46. Clemens-Winkler-Kolloquium am 21.10.2026
Unter dem Motto „100 Jahre Schrödinger-Gleichung“
Das von der Fakultät für Chemie, Physik und Biowissenschaften jährlich veranstaltete Clemens-Winkler-Kolloquium, an dem in diesem Jahr rund 150 Interessierte teilgenommen haben, hat eine lange Tradition und ist eines unser wichtigsten akademischen Veranstaltungen der Naturwissenschaften im Kalenderjahr. Das Kolloquium dient sowohl dem wissenschaftlichen Austausch auf Spitzenniveau als auch der Ehrung herausragender Leistungen. Es ist nach Clemens Winkler (1838–1904) benannt, der als ein prägender Professor und Rektor an der Bergakademie Freiberg tätig war. Seine Entdeckung des Elements Germanium im Jahr 1886 bestätigte das von Mendelejew vorhergesagte Periodensystem der Elemente und schrieb globale Chemiegeschichte. Das Kolloquium hält die Erinnerung an diese historische Verbindung von Freiberger Spitzenforschung und Weltwissenschaft lebendig.
Das Kolloquium widmet sich aber auch bei jeder Ausgabe einem spezifischen, zukunftsweisenden Jahresthema der Naturwissenschaften. In diesem Jahr stand das Kolloquium unter dem Motto „100 Jahre Schrödinger-Gleichung“ mit Beiträgen zu Quantenmaterialien und Künstlicher Intelligenz in der Materialforschung.
Vor 100 Jahren wurde die Schrödinger-Gleichung postuliert, die als zentrale Gleichung der Quantenmechanik die Basis für die Beschreibung der Materie auf mikroskopischen bzw. atomarem Niveau liefert. Sie wird heute mehr denn je in angepasster Form genutzt, um unterschiedlichste Systeme mit zunehmendem Komplexitätsgrad zu beschreiben und diese Anpassung auf spezifische Systeme dauert bis heute an. Daher war es naheliegend für das 46. Clemens-Winkler-Kolloquium in diesem Jahr zwei renommierte Wissenschaftler einzuladen, die in den letzten Jahrzehnten wesentliche Beiträge zur Entwicklung quantenmechanischer Beschreibungen geleistet haben. Sowohl Prof. Matthias Scheffler, ehemaliger Direktor der Abteilung Theorie des Fritz-Haber-Instituts der Max-Planck-Gesellschaft, als auch Prof. Thomas Heine, Direktor des Instituts für Theoretische Chemie der TU Dresden haben in überzeugender Weise dargestellt, dass diese fundamentale Beziehung aus der Quantenmechanik heute vielfältigste Anwendungen in den Materialwissenschaften, der Festkörperphysik, aber auch modernen technologischen Entwicklungen besitzt und das Ende ihrer Weiterentwicklung noch lange nicht in Sicht ist.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde auch durch den Dekan der Fakultät, Prof. Gero Frisch, der mit einer Sachprämie dotierte Ferdinand-Reich-Preis an André Straßmann für hervorragende fachliche Leistungen und hohes gesellschaftliches Engagement verliehen.