Drei Professuren an den Fakultäten für Mathematik und Informatik, für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau sowie für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik werden ab April neu besetzt: Professor Sven Groppe wird zum Professor für Künstliche Intelligenz berufen und folgt Professor Heinrich Jasper, Juniorprofessor Markus Uhlig folgt auf Professor Wolfram Kudla mit der Juniorprofessur für Spezialtiefbau „Bauingenieurwesen“ und Professor Christian Kupsch ist nach erfolgreicher Tenure-Track-Evaluierung Inhaber der Professur für Mess-, Sensor- und Eingebettete Systeme.

Demnächst werden zwei Projekte am Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz an der TU Bergakademie Freiberg starten: Im von der DFG geförderten Projekt „Anwendung großer Sprachmodelle beim Archivieren von File-Systemen“ wird Professor Groppe und sein Team die Anwendung von auf großen Sprachmodellen basierter agentischer KI bei der Archivierung von File-Systemen erforschen. 

Im vom BMFTR geförderten internationalen Projekt „Entwicklung von Quanten Graph Neuronalen Netzwerken für relationales Deep Learning“ (qRel) entwickeln die Forschenden Techniken des Quantum Relational Deep Learning, um mit Hilfe des Quantencomputings Daten aus den kommerziell weit verbreiteten relationalen Datenbanken für Produktempfehlungen und Kundenverhaltensmodellierung sowie zur Anomalie-Detektion und Steigerung der Datenqualität einzusetzen. 

Internationalisierung denkt der neue Professor dabei stets mit: „Bestehende internationale Kooperationen mit mittlerweile über 200 Ko-Autoren von wissenschaftlichen Publikationen aus 30 Ländern weltweit möchte ich fortsetzen und neue innerhalb der Universität und aus der Region hinzugewinnen.“

KI und Quantencomputing für die Fachkräfte von morgen

In der Lehre hat sich der neue Professor vorgenommen, besonders hochaktuelle Themen in die Lehrveranstaltungen der TU Bergakademie Freiberg zu integrieren: „Neben der agentischen KI und dem Quantencomputing sind das die Technologien der künstlichen Intelligenz inklusive die des maschinellen Lernens sowie Big Data und Datenmanagement auf neueren Plattformen im Web, im mobilen Bereich sowie des Internet-der-Dinge. In den Lehrveranstaltungen strebe ich einen interaktiven Diskurs an, der neben der Vermittlung von reinem Wissen auch die aktive Auseinandersetzung und kritische Reflexion der Studierenden mit den Inhalten und so auch Kompetenzen unabhängig von den präsentierten Themen fördert.“

Ob Straßen-, Bahn- oder Tagebau - keine Bauwerke ohne Spezialtiefbau

Markus Uhlig übernimmt am Institut für Bergbau und Spezialtiefbau die Juniorprofessur für Spezialtiefbau „Bauingenieurwesen“. Er promovierte an der TU Dresden im Bereich Geotechnik und leitete dort das bodenmechanische Labor. Mit dem Antritt der Juniorprofessur hat der Bauingenieur die Themen rund um den Tagebaubetrieb beziehungsweise dessen Nachnutzung im Fokus. 

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Juniorprofessor Markus Uhlig
Juniorprofessor Markus Uhlig

„Ein Fokus liegt dabei auf der Messung der Wärmeleitfähigkeit in Lockergesteinen mit Korngrößen aller Art. Dieses Thema ist gerade hochaktuell, da es sowohl für die oberflächennahe Geothermie aber noch viel stärker bei der Verlegung von Erdkabeln (Stromtrassen) von enormer Bedeutung ist. Darüber hinaus bestimme ich Kennwerte für Analysen der Böschungsstandsicherheit rund um Tagebaue für die Auswertung von Feldversuchen aber auch Simulationen zur Prognose. Auch dieses Thema ist in Deutschland im nächsten Jahrzehnt, vermutlich aber noch weit darüber hinaus, aufgrund der Schließung vieler Braunkohltagebaue und der damit verbundenen Flutung interessant.“

Die Lehre möchte der neue Juniorprofessor vielfältig verstärken: „Neben der Geotechnik, zu der auch der Spezialtiefbau zählt, werde ich viele andere Fachgebiete wie den Verkehrswegebau oder den Dammbau (in dem auch Wasserbau versteckt ist) lehren. Damit können sich die Freiberger Studierenden auf ein breites Spektrum im Spezialtiefbau freuen.“ Vielfältig möchte er aber auch die Wissensvermittlung gestalten: „Lernen passiert nicht nur in der Vorlesung oder aus Büchern, sondern auch digital am eigenen Rechner (Videos und Recherchen) sowie über kleine Experimente. Dazu zählt auch die Nutzung von Ingenieur-Software und KI als Werkzeug.“

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