Urban Mining - Verbundvorhaben INNOCycle - Innovative Nutzung anthropogener Lager: Ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft durch Halden-Biolaugung und Feststoffagglomeration-TP:
Technologieentwicklung Biolaugung von Schlacken und Monitoring der Halden-Biolaugung
Laufzeit: 11/2025-10/2028
Bearbeiterin: Mareike Fritze, M.Sc.
+49 3731 39-2103
mareike-thea [dot] fritze [at] bio [dot] tu-freiberg [dot] de
In Deutschland lagern mehrere Milliarden Tonnen mineralischer Industrieabfälle mit bislang ungenutztem Rohstoffpotenzial. Rückstände aus Bergbau, Hüttenwesen und Bauwirtschaft wie Schlacken, Aschen und Baustoffabfälle enthalten wertvolle Metalle, die bisher nur unzureichend zurückgewonnen werden. Während diese Sekundärressourcen in der Vergangenheit nicht effizient genutzt werden konnten, ermöglichen neue Technologien zunehmend eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft im Sinne des Urban Mining. Insbesondere biohydrometallurgische Verfahren wie die Biolaugung zur Metallgewinnung aus Roh- und Reststoffen mithilfe von Mikroorganismen haben aufgrund ihrer Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit an Bedeutung gewonnen.
Ziel des Projekts ist die Optimierung der Biolaugung zur Gewinnung bislang ungenutzter Wertmetalle aus zwei industriellen Reststoffen: nickelhaltigen Siebrückständen der Stein- und Erdenindustrie sowie zinnhaltigen Schlacken aus der Hüttenindustrie. Nickel und Zinn besitzen eine hohe wirtschaftliche Relevanz, insbesondere als Legierungsbestandteile. Für die beteiligten Unternehmen stehen sowohl die Rückführung der Materialien in den Wirtschaftskreislauf als auch die umweltgerechte Entfrachtung der Reststoffe im Fokus.
Das Konsortium strebt eine kostengünstige biohydrometallurgische Metallgewinnung aus feinkörnigen Reststoffen an, basierend auf einer innovativen Kombination aus Haldenbiolaugung und Feststoffagglomeration. Zunächst werden Laborversuche in Schüttelkolben, Rührreaktoren und Perkolationssäulen zur Optimierung relevanter Prozessparameter durchgeführt. Anschließend erfolgt die Übertragung des Verfahrens in Pilotversuche zur Haldenbiolaugung. Zur Validierung werden die Ergebnisse mit der konventionellen Tankbiolaugung auf dem Technologiereifegrad TRL 6 verglichen.