Antonia Helf promoviert am Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC). Im März war sie auf Einladung der TUBAF-Partneruni Dartmouth College über das Programm „NextGen Cohort“ bei der renommierten „CERAWeek“ in Houston, Texas.

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Doktorandin Antonia Helf bei der CeraWeek in Huston.
Doktorandin Antonia Helf bei der CeraWeek in Huston.

Die CERAweek ist keine klassische wissenschaftliche Konferenz. Warum waren Sie dort und was haben Sie dort gemacht?

Die CERAWeek ist die weltweit größte Energiekonferenz und das jährliche Who-is-who der amerikanischen Öl- und Gasindustrie. Über das NextGen-Programm treffen Masteranden und Doktoranden aus aller Welt dort auf Innovatoren aber auch etablierte Größen der Energieindustrie– und das in der US-Energiestadt Houston. Es gibt einen politischen und einen praktisch-technologischen Teil mit Panel-Diskussionen, Vorträgen von Start-ups und Interviews mit Persönlichkeiten der amerikanischen Öl- und Gasindustrie. Dieses sehr umfangreiche Programm bot jede Menge Input dazu, was sich in der US-Industrie aktuell tut. 

Neben dem eigentlichen Programm gab es auch immer die Möglichkeit mit anderen Teilnehmenden ins Gespräch zu kommen, einfach bei einem Kaffee oder auch bei organsierten Meet-ups, beispielsweise mit dem „Women in Energy“-Programm. Auch wenn mich die vielen Vorträge und Gespräche auf den ersten Blick nicht direkt fachlich für meine Promotion weitergebracht haben, war es unglaublich spannend den internationalen Kontext zu sehen, in dem ich mit meiner Forschung unterwegs bin.

Was ist denn für Sie das Spannende an Ihrem Forschungsthema?

Wir beschäftigen uns mit dem sogenannten Chemischen Recycling. Dabei wollen wir aus verschiedenen Abfällen, die sonst verbrannt werden, Chemierohstoffe herstellen. Ich untersuche, wie erneuerbare Energien in diese Prozesse integriert werden können, um sie effizienter und klimafreundlicher zu machen. Die Prozesskette bewerten wir dann aus technologischer, ökonomischer und ökologischer Hinsicht. Besonders spannend sind dabei aktuell einerseits die Rahmenbedingungen – denn ohne fossile Einsatzstoffe fehlt eine skalierbare Rohstoffquelle – und anderseits die Bottlenecks (also die Schwachstellen) der Technologie selbst, die angegangen werden müssen. Beide Fragestellungen können Antworten auf strategische Fragen der Energieversorgung bieten!

Und was bleibt von der CERAWeek? Was haben Sie aus den USA mitgenommen?

Besonders spannend waren für mich drei Dinge: 

  • Die Diskussionen im Energiesektor ähneln denen in Deutschland, auch wenn das Thema Klimawandel weder politisch noch traditionell in der Öl- und Gasindustrie hoch im Kurs steht. Es wird diskutiert, wie Innovation finanziert werden kann und dass regulatorische Sicherheit dafür extrem wichtig ist.
  • Atomkraft, insbesondere in Form von sogenannten Small Modular Reactors, ist international gesehen ein großes Thema und Fusionskraftwerke sind nicht mehr ganz so ferne Zukunft.
  • Für die Energieindustrie ist KI eine riesige Herausforderung, da große Mengen zusätzlicher Energie schnell benötigt werden; andererseits ist es aber auch eine riesige Chance, da KI viele Abläufe optimieren kann.

Für mich persönlich nehme ich mit: Es gibt auf der ganzen Welt junge Menschen wie uns hier an der TUBAF, die Lust haben, die Zukunft zu gestalten und die die Vision und die Motivation mitbringen, um was zu reißen!

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Eine Wissenschaftlerin an einer technischen Anlage

Energie und Energiesysteme studieren an der TUBAF

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Studium