Mehr Doppelpromotionen, neue Austauschprogramme für Master- und Diplom, bessere Deutsch-Vorbereitung: Damit noch mehr Promovierende und Studierende von den Kooperationen der TUBAF mit chilenischen Universitäten profitieren können, sollen sie ausgeweitet werden. Aktuell studieren und promovieren vierzehn junge Menschen aus Chile an der Freiberger Universität im Rahmen der bestehenden Kooperationen mit der Universidad de Santiago de Chile, der Universidad Católica del Norte, der Universidad de Atacama sowie der Universidad de Concepción und der Universidad de Magallanes.

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Neben der USACH besuchte die TUBAF-Delegation in Chile auch den Deutsch-chilenischen Bund, deutsche Schulen sowie mehrere Studieninformationsmessen.
Neben der USACH besuchte die TUBAF-Delegation in Chile auch den Deutsch-chilenischen Bund, deutsche Schulen sowie mehrere Studieninformationsmessen.

Besonderes Entwicklungspotenzial sieht IUZ-Direktorin Dr. Julia Sishchuk aktuell bei der Zusammenarbeit mit der Universidad de Santiago de Chile (USACH). Seit 2016 besteht das allgemeine Kooperationsabkommen; seit 2017 können Doktorandinnen und Doktoranden gleichzeitig an der USACH und der TUBAF promovieren. „Fünf bisher abgeschlossene Doppelpromotionen und drei weitere Promotionsvorhaben zeugen vom Erfolg und künftigen Potenzial des Programms für Studierende“, so Sishchuk. Die laufenden Kooperationen stellte das Team um Sishchuk bei der ExpoEstudiante 2026 in Santiago de Chile vor.

Aber auch mehr Studierende aus Freiberg sollen an der größten staatlichen Universität Chiles mit MINT-Profil ein Auslandssemester absolvieren, Online-Kurse besuchen oder eine Doppelpromotion anstreben: „Fachlich bietet es sich an für Studierende und Promovierende, die mit Bergbau oder Metallurgie zu tun haben, um Herausforderungen der aktiven Industrie vor Ort kennenzulernen. Gleichermaßen ist Chile interessant für Studierende und Promovierende aus Mineralogie, Lagerstättenkunde, Geophysik und Chemieingenieurwesen. Abgesehen von den fachlichen Schwerpunkten: Zwischen Feuerland und Atacama-Wüste sowie Meeresküste und Hochgebirge ist Chile sehr attraktiv für Outdoor-Fans und alle, die ihre Spanisch-Kenntnisse vertiefen möchten.“

Verein der Freunde und Förderer engagiert sich für Förderkreis TUBAF – Chile

Auch für den Verein der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg (VFF) ist Chile interessant: Als eine Art Pilotprogramm öffnet sich der VFF aktuell für chilenische Alumni und erarbeitet eine Geschäfts- und Beitrittsordnung für einen Förderkreis TUBAF-Chile. Das Pilotprogramm will eine längerfristige Bindung der Alumni an die TUBAF nach der Rückkehr in ihr Heimatland, aber auch eine Vernetzung von an Chile interessierten Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Firmen erreichen – und könnte als Modell für die weitere internationale Alumni-Arbeit dienen.

Forschung gemeinsam weiterbringen

In der Forschung arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in aktuellen Kooperationsprojekten bereits an der Biolaugung von Mineralen, an Fragestellungen in Bergbau und Metallurgie oder im Bereich grüner Wasserstoff. „Deutschland und Chile könnten bei der Energiewende eine zentrale Rolle spielen, denn Chile verfolgt das längerfristige Ziel, vom Importeur fossiler Energieträger zum Energieexporteur zu werden. Chile ist zudem der größte Kupferproduzent weltweit und besitzt große Lithiumreserven“, fasst Professor Michael Schlömann, Lateinamerika-Beauftragter der Rektorin, zusammen. „An EU-Forschungsprojekten können chilenische Partner übrigens mitarbeiten: Laut aktuellen Statistiken ist Chile im Förderprogramm „Horizon Europe“ eines der am häufigsten vertretenen Länder in Lateinamerika und unter den nicht-EU-Ländern (non-associated countries) das dreizehnt-häufigste. Forschende können jederzeit Michael [dot] Schloemann [at] ioez [dot] tu-freiberg [dot] de (auf mich zukommen).“

Rund 80 Chileninnen und Chilenen studieren nach Angaben des sächsischen Wissenschaftsministeriums an allen sächsischen Hochschulen insgesamt. Im Sommer 2025 eröffnete der Freistaat Sachsen ein „Saxon Science Liaison Office“ in Santiago de Chile. Bei einem Besuch in Freiberg informierte sich die chilenische Botschafterin Magdalena Atria im November 2025 zu den Forschungsschwerpunkten der TU Bergakademie Freiberg. Gäste aus Chile erwartet an der TU Bergakademie Freiberg sogar ein eigenes Gästehaus: 2017 wurde das Chile-Haus in der Freiberger Innenstadt von Stifterin Dr. Erika Krüger an die Universität übergeben.

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