Hinter jedem Forschungsprojekt, jeder Lehrveranstaltung, jedem Laborergebnis und jedem Verwaltungsprozess stehen Menschen mit Ideen, Erfahrungen und Überzeugungen. Diese Ausstellung macht einige dieser Menschen sichtbar: Frauen der TU Bergakademie Freiberg, die mit ihrer Arbeit, ihrem Wissen und ihrem Engagement unsere Universität und Gesellschaft mitgestalten.
Die Kurzprofile geben persönliche Einblicke in vielfältige Berufswege, wissenschaftliche Themen, Motivation und Haltung. Sie zeigen die Vielfalt der Frauen an der TUBAF unabhängig von Fachbereich, Aufgabenfeld oder Karrierestufe.
Die Profile sind Teil der Arbeit von NOWA, dem Netzwerk für und von Wissenschaftlerinnen und Wissenschafts-managerinnen an der TU Bergakademie Freiberg. NOWA engagiert sich für die Vernetzung, Sichtbarkeit und gegenseitige Unterstützung von Frauen an der TUBAF und setzt sich für Chancengleichheit sowie die Förderung vielfältiger Perspektiven in Wissenschaft und Arbeitswelt ein. Vernetz dich mit uns!
Dr. Ines Aubel
„Ich forsche an der Verwertung von Biomasse, um daraus nützliche Stoffe wie Ethanol oder natürliche Duftstoffe herzustellen. Stoffe, die zeigen, dass Chemie auch ohne fossile Rohstoffe funktioniert. Gleichzeitig entwickle ich neue Wege, wie Studierende forschen und lernen: zum Beispiel durch praktische Experimente, die man aus der Ferne steuert, oder durch Prüfungen, die das Anwenden fördern statt das Auswendiglernen. Was mich antreibt: Studierende nicht nur auszubilden, sondern auch für echte Zukunftsfragen zu begeistern. Die Wirkung ist doppelt – nachhaltigere Rohstoffe heute und Fachkräfte, die morgen mit Überzeugung im Bereich arbeiten.“
Julia Bachmann
„Ich betreue und unterstütze Projekte im Bereich der digitalen Lehre, damit die TUBAF auch künftig ein attraktives und modernes Angebot für nationale und internationale Studierende bieten kann. Durch meine fachliche Mitarbeit unterstütze ich die erfolgreiche Umsetzung und Weiter-entwicklung von Projekten z.B. zur Steigerung des Studienerfolgs. Außerdem entlaste ich meine Kolleg:innen in ihrer Arbeit, indem ich organisatorische und administrative Aufgaben übernehme, wie z.B. die Finanzverwaltung und das Berichtswesen der Projekte. So trage ich dazu bei, die Attraktivität des Studienstandorts Freiberg langfristig zu sichern und weiter auszubauen. “
Dr. Constance Bornkampf
„Nach Studium und Promotion im Fach Geoökologie an der TU Bergakademie Freiberg habe ich 2013 den Weg von der Wissenschaft in die Öffentlichkeitsarbeit gefunden. Jetzt betreue ich das Alumni-Netzwerk aus Absolvent:innen, Mitarbeitenden, Studierenden sowie Partner:innen und Freund:innen der Universität. Ich halte Kontakte lebendig, knüpfe neue Verbindungen und informiere über das aktuelle Uni-Leben. So schaffe ich ein Netzwerk mit nachhaltigen Beziehungen, das den fachlichen sowie persönlichen Austausch fördert und Kooperationen stärkt. Dadurch erhöhen sich die Studienqualität und die Sichtbarkeit der Universität.“
Ellen Ebert
„Die spannendsten Bauprojekte beginnen nicht über der Erde, sondern im Untergrund. Dieser Gedanke hat mich 2020 zum Studium der Geotechnik an die TUBAF geführt. Seit April 2026 forsche ich am Institut für Bodenmechanik und Grundbau. Das Mitwirken an realen industriellen Projekten ist für mich besonders spannend, wie die Überwachung und Bewertung von Deponien oder Bodenuntersuchungen auf ehemaligen Lausitzer Tagebauflächen, um deren Eigen-schaften besser zu verstehen. Es ist mir wichtig, mein Wissen an Studierende weiterzugeben. Außerdem möchte ich die Sichtbarkeit von Frauen und die Wahrnehmung des Studiengangs Geotechnik stärken.“
Christina Faßauer
„Mein Steckenpferd ist die Entwicklung von temperatur-beständigen Keramiken und Verbundwerkstoffen. Diese Materialien werden in Fertigungsanlagen eingesetzt, um Produkte bei über 1000 °C herzustellen. Nur dadurch können Metalle geschmolzen werden (z.B. Stahlbleche für die Autoindustrie). Auch bei Mikrochips und Bauteilen (z.B. für Smartphones oder Brennstoffzellen) werden diese Materialien genutzt. In meiner Arbeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin wecke ich die Neugier von jungen Menschen, um Lösungen für Herausforderungen zu finden, unterstütze sie bei ihren Forschungen und deren Überführung in reale Industrieanwendungen.“
Leonie Gabler
„Mich fasziniert, wie Grundwasser, Gestein, Wärme und nachhaltige Energieversorgung zusammenspielen: Als Doktorandin in der Hydrogeologie erforsche ich Prozesse bei der Speicherung und Rückgewinnung von Wärme/ Kälte in Grundwasserleitern. Dabei wird überschüssige Energie im Untergrund gespeichert und bei Bedarf zurückgewonnen. So wird der Untergrund zur Geobatterie, um Gebäude klimafreundlich zu heizen und kühlen. Besonders spannend finde ich die hydrochemischen Prozesse: Druck- und Temperaturänderungen lassen Minerale ausfallen und das System verstopfen. Ich untersuche diese Reaktionen und mache so die Systeme sicherer und nachhaltiger.“
Dr. Hripsime Gevorgyan
„Als Geowissenschaftlerin verbinde ich Forschung und Lehre, um Studierenden den Zugang zur wissenschaftlichen Welt zu eröffnen und ihre Neugier zu wecken. Ich vermittle Wissen, Werkzeuge und Selbstvertrauen, um sie auf den anspruchsvollen wissenschaftlichen Weg vorzubereiten. Durch Erkenntnisse aus meiner Forschung im Gelände und Labor sowie die enge Betreuung der Studierenden vermittle ich zentrale Kompetenzen, fördere kritisches Denken und unterstütze sie dabei, eigene Forschungsfragen zu formulieren. So entwickeln sie sich zu jungen Forschenden, die verantwortungsbewusst arbeiten und die Geowissenschaften von morgen aktiv mitgestalten.“
Juliane Grahl
„Mich motiviert, dass an Universitäten viele Ideen entstehen, die für Gesellschaft, Wirtschaft und Verwaltung wertvoll sind, aber nicht immer gesehen werden. Ich möchte diese Potenziale sichtbar machen und Brücken zwischen Wissenschaft und Alltag bauen. Deshalb unterstütze ich Forschende dabei, aus ihren Forschungsergebnissen konkrete Anwendungen zu entwickeln. Dafür berate ich zu Wegen in die Praxis, vernetze mit passenden Kontakten und begleite Förderungen für praxisorientierte Projekte. So entstehen neue Anwendungschancen, mehr Sichtbarkeit für Forschung und ein besseres Verständnis zwischen Universität und Gesellschaft.“
Julia Grottendieck
„Ich suche neue Weg, um Glasfaserkunststoffverbunde zu recyclen. Diese Materialien bestehen aus Glasfasern und Kunststoffen, welche sich nur sehr schwer von einander trennen lassen. Sie werden z.B. als Rotorblätter von Windkraftanlagen verwendet. Für eine bessere Trennung der beiden Bestandteile untersuche ich deshalb lösliche Glasfasern, die sich am Ende der Lebenszeit der Bauteile definiert auflösen. Dadurch kann der verbleibende Kunststoff ohne großen Aufwand recycelt werden. Aus den aufgelösten Glasfasern möchte ich neue Rohstoffe zur Herstellung von Glas gewinnen. Dadurch leiste ich einen großen Beitrag für eine klimaneutrale Zukunft.“
Katja Heise (Ph.D.)
„Ich bin eine absolute Nachhaltigkeitsenthusiastin! Mich motiviert das riesige Potenzial, das in der Natur steckt. Um dieses zu verstehen und zu nutzen, erforsche ich mit meinem Team die Herstellung nachhaltiger, biobasierter Materialien. Dabei interessieren uns vor allem Nanomaterialien und hochwertige Funktionsmaterialien, die aus pflanzlichen Reststoffen hergestellt werden. Sie sind wichtige, moderne Werkstoffe für eine nachhaltige Zukunft. Um sie nutzen zu können, müssen wir noch viele Herausforderungen und offene Fragen klären, z.B. zu ihren Eigenschaften und ihrer Verarbeitbarkeit. Diesen Beitrag möchte ich mit meiner Forschung leisten!“
Claudia Kallmeier
„Ich leite das Dezernat Universitätskommunikation der TUBAF. Hier laufen alle zentralen Kommunikations- und Marketingaktivitäten der Uni zusammen. Das muss gut koordiniert werden. Mein Aufgabenfeld ist sehr breit und ich bin mit vielen Mitgliedern der Uni im Austausch - vom Studierenden über die Professorin bis zum Rektorat. Das macht meinen Job wirklich spannend. Mein Team leistet eine enorm wichtige, verantwortungsvolle Arbeit: Wir machen Forschung sichtbar und verständlich und sorgen dafür, dass unsere Studienangebote bekannter werden - bei Events und Messen, online und in den Medien.“
Sarah Kuß
„Ich komme aus dem schönen Erzgebirge und liebe die Natur hier. Sie zu schützen ist mir sehr wichtig, da die Folgen des Bergbaus durch das Freisetzen giftiger Stoffe ins Wasser die Umwelt belasten. Deshalb erforsche ich, wie kleine Helfer, die Mikroorganismen, Schadstoffe filtern und sauberes Wasser in die Natur zurück gelangt. Dafür promoviere ich am Institut für Biowissenschaften im Bereich Wasseraufbereitung. So erlange ich Wissen und gebe es an Studierende weiter. Ich lerne, ein Team zu führen und klar zu kommunizieren, was mir in der Arbeit mit Studierenden und meiner Forschungsgruppe hilft. Nur so entsteht eine Atmosphäre, in der alle gerne lernen und arbeiten.“
Yongzhen Lin
„Reibung ist allgegenwärtig, aber nicht immer willkommen. Genau hier liegt der Ansatzpunkt meiner Forschung: Ich beschäftige mich damit, die Reibung zwischen Körpern präzise messen, zeigen und vorhersagen zu können. Seit 2023 untersuche ich gemeinsam mit Forschenden, Studierenden und Industriepartnern, wie in einem System aus Dichtungen, Schmierstoffen und Lagern alle Komponenten optimal kombiniert werden, um die Reibung zu reduzieren. Dadurch verlängert sich die Lebensdauer der Komponenten, die z.B. in Motoren eingesetzt werden. Zu den vielen, interessanten Ergebnissen schreibe ich derzeit meine Doktorarbeit.“
Daniela Roscher
„Ich verantworte die Qualitätssicherung in Lehre und Studium an der TUBAF: Ich stelle Prozesse bereit, um Impulse zur Weiterentwicklung von Lehrveranstaltungen, Modulen und Studiengängen zu geben. Dazu habe ich ein System entwickelt, das alle wichtigen Verfahren und Instrumente rund um Studium und Lehre bündelt, wie Studierendenbefragungen zur Verbesserung der Lehre oder Verfahren, bei denen Expert:innen die Studiengänge bewerten. Mir sind Transparenz und die kontinuierliche Verbesserung von Verfahren, Abläufen oder Befragungen wichtig, wobei diese mit möglichst wenig Bürokratie auskommen und dennoch alle Anforderungen erfüllen sollen.“
Dr. Katja Schaldach
„Ich verbinde Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft, damit aus guten Ideen Innovationen entstehen. Mit technischem Verständnis, Kreativität und der Fähigkeit, komplexe Themen verständlich zu übersetzen, baue ich Brücken zwischen unterschiedlichen Perspektiven. Ich entwickle und steuere Formate für Wissenschafts-kommunikation, begleite strategische Prozesse mit agilen Methoden und leite Workshops. Mein Antrieb ist es, Forschung in die Anwendung zu bringen. So entstehen Lösungen, die gesellschaftliche Herausforderungen adressieren, wirtschaftliche Wertschöpfung fördern und nachhaltige Veränderungen ermöglichen.“
Prof. Dr. Christiane Scharf
„Um metallurgische Prozesse zu verstehen, ist interdisziplinäres Wissen notwendig. Außerdem ist eine ganzheitliche Sicht auf Kreislaufwirtschaft wichtig. Deshalb lehre und forsche ich als Professorin und Lehrstuhlinhaberin zu „Metallurgie und Recycling von Hochtechnologiemetallen“. Ich untersuche wie Hochtechnologiemetalle (z.B. Germanium, Indium) gewonnen werden, da sie nur als Nebenprodukte bei der Gewinnung von Basismetallen (z.B. Kupfer, Zink) anfallen. Wichtig ist deshalb auch ihre Rück-gewinnung durch Metallschrottrecycling. Mit meiner Arbeit trage ich zu nachhaltigen Industrieprozessen und zur best-möglichen Ausbildung zukünftiger Ingenieur:innen bei.“
Franziska Sieber
„Mit meiner Arbeit im Innovationsverbund 4transfer an der Zentralen Transferstelle der TUBAF sorge ich dafür, dass Forschungsergebnisse in die Praxis übertragen werden können. Dafür unterstütze ich die Projektleitung und entlaste Kolleg:innen in ihrer operativen Arbeit, indem ich Arbeitsabläufe strukturiere, die korrekte Verwendung von Fördergeldern überprüfe und den Kontakt zu Schnittstellen in der Universitätsverwaltung aufrechthalte. Meine Unterstützung ist für den Erfolg unserer Arbeit unverzichtbar. Ich mag die Vielfalt meiner Aufgaben und bin gern Teil von unseren 4transfer-Veranstaltungen, in denen Wissenschaft erlebbar gemacht wird.“
Dr. Julia Sorgatz
„Von Unwissen, Sachverstand und Zuverlässigkeit: Wer im Untergrund baut, trifft Entscheidungen mit begrenzten Informationen. Boden ist ein natürlicher Baustoff – räumlich variabel, nie vollständig erkundet. Trotzdem müssen geotechnische Bauwerke wie Dämme und Gründungen zuverlässig sein, denn ihr Versagen hat oft schwerwiegende Folgen für Menschen, Umwelt und Infrastruktur. Genau diese Spannung treibt mich an. Am Institut für Geotechnik arbeite ich an statistischen Methoden, die Unwissen systematisch berücksichtigen. Das zahlt sich aus: in der Rekultivierung von ehemaligen Tagebauen ebenso wie beim ressourcenschonenden Bauen. “
Susan Steinbinder
„Ich arbeite am Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Aufbereitungstechnik. Mit meiner Arbeit ermögliche ich Wissenschaftler:innen konzentriertes Arbeiten, indem ich Projektmanagement, Finanzen und Kommunikation im Blick behalte. Ich koordiniere Verbundprojekte, organisiere Austauschformate und sorge für transparente Abläufe. Mir ist wichtig, dass Menschen gut zusammenarbeiten können und Forschung nicht an der Bürokratie scheitert. Deshalb trage ich zu einer verbesserten Kommunikation und vereinfachten Verwaltungsabläufen bei, halte Teams den Rücken frei und schaffe damit ein Umfeld, in dem Ideen wachsen.“
Dr. Theresa Wand
„Die Universität ist ein Lebens- und Entwicklungsraum. Mit meiner Arbeit an der Graduierten- und Forschungs-akademie unterstütze ich Studierende, Promovierende und Postdocs überfachlich in ihrem Wachstum und ermögliche, dass sie ihre Stärken ausbauen – auch bei Krisen und Herausforderungen. Neben der fachlichen Expertise sind die Ansprüche an Wissenschaftler:innen hoch, um verantwortungsvoll komplexe Herausforderungen und drängende Zukunftsfragen zu lösen. Durch Weiterbildung, Vernetzung, kollegialen Austausch und Coaching fördere ich junge Forschende bei ihrem Kompetenzaufbau. Dabei steht immer das Individuum im Mittelpunkt.“
Antje Wehmeyer
„Ich glaube, dass Wissen und Forschung durch menschliche Beziehungen, Austausch und Vernetzung ihre größte Wirkung entfalten. Deshalb begleite ich in Mentoringprogrammen, Workshops und Bildungsprojekten Menschen dabei, ihre Stärken zu erkennen, sich zu vernetzen und neue Perspektiven für ihren persönlichen und beruflichen Weg zu entwickeln. Dabei erlebe ich immer wieder, wie Vertrauen, Ermutigung und echte Begegnungen Wachstum und neue Ideen ermöglichen. In meiner Arbeit entstehen Räume, in denen Potenziale sichtbar werden und mehr Zusammenhalt, Leuchtkraft und gegenseitige Unterstützung wachsen können.“