichtert.

Wenn Sie mit Ihrem heutigen Wissen auf Ihr Studium zurückblicken: gibt es etwas das Sie anders machen oder worauf Sie achten würden?

Ehrlich gesagt, ich würde wieder Maschinenbau studieren. Warum es unbedingt Simulation als Vertiefung sein musste, kann ich rückwirkend nicht sagen und würde es persönlich auch nicht mehr forcieren.

Was möchten Sie den aktuellen Studierenden in Freiberg als Tipp mit auf den Weg geben?

Nutzt die vielfältigen Möglichkeiten zum Netzwerken, zur Weiterbildung und zum Blick über den Tellerrand – ihr werdet all das später brauchen. Und denkt daran: Auch eine Party kann eine hervorragende Netzwerkveranstaltung sein!

Was ist aus Ihrer Sicht das besonders Interessante an Ihrer jetzigen Tätigkeit?

Ich arbeite bei der Firma Gebrüder Jehmlich in Nossen im Anwendungstechnikum als Verfahrensingenieurin für die Zerkleinerung technischer Materialien. Dort betreue ich Kundenversuche und bin auch im Vertrieb tätig. Für mich ist das ein echter Glücksfall: Jede Woche führe ich etwa zwei Versuchstage mit unterschiedlichsten Materialien mit unserem vielseitigen Maschinenportfolio durch. Dabei lerne ich ständig neue Menschen kennen und sammle wertvolle Erfahrungen im Umgang mit verschiedensten Zerkleinerungsaufgaben – das bringt jede Menge Abwechslung in den Arbeitsalltag. Ein besonderes Highlight ist für mich unsere firmeneigene Kantine: Wir haben eine festangestellte Köchin, die uns täglich mit zwei frisch zubereiteten Gerichten überrascht. Wer mich kennt, weiß – das ist für mich das größte Geschenk!

Verraten Sie uns zum Schluss Ihr Lebensmotto?

„Wo ein Wille ist auch ein Weg“ – manchmal auch ein Umweg, aber Ziele sollte man haben und verfolgen!

Kurz & knackig

Mein Studium:
Erste Vorlesung: 7:30 Uhr oder 14 Uhr?: 7:30 Uhr
Lieblingsessen in der Mensa?: Nudeln mit Wurstgulasch
Freiberger Bier oder sächsischer Wein?: Freiberger Bier (aber lieber 1863)
Uni-Dresscode: Sakko oder Sweat-Shirt?: natürlich (Lauf)-Shirt

Meine Universität:
Mein „stilles Örtchen“: Stadtwald beim Jogen
Mein „Da bin ich nie gewesen Ort“: ich habe alles unsicher gemacht
Meine „Gute Seele“: mein Mann, damals Kommilitone
Mein „No-Go“: Lernen in der (alten) Bibliothek
Mein Lieblingsdozent: Prof. Matthias Kröger
Meine härteste Prüfung: mdl. Prüfung bei Prof. Kuna