17 MINT-Doktorandinnen von Partneruniversitäten aus Subsahara-Afrika des Programms YEMAYA haben in den vergangenen drei Jahren einen Forschungsaufenthalt an der TU Bergakademie Freiberg absolviert. Drei der Teilnehmerinnen berichten davon, wie sie die neuen Kompetenzen als Trainerinnen für nachhaltige Forschung und Lehre an ihren Heimatuniversitäten nutzen.

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Pearl Echenzona
Pearl Echenzona

„Die sechs Monate in Freiberg waren prägend und haben mich verändert! Ich gehöre nun zu den wenigen Wissenschaftlerinnen aus Nigeria in meinem Fachgebiet, die Erfahrungen mit moderner Forschungsinfrastruktur sammeln konnten“, erzählt Pearl Elochukwu Echezona in einem Online-Interview nach ihrer Rückkehr an die University of Nigeria Nsukka. Im Rahmen des TUBAF-Programms entwickelte sie im Sommer 2025 neue Ansätze zur Überwachung und Sanierung ölverschmutzer Gebiete in ihrer Region. 

„Ich habe gelernt, wie man moderne Analysegeräte bedient, und war aktiv an Feldversuchen wie Tracer- oder Pumpversuchen beteiligt, die von der Professur für Hydrogeologie und Hydrochemie organisiert wurden. Außerdem habe ich neue Software und Modellierungswerkzeuge für die Hydrogeologie und Hydrochemie kennengelernt. Auch wenn diese Werkzeuge an meiner Heimatuniversität nicht zur Verfügung stehen, ist es ein großer Vorteil, bereits damit gearbeitet zu haben.“ Denn in der Lehre kann Pearl Elochukwu Echezona dieses Wissen nun an ihre Studierenden weitergeben und ihnen so einen Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt verschaffen. „Ich empfehle allen Doktorandinnen aus den Zielländern, sich für einen Platz in diesem einzigartigen Programm zu bewerben!“

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Vivian Isabella Seshie (mitte) mit anderen Stipendiatinnen der Kohorte 2026.
Vivian Isabella Seshie (mitte) mit anderen Stipendiatinnen der Kohorte 2026.

Wachsen in Forschung und Mindset

Eine weitere positive Nachwirkung des TUBAF-Aufenthalts betont Vivian Isabella Seshie, PhD: „Mich hat der Erfindergeist und das Training in Sachen Unternehmensgründung an der TUBAF begeistert. Nun gebe ich an der University of Mines and Technology Tarkwa selbst Kurse in Entrepreneurship für Studierende. Ich erkläre, wie sie ihre Forschungsarbeiten weiterentwickeln können und welche Fragen sie dafür an ihre Projekte stellen müssen.“ Ohne den Aufenthalt im YEMAYA-Programm hätte sie diese Einblicke nicht bekommen: „Ich bin nicht nur im Hinblick auf die Weiterentwicklung meiner Forschung gewachsen, sondern auch im Mindset! Es geht nicht nur um die moderne Forschungsinfrastruktur. Ich wollte verstehen, wie Forschende damit umgehen und was sie daraus machen.“ 

Proben ihres Forschungsprojekts mit Bergbauabfällen von Goldminen hatte Vivian Seshie dafür mit nach Freiberg gebracht. „Dank der Analyse wissen wir nun, dass die darin enthaltenen Schwermetalle so stark gebunden sind, dass sie nur bei extrem niedrigen pH-Werten ausgelöst werden können. Die Rückstände eignen sich also entgegen unserer ursprünglichen Vermutung als völlig ungefährliches lokales Baumaterial.“ Diesen Ansatz wolle sie nun weiter untersuchen. „Dank meines neuen Selbstbewusstseins konnte ich mich nun sogar in ein Pilotprogramm zu Entrepreneurship einbringen – für mich ein weiterer toller Erfolg des YEMAYA-Programms!“

In einem Train-the-Trainer-Ansatz vermittelt das im Erasmus-Mobilitätsprogramm geförderte YEMAYA-Projekt insbesondere Techniken für Biodiversitätsmanagement, sowie Wasser- und Bodenüberwachung und -reinigung. Da alle teilnehmenden Universitäten in Bergbauländern angesiedelt sind, ist der Ausbau der Kompetenzen ihrer Forschenden im Bereich der nachhaltigen Gewinnung mineralischer Rohstoffe ein zentrales Ziel. Die Forschungsinfrastruktur an der TUBAF ermöglicht den Teilnehmerinnen vertiefte Einblicke in aktuelle Technologien und Methoden.

Außerdem nehmen alle Teilnehmerinnen an der Graduierten- und Forschungsakademie (GraFa) an Trainings in Projektmanagement, Führungskompetenzen oder Entrepreneurship teil. Dieser Ansatz soll sie nicht nur als Forscherinnen, sondern auch als wirksame Führungspersönlichkeiten in ihren Institutionen und Communities stärken. Neben der TU Bergakademie Freiberg sind die Hochschulen University of Nigeria, Nsukka (UNN), Machakos University, Kenia (MU), Taita Taveta University, Kenia (TTU), University of Mines and Technology, Ghana (UMaT); und die University of Environment and Sustainable Development, Ghana (UESD) beteiligt. 

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