Sie erklären Kindern Wissenschaft: Kathrin Häußler von den Junior Forschern an der TU Bergakademie Freiberg und Jo Hecker, Moderator, Wissenschaftsjournalist und Sendung-mit-der-Maus-Urgestein. Doch was heißt erklären? Wenn Jo Hecker bei der Freiberger JuniorUni anhand einer Pizza Bruchrechnung und das Prinzip Pi mal Daumen verdeutlicht, wird es nicht nur lehrreich, sondern auch lecker! Am 3. Juni ist das Duo Häußler und Hecker im Wilhelm-Ostwald-Park in Grimma, bei „Experimentieren im Park“ zu Gast. Dort stellen sich unterschiedliche Bildungs- und Kultureinrichtungen aus Sachsen vor – das Ziel: Kindern Lust auf Naturwissenschaften machen. Am TUBAF-Stand können neugierige Kinder nicht nur eigene Experimente durchführen, verraten Kathrin Häußler und Jo Hecker. Die beiden versprechen eine Wissenschaftsshow für Kinder zum Zuschauen und Mitmachen.
Was erwartet die Kinder beim „Experimentieren im Park“? Gibt es wieder Pizza?
Hecker: Wenn es in Grimma ein gutes Pizzalokal gibt, werde ich auch Pizza holen. Und dann kann ich den Kindern zeigen, wie man die zerschneidet, aber noch viel wichtiger, wie man die isst.
Häußler: Aber ich denke, es wird auch feurige Experimente geben…
Hecker: Brennende Handschuhe und vielleicht auch die eine oder andere Explosion mit dem ältesten Stoff der Welt.
Mit dem ältesten Stoff…?
Hecker: Ja, wir werden Wasserstoff herstellen, der Stoff, der sich direkt nach dem Urknall gebildet hat. Mit einer Flasche Essig und einem Bleistiftspitzer kann man den ältesten Stoff der Welt herstellen; das ist total einfach und sehr eindrucksvoll.
Häußler: Bei der Junior-Uni im Hörsaal hatten wir bei diesem Experiment Bedenken, dass die Brandmelder losgehen. Aber wir sind ja jetzt im Freien, im Park.
Was ist das Besondere an der Arbeit mit Vor- und Grundschulkindern? An die richtet sich ja die Veranstaltung.
Häußler: Kinder sind von Natur aus neugierig. Die wollen vieles wissen, hinterfragen, die wollen keine fertige Lösung, sondern auch mitdenken. Und das ist, glaube ich, das Spannende, die sind noch so offen, so wie so ein trockener Schwamm quasi. Dass sie aufsaugen, was an Eindrücken und Ergebnissen kommt.
Hecker: Kinder sind unglaublich begeisterungsfähig. Sie wollen die Realität mit allen Sinnen erfassen; wollen sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken. Im Vorschul- und Grundschulalter haben Kinder auch noch einfach mal Spaß und fragen nicht, wofür das gut sein soll.
Ich frage mich, warum das in der Schule so selten passiert, dass wir Mathe mit Pizza lernen und den Urknall mit einem Bleistiftspitzer.
Hecker: Das ist eine gute Frage. Die Lehrkräfte haben so viel zu tun, auch mit Dingen, die mit dem unmittelbaren Unterrichten nichts zu tun haben, so dass so etwas oft auf der Strecke bleibt. Viele Experimente mit den Schülerinnen und Schülern durchzuführen, ist natürlich auch ein bisschen schwieriger umzusetzen, als normaler Unterricht.
Häußler: Aber wenn eine Lehrerin oder ein Lehrer für die Sache brennt, fällt es leichter, Experimente und interaktive Elemente in den Unterricht einzubauen.
Hecker: Es sind beim „Experimentieren im Park“ ja vielleicht auch Erwachsene dabei, Erzieherinnen und Erzieher, die sich inspirieren lassen.
Also es ist auch eine Veranstaltung für Erwachsene?
Häußler: Ja, definitiv. Da werden ja wirklich Schulklassen, Kindergartengruppen in den Park eingeladen für zwei Tage. Also wir sind selbst gespannt, was passiert.
Hecker: Und Familien werden auch dabei sein, gerade am Nachmittag. Das ist immer ein sehr schönes Publikum. Wenn die Menschen neugierig sind, dann ist das Alter egal.
Das „Experimentieren im Park“ wurde von Gerda und Klaus Tschira initiiert und findet seit 2017 wiederkehrend im Wilhelm-Ostwald-Park in Grimma statt. Die Gerda und Klaus Tschira Stiftung will damit die Freude an Naturwissenschaften bei Kindern im Vor- und Grundschulalter wecken. In diesem Jahr findet die Veranstaltung am 2. und 3. Juni 2026 jeweils von 9 bis 17 Uhr statt.
Bereits am 2. Juni präsentiert sich die TU Bergakademie Freiberg mit einem Geologie-Angebot. Kinder lernen die Welt der Gesteine kennen und können ihre eigenen Sandbilder kreieren. Jo Hecker und die JuniorUni sind dann am 3. Juni vor Ort.
Infos über alle Angebote auf den Seiten der Veranstalter.