Medieval Space and Population

Berlin entstand aus den beiden mittelalterlichen Siedlungen Berlin und Cölln, die Ende des 12. Jahrhunderts an der Spree gegründet wurden. Archäologische Ausgrabungen auf dem Petriplatz, dem ältesten bekannten Friedhof dieser Siedlungen, brachten mehr als 3.700 Bestattungen aus der Frühzeit der Stadt zutage.

Im Rahmen des internationalen Forschungsprojekts „Medieval Space and Population“ untersuchten wir die Mobilität der Bevölkerung während der Entstehungsphase Berlins. Durch die Analyse von Strontium- (Sr) und Sauerstoffisotopen (O), die im Zahnschmelz einiger der ältesten auf dem Petriplatz bestatteten Individuen (Abbildung 1) sowie zeitgleicher Haustiere erhalten sind, identifizierten wir Zugewanderte unter den frühesten Bewohnerinnen und Bewohnern Berlins und rekonstruierten ihre wahrscheinlichen Herkunftsregionen. Dadurch gewannen wir neue Einblicke in die Bevölkerungsdynamik während der Gründungsphase der Stadt (Abbildung 2).

Um die möglichen Herkunftsgebiete dieser Zugewanderten zu bestimmen, entnahmen wir Fluss- und Grundwasserproben aus dem weiteren Berliner Umland und erstellten eine Karte der räumlichen Verteilung der Strontium-Isotopenzusammensetzung für weite Teile des nordöstlichen Mitteleuropas, die sich vom Egergraben bis zur Ostsee sowie von Westpolen bis Nordwestdeutschland erstreckt. Die Kombination dieser Daten mit den im Zahnschmelz erhaltenen Isotopensignaturen ermöglichte es uns, Migrationsmuster zu rekonstruieren und die vielfältigen Herkunftsregionen der Bevölkerung des mittelalterlichen Berlins aufzuzeigen (Abbildung 3).

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