LiCuPlus: Nachhaltige industrielle Ansätze zur Gewinnung von Lithium und Kupfer aus komplexen, Kupferarmerzen und lithiumhaltigen Solen sowie zur Rückgewinnung von Nebenmetallen
Laufzeit: 06/2026-05/2030
Bearbeiter: João Vicente Pedro Diogo, M.Sc.
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Das Projekt LiCuPlus ist eine Partnerschaft zwischen der EU und Chile zur nachhaltigen Gewinnung, Aufbereitung und Raffination kritischer Rohstoffe aus komplexen, geringhaltigen Kupfererzen und lithiumhaltigen Solen. Das Konsortium umfasst 19 Partner aus Belgien, Chile, Griechenland und Deutschland. Die Koordination übernimmt die TU Bergakademie Freiberg (Institut für Nichteisen-Metallurgie und Reinststoffe sowie des Instituts für Biowissenschaften).
Kupfer und Lithium sind kritische und strategische Rohstoffe für den Übergang von auf fossilen Brennstoffen basierenden Energiesystemen zu kohlenstoffarmen Technologien. Die Nachfrage nach beiden Rohstoffen steigt stetig, da die Energieversorgung zunehmend auf erneuerbarer Elektrizität, Elektrifizierung und Energiespeicherung beruht. Gleichzeitig erschwert die zunehmende Notwendigkeit, geringer konzentrierte und chemisch komplexere lithiumhaltige Solen zu verarbeiten, die Rückgewinnung von Lithium. Im Kupferbergbau führt die Erschöpfung höhergradiger und leicht zugänglicher Lagerstätten dazu, dass zunehmend komplexere und geringhaltigere Kupfererze verarbeitet werden. Diese enthalten häufig erhöhte Konzentrationen von Verunreinigungen, beispielsweise Arsen und Antimon, wodurch der Energieverbrauch, das Abfallaufkommen und die CO₂-Emissionen innerhalb des Kupferkreislaufs steigen können.
Zur Entwicklung kosteneffizienter und umweltverträglicher Alternativen für die Kupferrückgewinnung und das Arsenmanagement wird die Arbeitsgruppe Mikrobiologie und Biohydrometallurgie der TU Bergakademie Freiberg ein redox- und temperaturkontrolliertes Biolaugungsverfahren entwickeln. Dabei sollen acidophile Mikroorganismen eingesetzt werden, um bei möglichst geringem Chemikalien- und Energieverbrauch die Kupferausbeute zu maximieren und zugleich die Entfernung von Arsen in Form stabiler Arsenverbindungen zu fördern.
Mithilfe eines integrierten Ansatzes, der auf Nachhaltigkeit, technologischer Machbarkeit, Übertragbarkeit, der Einbindung relevanter Interessengruppen und Kreislaufwirtschaft basiert, verfolgt LiCuPlus das Ziel, bis 2029 technologische Lösungen entlang der gesamten Kupfer- und Lithium-Wertschöpfungskette zu demonstrieren.