Im März begrüßt die TU Bergakademie Freiberg zwei neue Honorarprofessoren aus Forschung und Industrie. Der Partikeltechnologie-Spezialist Dr. Karsten Keller und HIF-Wissenschaftler Dr. Richard Gloaguen ergänzen die Lehre im Bereich des Innovationsmanagements in der Partikeltechnologie sowie der angewandten Spektroskopie und Datenanalyse für Materialien im Untergrund oder auf dem Förderband.
Von kleinen Partikeln zu großen Innovationen
Professor Karsten Keller ist neuer Honorarprofessor an der Fakultät für Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik. Grundlegende Lehrinhalte der Mechanischen Verfahrenstechnik möchte der Partikeltechnologie-Spezialist mit neuen Ansätzen für Produkt- und Prozessentwicklung verknüpfen. Studierende an der TU Bergakademie Freiberg profitieren in realen, gruppenbasierten und industrienahen Szenarien von seinem Fachwissen und seiner internationalen Erfahrung in führenden Positionen der Pharmaindustrie. Aktuell ist der promovierte Chemie- und Verfahrensingenieur freier Consultant bei dem börsennotierten biopharmazeutischen Unternehmen Arrowhead Pharmaceuticals.
Mit KI-gestützter Spektroskopie Materialströme lenken
Neuer Honorarprofessor am Institut für Angewandte Physik ist Dr. Richard Gloaguen, international anerkannter Experten für Rohstofftechnologien. Der Leiter der Abteilung Exploration am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie (HIF) wird ab dem Sommersemester 2026 die Forschungskooperation zwischen TUBAF und HIF sowie das Lehrangebot der Fakultät für Chemie, Physik und Biowissenschaften im Bereich Angewandte Spektroskopie und Datenanalyse als Honorarprofessor verstärken.
Die Arbeiten von Dr. Richard Gloaguen an der Schnittstelle von Spektroskopie, nachhaltiger Rohstoffgewinnung und maschinengestützter Datenanalyse berühren hochaktuelle Fragestellungen von großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz. Seine Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung von Sensortechnologien und Methoden des maschinellen Lernens zur Charakterisierung von Materialströmen. Dies ist entscheidend für die Entwicklung von Recyclingprozessen auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft sowie für die verantwortungsvolle Erkundung und Gewinnung von Rohstoffen.
Zukunftsweisende Technologien an Studierende weitergeben
Professor Gero Frisch, Dekan der Fakultät für Chemie, Physik und Biowissenschaften, erklärt: „Mit Dr. Richard Gloaguen gewinnen wir einen international führenden Wissenschaftler, der unsere Kompetenzen in Rohstofftechnologien hervorragend ergänzt. Durch seine Berufung wird die erfolgreiche Kooperation zwischen TUBAF und HIF auf diesem wichtigen Gebiet gefestigt und ausgebaut.“
Als Honorarprofessor macht er es sich nun verstärkt zur Aufgabe, sein Wissen über diese zukunftsweisenden Technologien an Studierende weiterzugeben. „Sein Modul ‚Sensors, Machine Learning and Computer Vision‘ ist eine wesentliche Bereicherung für unseren Lehrkatalog und bietet unseren Studierenden wertvolle Einblicke in zukunftsweisende Technologien", so Professor Gero Frisch. Die neue Honorarprofessur ist auch in die Lehre des internationalen Masterprogramms SINReM (Sustainable and Innovative Natural Resource Management) eingebunden und fördert so den wissenschaftlichen Nachwuchs für Forschung und Industrie. Zusammen mit dem Institut für Angewandte Physik betreibt die Abteilung von Dr. Gloaguen bereits seit mehreren Jahren Labore im Bereich optische Charakterisierung und Spektroskopie. Das Luna-Labor ist eine in Sachsen einzigartige Einrichtung für die Lumineszenzdatierung. Im weltweit einmaligen HeliosLab können komplexe Materialströme mit Hilfe von Hyperspektralsensoren, Robotik, Maschinellem Lernen und Elementanalytik charakterisiert werden.