Anna Cavazzini, Mitglied des Europäischen Parlaments und Vorsitzende des Ausschusses für Binnenmarkt und Verbraucherschutz, informierte sich am 19. August 2026 über die Lehr- und Forschungsschwerpunkte der TU Bergakademie Freiberg und betonte deren zukunftsgerichteten Themen wie nachhaltige Rohstoffgewinnung, Materialverarbeitung und Kreislaufwirtschaft. Zugleich würdigt sie die einzigartigen Studienbedingungen an der TU Bergakademie Freiberg.
Anlass des Treffens zwischen der EU-Parlamentarierin Anna Cavazzini einerseits und der Rektorin Professorin Jutta Emes, der Prorektorin Professorin Karina Sopp und dem Dekan der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Professor Michael Höck war unter anderem ein fachlicher Austausch zum Gründerinnenprogramm FOUNDress. Dieses Gründerinnenprogramm wird bereits seit dem Jahr 2019 an der TU Bergakademie Freiberg angeboten und begleitet Studentinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen bei der Realisierung ihrer Geschäftsideen.
Deswegen standen neben den Hemmnissen bei Ausgründungen durch Frauen – insbesondere im DeepTech und GreenTech-Bereich – vor allem die positiven Wirkungen von strukturierten Gründerinnenprogrammen auf der Agenda. Die TU Bergakademie Freiberg hat in den vergangenen Jahren mehrere, sehr erfolgreiche Ausgründungen hervorgebracht. Beispiele für erfolgreiche Ausgründungen, die von ehemaligen FOUNDress-Teilnehmerinnen auf den Weg gebracht wurden und nach wie vor geleitet werden, sind die Unternehmen MiViA und CYNiO.
Weitere Themen beim Besuch von Anna Cavazzini betrafen die Startup- und Scaleup-Strategie der EU – insbesondere bezogen auf die Ausgestaltung der geplanten europäischen Rechtsform EU Inc. – sowie die Bereitstellung von nachhaltigkeitsbezogenen Anforderungen an Produkte oder Unternehmen über eine einheitliche, digitale Plattform. Mit einer einheitlichen Plattform zum Austausch von ESG-Daten lassen sich Berichtserfordernisse, die aus verschiedenen Rechtsvorschriften hervorgehen, bündeln und in einer strukturierten, maschinenlesbaren Form für unterschiedliche Stakeholder bereitstellen. Dies soll zu einer Erleichterung für Datenlieferanten (insbesondere aus dem Mittelstand) und Datenempfänger führen. Betroffene Vorschriften sind zum Beispiel die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, das EU-Lieferkettengesetz, die EU-Chemikalienverordnung oder die EU-Verpackungsverordnung. Die Professur für Entrepreneurship und betriebswirtschaftliche Steuerlehre der Fakultät 6 wirkt sowohl bei der Entwicklung von Plattformlösungen zum Austausch von ESG-Daten mit als auch bei der Weiterentwicklung der Regulatorik hierzu und zur Startup- und Scaleup-Strategie.