Robert Kunz und Lennart Schierling, beide Doktoranden am MSE Lab, besuchten im Februar 2026 das Future Computing Laboratory an der ETH Zürich. In einem Head-out-Artikel verraten sie, wie sie bei der Winter School wertvolle Inspiration für ihre eigene Forschung fanden:
Als Doktoranden am MSE Lab arbeiten wir an der Entwicklung intelligenter Sensorsysteme. Ein wichtiger Aspekt dieser Systeme ist die Verarbeitung von Messdaten zu semantischen Informationen in der Nähe des Sensors – bei minimalem Energieverbrauch. Eine mögliche Lösung für diese Aufgabe ist die Entwicklung von Prozessoren, die für diese Anwendungen optimiert sind.
An der Winter School des Future Computing Laboratory, die vom 9. bis 12. Februar 2026 in Zürich stattfand, hatten wir die Gelegenheit, verschiedene Ansätze zur Integration anwendungsspezifischer Recheneinheiten in bestehende Prozessordesigns kennenzulernen. Die Woche begann mit einer Einführung in die Herstellung kundenspezifischer integrierter Schaltkreise (Chips). In der Regel ist diese für die Massenproduktion gedacht, was mit sehr hohen Anfangskosten verbunden ist und den Zugang für Einzelpersonen oder Bildungseinrichtungen erschwert. Die Tiny-Tapeout-Initiative zielt darauf ab, diese Einstiegshürden drastisch zu senken. Durch die Entwicklung leicht zugänglicher Entwicklungswerkzeuge und eine Art organisierter Sammelbestellung können beispielsweise Studierende kleine Designs kostengünstig herstellen lassen. Fünf Keynotes von führenden Forschern zu Themen wie „End-to-End-Open-Source-Design“, „3D-Human-Foundation-Modelle“ und „Herausforderungen bei der Hardware-Implementierung für Post-Quanten-Kryptografie“ bildeten den übergeordneten Rahmen für den Rest der Woche.
Es folgten drei Tage intensiver Workshops, begleitet von einführenden Fachvorträgen, in denen wir selbst verschiedene Implementierungen von Hardware-Beschleunigern erstellten und diese anhand von Simulationen verglichen. Abgerundet wurde unser Aufenthalt durch Einblicke in die Struktur und Arbeitsweise der ETH Zürich, persönliche Gespräche mit aktuellen Forschungspartnern und ein ausgezeichnetes Käsefondue.
Link zum Blogbeitrag: https://blogs.hrz.tu-freiberg.de/headout/en/inspiration-and-cheese-fondue/
Robert Kunz: Die Teilnahme an der Winter School hat mich nachhaltig beeindruckt. Der Workshop ermöglichte es mir, mich schnell und intensiv mit einer Lösungsstrategie für ein zentrales Problem meiner Doktorarbeit vertraut zu machen. Der direkte Kontakt zu den Workshop-Leitern bot mir zudem die Gelegenheit, meine eigenen bisherigen Ansätze in persönlichen Gesprächen zu erörtern und sie mit den vorgestellten zu vergleichen. Die Einblicke in die Arbeitsweise des Integrated Systems Laboratory und die Vertiefung der Kontakte zu Forschungspartnern lieferten mir Inspiration und Motivation für meine eigenen Forschungsprojekte.
Lennart Schierling: Durch die Teilnahme an der Winter School konnte ich tiefere Einblicke in den Bereich des digitalen Schaltungsdesigns, die im akademischen Kontext verwendeten Entwicklungswerkzeuge und die Arbeitsmethoden der wichtigsten Akteure in diesem Bereich gewinnen. Das erworbene Wissen ermöglicht es mir, bestehende technische Lösungen im Bereich meiner Doktorarbeit besser einzuordnen, und inspiriert mich dazu, meine eigene Forschung in neue Richtungen zu entwickeln.