Projekte

„Wer nur aufs Wasser blickt, kennt nicht das Meer.“ Rainer Kaune

Nachfolgend finden Sie Informationen zu aktuellen und vergangenen Projekten sowie Qualifizierungsarbeiten des Scientific Diving Centers

Irak

Allgemeine Informationen zur Irak-Exkursion

Von 2009 bis 2015 förderte der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) das Projekt Geoscience Resources Iraq (GRI) mit insgesamt knapp 2 Millionen Euro. Ziel des Projektes war es, Universitäten im Irak beim Wiederaufbau der geowissenschaftlichen Lehre und Forschung zu unterstützen.

Im Rahmen von GRI, das von Prof. Merkel vom Geologischen Institut der TU Bergakademie Freiberg initiiert und geleitet wurde, erfolgte von 2011 bis 2015 der Aufbau eines Scientific Diving Centers am Marine Science Center der Universität Basrah im Süden des Iraks. Dort wurden über 5 Jahre unter Leitung von Dr. Pohl irakische Studenten und Wissenschaftler im Tauchen und wissenschaftlichen Arbeiten unter Wasser ausgebildet.

Der praktische Teil der Ausbildung erfolgte einerseits im Persischen Golf im Mündungsbereich des Shat-El Arab (Zusammenfluss von Euphrat und Tigris) und andererseits im Sawa Lake (ca. 280 Kilometer südöstlich von Bagdad). Der Sawa Lake ist ein endorheischer See in der Wüste in einer Karststruktur, der nur durch Grundwasser gespeist wird.

Studenten des SDC Freiberg nahmen an mehreren Ausbildungs- und Forschungskampagnen in den beiden vorgenannten Gewässern teil, um wissenschaftliche Untersuchungen im Rahmen ihrer Bachelor- und Masterarbeiten durchzuführen.

Überblick über die bisherigen Ausbildungs- und Forschungseinsätze im Irak

 
ZeitDauerOrtZiel
12/20152 WochenSawa LakeForschung
12/20142 WochenSawa LakeForschung
08/20143 WochenPersischer Golf & Sawa LakeAusbildung
06/20143 WochenPersischer Golf & Sawa LakeAusbildung & Forschung
10/20134 WochenPersischer GolfAusbildung
06/20132 WochenPersischer Golf & Sawa LakeAusbildung & Forschung
20126 WochenBasrahAusbildung
20112 WochenVorbereitungAusbildung
 
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Wissenschaftliche Taucher aus dem Irak zurück

Pünktlich zu Silvester flog das Forschungsteam wieder nach Deutschland ein. Details gibt es auf der Pressestelle nachzulesen. Hier gehts zur Bildergalerie der Exkursion.

v.l. Dr. Thomas Pohl, Julius Pätzold, Kevin Schmelzer, Matti Seifert, Marc Hildebrand


Sensationeller Fund: Freiberger Forscher entdecken tropisches Korallenriff im Irak

Oktokoralle Manella mit unterschiedlichen Schlangensternen (Bildausschnitt: 30 cm) Foto: TU Bergakademie Freiberg / Dr. Thomas PohlForscher der TU Bergakademie Freiberg entdeckten ein 28 Quadratkilometer großes lebendes Korallenriff vor der irakischen Küste. Bei wissenschaftlichen Tauchexpeditionen sind die Forscher durch Zufall auf das unbekannte Riff im Arabischen Golf im Mündungsgebiet vom Shatt Al Arabe (Euphrat und Tigris) gestoßen. Bislang galt es als unwahrscheinlich, dass sich Korallen unter den extremen Bedingungen dieser Meeresregion ansiedeln könnten. Die Forscher berichten über ihre Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Scientific Reports (Nature Publishing Group).

Weitere Informationen gibt es unter der Pressemeldung der TU Bergakademie nachzulesen. Außerdem sind wissenschaftliche Erkenntnisse in der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift Nature Geoscience als Paper veröffentlicht. Weiterhin sind Pressemitteilungen zu finden bei:

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Außerdem erschien nachfolgender Artikel über das Projekt in der Freien Presse von Chemnitz am 7. März 2014:

Freiberger machen sensationelle Entdeckung im Meer

Forscher der TU-Bergakademie haben vor der Küste Iraks, im verschmutzten Persischen Golf, ein Korallenriff ausgemacht

Von Gabi Thieme

Freiberg - Das Meer ist extrem trübe, die Unterwassersicht beträgt weniger als einen Meter. Normalerweise gibt es hier nur Fische und ein paar Schwämme, nichts, was Taucher in Entzücken versetzt. Taucher der TU Bergakademie Freiberg kommen dennoch ins Schwärmen: Im September 2012 und im Mai 2013 waren sie zu Ausbildungszwecken mit Kollegen der irakischen Universität Basrah in den irakischen Küstengewässern unterwegs. Nur 58 Kilometer misst der Küstenabschnitt, in dem sie zunächst sozusagen im Trüben fischten.

Korallen im Norden des Persischen GolfsAusgerechnet in diesem Teil des Persischen Golfs, wo nicht nur Euphrat und Tigris, sondern damit auch die Abwässer vieler großer Städte ins Meer fließen, erstreckt sich ein gewaltiges Korallenriff. Es misst 28 Quadratkilometer und beginnt schon acht Meter unter der Meeresoberfläche.

„Der Fund war eine Sensation für uns alle“, berichtet Hermann Ehrlich, Professor für Biomineralogie und Extreme Biomimetik. „Tropische Korallenriffe sind ein äußerst sensibles Ökosystem. Sie entstehen normalerweise nur in klaren Gewässern, deren Temperatur selten unter 20 Grad Celsius sinkt.“ Vor der Küste Iraks gebe es dagegen Temperaturschwankungen zwischen 13 °C im Winter und 34 °C im Sommer. Zudem sei das Wasser sehr schmutzig, unterliege heftigen Strömungen und starken Schwankungen, was den Salzgehalt betrifft.

Erste Untersuchungsergebnisse liegen mittlerweile vor. Sie bestätigen deutliche Unterschiede zu anderen Riffen im Persischen Golf, wie sie etwa vor Bahrain, Iran, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten vorkommen.

Vier der inzwischen bestimmten Korallengruppen gehören zu den besonders langsam wachsenden Arten. Sie seien offenbar massiv und robust genug, um sich unter den dortigen rauen Bedingungen entwickeln und überleben zu können, erläutert Broder Merkel, Leiter des wissenschaftlichen Tauchzentrums der Bergakademie.

Er schätzt das Alter des Riffs auf „jünger als 10.000 Jahre“, aber man stehe mit den Untersuchungen erst am Anfang. Vor allem wolle man die Frage beantworten, wie Korallen unter solchen Bedingungen überhaupt existieren und - wenn auch extrem langsam - wachsen können.

Das Forschungsteam habe der Regierung Iraks nahe gelegt, den Küstenabschnitt unter strengen Schutz zu stellen. Entsprechende Bojen seien gesetzt, das heißt, in diesem Bereich besteht ein Befischungs- und ein Ankerverbot.

„Man hat uns signalisiert, unsere Empfehlungen ernst zu nehmen, auch wenn mir klar ist, dass das Land viele andere Probleme hat. Aber für dieses Thema muss natürlich auch jeder Fischer sensibilisiert werden“, sagt der
Professor.

Sorge macht ihm noch ein anderer Umstand. Da der Irak keinen Tiefseehafen besitzt, gelangt das an Land geförderte Öl über Pipelines bis zu großen Plattformen auf dem Meer. Von dort aus würden schließlich die riesigen Ölfrachter betankt. Zwar gebe es im Bereich des Riffs keine Plattform, „aber ein großes Kontaminationsrisiko sehe ich angesichts der Nähe dennoch“, so Merkel.

Auf die Entdeckung des Riffs sind die Freiberger zusätzlich stolz: Wegen starker Wassertrübung hatte kein einziger Satellit das Korallenriff je aus der Luft ausmachen können. Nicht einmal die USA orteten es. Weitere Untersuchungen sind im Frühjahr und Herbst dieses Jahres geplant.


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Bergseetauchen im Tian Shan-Gebirge (Kirgistan)

Vom 22. bis 29. Juli 2016 flogen Prof. Merkel, Dr. Thomas Pohl, M.Sc. Julius Pätzold und Dipl.-Geol. Fred Franzke vom SDC von Berlin nach Bishkek (Kirgistan), um dort Vorbesprechungen und Vorerkundungen am Issyk-Kul durchzuführen.

Der Issyk-Kul ist der größte See in Kirgisistan. Nach dem südamerikanischen Titicacasee ist der im Tian Shan-Gebirge liegende See mit 6.236 km2 Fläche der zweitgrößte Gebirgssee der Erde. Er ist 182 km lang, 60 km breit, bis 668 m tief und liegt 1.607 m über dem Meeresspiegel und hat vermutlich seit einigen hundert Jahren keinen oberirdischen Abfluss mehr. In Zusammenarbeit mit Dr. Zheenbek Kulenbekov (ehemaliger Doktorand aus Freiberg) von der American University of Central Asia in Bishkek und dem Ministry of Emergency und seiner Tauchbasis am Issyk-Kul konnten einige Erkundungstauchgänge im Issyk-Kul durchgeführt werden.

Ziel ist die Einrichtung eines Ausbildungs- und Forschungszentrum für wissenschaftliches Tauchen unter Gebirgssee-Bedingungen. Potentielle Aufgabenstellungen sind z.B. die Ursache der hohen Urangehalte des Seewassers, Auswirkungen von Abwassereinleitungen auf Wasserqualität und Biodiversität, Neotektonik und Dokumentation archäologischer Siedlungen unter Wasser.


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Informationen zur Exkursion nach Kroatien

Fotomosaik diverser Luft- und Unterwasseraufnahmen vom Tauchspot Sveta Marina (Kroatien)In Kroatien fand in den Jahren 2003, 2004 und 2005 die finale Ausbildung zum Scientific Diver sowie wissenschaftliche Untersuchungen im Rahmen von Qualifizierungsarbeiten jeweils Ende August / Anfang September statt. Danach wurde die Ausbildung ab 2006 in Panarea durchgeführt.

In den Jahren 2003 bis 2005 wurden in Kroatien Unterwasser-Untersuchungen für 2 Diplom- und 4 Studienarbeiten durchgeführt. Themen der Qualifizierungsarbeiten waren submarine Karstwasserzutritte, Kartierung der Steilwand, Einfluss des Tourismus auf Wasserqualität und Unterwasserflora und -fauna sowie Methodenentwicklung.

Im Jahr 2019 wird die Ausbildung wieder einmal in Sveta Marina stattfinden.


Eckdaten zur Exkursion 2019Lageplan des Tauchspots Sveta Marina (Kroatien)

  • Wann: 31.08. - 14.09.2019
  • Wo: Kroatien - Sveta Marina
  • Was:
    • Detektion Karstwasserzutritte
    • Fotografische Kartierung
    • Sedimentprobennahme

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Informationen zur Exkursion nach Panarea

Panarea ist mit einer Fläche von 3,4 km2 die kleinste der 7 äolischen (oder auch liparischen) Inseln. Dieses im südlichen tyrrhenischen Meer (ca. 50 km nördlich von Sizilien) gelegene vulkanische Archipel ist Teil des äolischen Bogens, dessen Entstehung durch die Subduktion des nördlichen Randes der afrikanischen unter die apulische Erdplatte verursacht wurde.

Seit dem Jahr 2000 zählt die auf den Gebieten der Vulkanologie und der Geologie sehr bedeutsame Gruppe der äolischen Inseln zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Panarea gehört zum rezent aktiven vulkanischen und damit aktuogeologischen System des Vulkans Stromboli auf der gleichnamigen Insel. Typische Merkmale eines derartigen vulkanisch aktiven Systems, wie zum Beispiel Gasaustritte und hydrothermales Wasser, können beim Tauchen sowie an der Wasseroberfläche beobachtet werden.

Submarine Gasvolumenströme auf der Insel Panarea

Das CO2 stammt vermutlich aus dem Erdmantel und der subduzierenden Erdplatte oder der Zersetzung von Carbonaten mariner Sedimente. Die Gaszusammensetzung und der Gasvolumenstrom verändern sich über die Zeit und erlauben Hinweise und Rückschlüsse auf Veränderungen im Magma.

Die größte rezente Krise mit starken Eruptionen ereignete sich am 03. November 2002. Ein plötzlicher signifikanter Anstieg von Gasemissionen und hydrothermalen Fluiden in der Nähe der Inseln Bottaro and Lisca Bianca - etwa 2,5 km östlich von Panarea gelegen - konnte festgestellt werden. Die Ausbrüche sanken bis Juli 2003 auf einen Zustand niedriger Entgasung ab. Im nahezu gleichen Zeitraum, vom 28. Dezember 2002 bis zum 22. Juli 2003, kam es zu einem Anstieg der vulkanischen Aktivität der Insel Stromboli.

Eine Reihe von seismischen und vulkanologischen Ereignissen in der Region, wie das Offshore-Erdbeben am 6. September 2002 zwischen Palermo und der Insel Ustica - gefolgt von mehreren hundert Nachbeben bis Dezember 2002 - sowie der Ausbruch des Ätna zwischen dem 27. Oktober 2002 und dem 28. Januar 2003 waren den obengenannten Geschehnissen vorausgegangen.

Seit 2006 wurden durch das SDC Freiberg ein- bis dreimal im Jahr die Fluidaustritte an bestimmten Punkten beobachtet, gemessen und Gas und Thermalwasserproben genommen und analysiert.

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Berichte der vergangenen Exkursionen

► 2018

Gruppenfoto der Exkursionsteilnehmer auf der Insel PanareaSeit 13 Jahren bildet die Exkursion auf der Insel Panarea den Höhepunkt der Ausbildung unserer wissenschaftlichen Taucher. Vom 31.08. - 14.09.2018 haben 15 Studenten und Wissenschaftler aus ganz Deutschland erneut Untersuchungen am Unterwasservulkan durchgeführt.

In einer sehr schönen Arbeitsumgebung vollbrachten die Teilnehmer 2 bis 3 wissenschaftliche Tauchgänge, um aktive Unterwasserbereiche zu vermessen und zu beproben.

Die Energie des Erdreiches ist permanent spür- und sichtbar. Am Großteil der Tauchspots kommen bis zu 130°C heiße Fluide und Gase aus dem Meeresgrund, welche auch den Fokus der Aktivitäten darstellen. Jeder der Teilnehmer/-in bearbeitete ein eigenes wissenschaftliches Thema.

Dieses Mal freuten wir uns, besonders zwei renommierte Taucher bei uns zu haben. Der Unterwasser Kameramann Andreas Trepte (u.a. ARTE, ARD, MDR) begleitete uns über die gesamte Exkursion und hielt die beeindruckenden Phänomene in einem Film fest. Ab dem 05.09. war zudem der weltweit agierende Unterwasser-Fotograf Alexis Rosenfeld (National Geographic, Stern, u.v.m.) auf der Insel. Er begleitete uns für eine Reportage über Unterwasservulkanismus in Italien.

 
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► 2017

Wissenschaftliche Untersuchungen an Unterwasservulkanen zu Quecksilber und relevanten geologischen Prozessen

Messgerät zur Messung eines austretenden GasvolumenstromsDie Expedition der Scientific Diver der TU Bergakademie Freiberg vom 01. - 15.09.2017 nach Panarea (äolische Inseln, Italien) befasste sich mit den besonderen geologischen, morphologischen und hydrochemischen Gegebenheiten dieses vulkanisch aktiven Gebiets. Im Vordergrund standen vor allem Analysen zu auftretenden Quecksilberemissionen in hydrothermalen Fluiden.

Dabei sollte die Menge an austretendem Quecksilber nachgewiesen werden, die durch den Unterwasservulkan in das Meerwasser freigesetzt wird. Zudem wurden die Untersuchungen an vorkommenden lithologischen Einheiten und tektonischen Prozessen in den Fokus gesetzt, um ein besseres Verständnis der lokalen geologischen Entwicklung zu erhalten.

18 Studenten und Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen (Geologen, Hydrogeologen, Ingenieure und Chemiker) widmeten sich mit viel Engagement der Probenahme, Messung und Vermessung folgender Parameter:

  • pH-Wert, Leitfähigkeit, Temperatur und chemische Zusammensetzung der austretenden Fluide
  • Bildung von Präzipitaten aus hydrothermalen Lösungen, mineralogische Zusammensetzung vulkanischer Gesteine und Sedimente, sowie tektonischer Strukturen
  • Quantifizierung der am Meeresboden ausströmenden Gasmengen

Ziel der Untersuchungen am submarinen Vulkan Panarea war nicht nur die Ausbildung der Studenten zu zertifizierten wissenschaftlichen Tauchern; primär ging es vor allem darum, herauszufinden, ob erhöhte, natürliche Quecksilberkonzentrationen vorhanden sind, die sich gegebenenfalls in der Nahrungskette anreichern können. Zudem sollte ein besseres Verständnis der vulkanischen Aktivität zu einer Verbesserung der Frühwarnsysteme geschaffen werden.

Hier seht ihr einige Bilder von der Panarea-Exkursion 2017:

Gruppenbild der Exkursionsteilnehmer 2017
Die Gruppenteilnehmer erkunden die geologischen Formationen an Land
Temperaturmessung Dampfaustritt an Land im Bereich von La Calcara (über 100 °C)
Messgerät zur Temperaturmessung an Land
Exkursionsteilnehmer unterwegs im Boot vor Panarea
Airlift unter Wasser zum Entfernen von Sediment über geologischen Formationen
Taucher transportiert ein Gasvolumenstrom-Messgerät unter Wasser
Gerät zur Messung des austretenden Gasvolumenstromes unter Wasser
Gerät zur Messung des austretenden Gasvolumenstromes unter Wasser
Geologische Formation unter Wasser
Wissenschtliche Taucher unter Wasser während der Austauchphase
Temperaturmessung unter Wasser und Dokumentation
Taucher beim videografischen Dokumentieren von Untersuchungsgebiet und Tauchspot
Blick aus dem Wasser auf das Tauchboot der Exkursionsteilnehmer
Blick auf die Meeresoberfläche
Eingang zum Feldlabor des SDC auf Panarea
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► 2016

Informationen zur Exkursion 2016 folgen in Kürze.

 
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► 2015

Erfahrungsberichte 2015

Rückblickend auf die vergangene Exkursion möchten wir Erfahrungsberichte von einzelnen Studenten präsentieren:

Anna-Lena (Geologie):

Die zweiwöchige Exkursion des SDC führte nach Panarea, eine kleine Insel nördlich von Sizilien. Im Vorfeld war es schon einmal sehr gut, dass jeder entscheiden konnte, ob er die Fahrt dorthin individuell gestalten möchte. Für die Exkursion wurden wir in mehrere Gruppen je nach Studiengang oder Vorliebe eingeteilt. Vor Ort wurden wir in verschiedenen Unterkünften untergebracht, grob nach Arbeitsgruppen aufgeteilt, was der Teambesprechung zu Gute kam. Ich war Support-Diver für eine Studentin der Geo-Gruppe, die dort ihre Masterarbeit schrieb. Unsere Zusammenarbeit unter Wasser und über Wasser hat sehr gut funktioniert. So habe ich ihr bei der Probennahme geholfen und wir haben kartiert, gezeichnet und fotografiert.

Wenn man drei Tauchgänge am Tag hatte war es schon sehr anstrengend, da man schauen musste, dass man sich zwischendurch ein bisschen stärkt, denn viel Pause war da nicht. Am Abend saß man dann noch bis zum Schlafen gehen an den Protokollen.

Aber dann gab es natürlich auch Tage an denen man nur einen Tauchgang hatte und man konnte die Zeit nutzen, um sich die Insel anzuschauen oder in einer sehr schönen Bucht schnorcheln zu gehen.

Das Tauchen an sich hat riesen Spaß gemacht und war sehr beeindruckend mit der ganzen Tier- und Pflanzenwelt und natürlich den submarinen Gas- und Wasseraustritten.

Ein weiteres Highlight war die Besteigung des aktiven Strombolis mit Übernachtung am Strand. Die gute Gruppendynamik tat ihr Übriges, um diese Exkursion zu einem tollen Erlebnis werden zu lassen.

Martin (Mikrobiologie):

Für mich war die Exkursion nach Panarea ein großer Spaß und ein ebenso großes Erlebnis. Die Tage begannen zeitig und endeten spät. Sie waren relativ straff durchorganisiert und es gab immer viel zu tun. All das war aber überhaupt nicht störend.

Die Tauchgänge, die Tauchspots waren großartig – aus wissenschaftlicher Perspektive aber auch einfach wegen ihrer Schönheit. Wenn man seine Aufgabe unter Wasser erledigt hatte und noch genug Luft übrig war, ist man einfach ein bisschen durch die Unterwasserlandschaften getaucht. Zwischen Schwärmen von Fischen hindurch, an Muränen vorbei, einen Octopus beobachtend und beim Auftauchen Leuchtquallen ausweichend (vielleicht nicht alles in einem Tauchgang…).

Auch die Insel war sehr schön: morgens und abends duftete es nach Blumen, die Leute vor Ort waren freundlich zu uns – auch wenn sie unsere kläglichen Versuche, italienisch zu sprechen, ertragen mussten. Es gab nette Ecken zum Wandern – wenn man mal die Zeit dafür fand. Die Besteigung des Stromboli war eine Erfahrung. Nach einem langen Marsch saßen wir oben am Rand auf warmer Arsche. Es roch nach Schwefel und vielleicht hundert Meter unter uns schoss immer mal ein bisschen Lava hoch.

Das Ganze wäre für mich schon spannend genug gewesen. Wirklich großartig wurde es aber, weil ich das Glück hatte mit sehr netten, entspannten und witzigen Leuten unterwegs gewesen zu sein. Man konzentrierte sich schon auf seine Arbeit und diskutierte viel über Probleme und improvisierte ständig. Aber dabei wurde fast immer gelacht (meist über eine flachen Spruch, daran hat es nie gemangelt). Die Kochsessions am Abend waren nicht sehr abwechslungsreich (Nudeln, Tomatensoße, Käse) aber dafür lustig. Man saß zusammen auf der Terrasse, laberte, machte Witze und kommentierte neunmalklug die Arbeit der anderen.

Thomas rutsche manchmal etwas in die Rolle des Kindergärtners (und Krankenpflegers als nach 4-5 Tagen Ohren-Weh-Wehchen auftraten). Bemerkenswert ist, dass ich bei all dem fachlich viel gelernt habe. Man sieht was, fragt und irgendjemand in der Nähe weiß etwas darüber. Ob es um Tauchtechnik geht, Flora, Fauna, Geologie, Meteorologie, Boote, Meeresströmungen oder auch kulturelle Details. Es waren Leute aus allen Fachbereichen dabei. Die haben gern ihr Wissen geteilt (endlich will es mal jemand hören!) und man selbst hat sich auch gefreut, wenn man anderen was erklären konnte.

Auch wenn die Exkursion viel Vorbereitungszeit und auch viel Geld gekostet hat, war sie alle Mühe wert.

Sophie (Biologie / Ökologie):

Nachdem ich mit dem Modul „Wissenschaftliches Tauchen I“ und dem Tauchschein CMAS** die Voraussetzungen für die Teilnahme an der Exkursion erfüllt hatte, ging es vom 28.08. bis zum 11.09.2015 mit dreißig weiteren Tauchern nach Panarea.

Panarea ist eine kleine Insel im Mittelmeer 50 km nördlich von Sizilien und gehört mit zum aktiven vulkanischen Systems des Strombolis. Von unserer Unterkunft auf der Insel hatten wir auch einen wahnsinnigen Ausblick auf ebendiesen. Rund um die Insel können Unterwasser typische Merkmale eines aktiven vulkanischen Systems, wie zum Beispiel Gasaustritte und hydrothermale Wasser, beobachtet werden.

Seit mittlerweile 10 Jahren fährt das Scientific Diving Center Freiberg jährlich mit Studenten der TU BAF nach Panarea um dort Forschung zu betreiben. Das Besondere an dieser Lokalität ist, dass aufgrund der geringen Wassertiefe zwischen 15 und maximal 26 m direkte Probenahmen und in-situ-Untersuchungen möglich sind. Dies gibt einem die einmalige Möglichkeit ein vulkanisches System zu untersuchen, was an der Erdoberfläche so nicht möglich sein würde, da sich die vulkanischen Gase sofort mit den atmosphärischen Gasen vermischen würden.

Mein Tauchbuddy Lena und ich mit dem Zählrahmen für das SeegrasAlle Teilnehmer hatten sich bereits vorher in Arbeitsgruppen zusammengefunden, da auch schon vor der Exkursion einiges vorbereitet werden musste. Vor allen Dingen musste geklärt werden, was an technischer und wissenschaftlicher Ausrüstung vor Ort benötigt wird, da dieses mit einer Kiste im Voraus auf die Insel geschickt wurde. Ich selbst war in der Biologie und Ökologie Gruppe, es gab aber noch vier weitere Arbeitsgebiete: Geologie, Gas- und Wasserchemie, Mikrobiologie und Temperatur- und Wärmemessung.

In meiner Arbeitsgruppe haben wir uns während der Exkursion mit den Seegrasfeldern und Makroalgen, dort vor allen Dingen mit den Rotalgen befasst. Hierfür haben wir untersucht, ob es einen Tiefengradient bezüglich der Wuchshöhe und der Sprossdichte der Seegräser gibt und welche Makroalgen innerhalb der Seegraswiesen vorkommen. Zusätzliche haben wir auch noch Schnecken und Seegras mit Aufwuchs beprobt, um diese später auf Mikroplastik zu untersuchen.

Steckrahmen innerhalb eines Seegrasfeldes zum Zählen der SprossenNeben der Arbeit kam aber auch der Spaß sowohl beim Tauchen als auch an Land nicht zu kurz. Nach der Hälfte der Zeit gab es zwei Tage „tauchfrei“ und wir haben den Stromboli bestiegen, was für mich sehr beeindruckend war. Wir sind in der Dämmerung mit einem Guide zum Krater des Strombolis hinaufgestiegen, sodass wir bei Einbruch der Dunkelheit oben waren. Dort haben wir dann mehrere Lavafontänen beobachten können, was wirklich der Hammer ist. Im Dunkel mit Stirnlampen, Atem- und Augenschutz gegen die feinen Aschepartikel ging es dann wieder hinunter.

Unten angekommen gab es zur Belohnung eine Pizza und wir haben dann unter einem wunderschönen Sternenhimmel am Strand übernachtet. Auch beim Tauchen gab es neben dem wissenschaftlichen Arbeiten einiges zu beobachten und zu erkunden, vor allen Dingen für jemanden wie mich, der vorher noch nie im Meer tauchen war. Die Pflanzen- und Tiervielfalt ist dann schon sehr beeindruckend. Von Seeigel, über Muscheln, Schollen, einem Barrakuda, Feuerwürmern, Quallen, Muränen und Seegurken gab es bei jedem Tauchgang immer wieder neues zu entdecken.

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► 2014

Informationen zur Exkursion 2014 folgen in Kürze.

 
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► 2013

Die Tauchexkursion des Scientific Diving Centers Freiberg nach Panarea fand vom 30.08. - 13.09.2013 statt.

Gruppenfoto der Exkursionsteilnehmer auf der Insel Panarea


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► 2012

Gruppenfoto der Exkursionsteilnehmer auf der Insel PanareaDas Team des „Wissenschaftlichen Tauchen“ der TU-Bergakademie Freiberg konnte vom 31.08. bis 14.09.2012 die alljährliche Forschungsreise nach Panarea, Italien, wieder einmal erfolgreich absolvieren.

Zum siebten Mal konnte die 14-tägige Exkursion und Ausbildungsreise durchgeführt werden. 17 Teilnehmer, darunter Studenten, Dozenten und universitätsexterne Taucher haben verschiedene Experimente, Messungen und Probenahmen durchgeführt.

Mehrere Gruppen arbeiteten an verschiedenen Fragestellungen interdisziplinär zusammen. Dabei war das Team in Arbeitsgruppen mit folgenden Untersuchungsbereichen unterteilt:

  • Biotechnologien
  • Gas-und Wasserchemie
  • Gasvolumenstrom
  • Geologie
  • Mikrobiologie
  • Geothermie
  • Dokumentation
Ergebnisse der Untersuchungen konnten zur Konferenz „3rd International Workshop - Research in Shallow Marine and Fresh Water Systems” in Bremen vom 14. - 15.01.2013 präsentiert werden. Das Scientific Diving Center Freiberg konnte auf dieser Konferenz mit 3 Vorträgen seine Projekte vorstellen.


Neben Messungen unter Wasser an mehreren Tauchorten wurden auch Messungen über Wasser durchgeführt. In der Bucht „La Calcara“ fanden u.a. Temperaturmessungen und Gasprobenahmen statt.

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  • Submarine Gasprobenahme mittels Giggenbachflasche
  • Submarine Gasprobenahme mittels Trichter
  • Submarine Gasprobenahme

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► 2011

Gruppenfoto der Exkursionsteilnehmer auf der Insel PanareaVom 29.08.2011 - 14.09.2011 fand die für das Ausbildungsjahr 2010/2011 im Fach Wissenschaftliches Tauchen abschließende Tauchexkursion statt. Bereits zum sechsten Mal war die Caldera vor Panarea (Äolische Insel – Italien) Gegenstand unserer Untersuchungen.

Einerseits haben wir neuartige Techniken zur Probenahme getestet und andererseits unsere in den vorangegangenen Exkursionen begonnenen systematischen Untersuchungen fortgesetzt. Für die submarinen Volumenstrommessungen wurden im Vorfeld bereits im Mai zwei Messgeräte installiert, deren Messergebnisse wir nun ausgelesen haben.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Exkursion präsentierten wir im süditalienischen Cesareo zum 3rd International Symposium on Occupational Scientific Diving des European Scientific Diving Panels (ESDP). Die durchgeführten Messungen und Untersuchungen sind die Grundlage für Qualifikationsarbeiten (Bachelor-, Master- sowie Diplomarbeiten).

Zur Jahresabschlussveranstaltung konnten somit die internationalen Zertifikate der CMAS (Confédération Mondiale des Activités Subaquatiques) „Scientific Diver“ und „Confirmed Scientific Diver“ ausgegeben werden.

 
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Talsperre Quitzdorf

Sediment Sampling in der Talsperre QuitzdorfIm Jahr 2015 wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes zur Absenkung des Phosphatgehaltes in der Talsperre Quitzdorf wurden Verfahren zur Probenahme von Seesedimenten untersucht.

Dabei wurde die klassische Methode der Probenahme von Sedimentkernen von einem Boot aus mit der Entnahme von Kernen durch Taucher durch eine Bachelorarbeit verglichen.

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Informationen zu den Exkursionen an das Tote Meer

Am und im Toten Meer wird seit 2014 der Zufluss von Grundwasser unterhalb der Wasseroberfläche in Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) untersucht. Zu Taucheinsätzen waren Prof. Broder Merkel und Dr. Thomas Pohl im November 2012, November 2014 und im April 2018 in Engedi, Israel.

Zum letzten Einsatz gibt es nachfolgend einen ausführlicheren Bericht:

Tauchen im Toten Meer

Vom 14. - 26.04.2018 waren Prof. Broder Merkel und Dr. Thomas Pohl vom Scientific Diving Center zu einem zehntägigen Forschungseinsatz am Toten Meer. Hier untersuchten sie submarine Grundwasserquellen in dem extrem salzhaltigen Gewässer (Dichte 1.24 g/cm2), die im Zusammenhang mit der starken Absenkung des Wasserspiegels stehen.

Der Wasserspiegel des Toten Meeres senkt sich jährlich um etwa einen Meter ab, wodurch sich im Küstenbereich Hohlräume bilden, die mitunter einbrechen und zu schweren Schäden an Gebäuden und Straßen führen und Menschenleben gefährden. Das Tote Meer hat nur einen einzigen großen Zufluss, den Jordan, aus dem Wasser für die regionale Bevölkerung (Trinkwasser und Bewässerung) entnommen wird. Der Wasserspiegel liegt 2018 bei minus 432 Metern unter dem Meeresspiegel.

Die Freiberger Forscher, die vom Geologischen Service von Israel eingeladen wurden, arbeiten mit Wissenschaftlern vom Helmholtz Zentrum für Umweltforschung Halle-Leipzig und der Ben-Gurion Universität Jerusalem zusammen. Sie setzen eine Serie von Unterwasser-Erkundungen aus den Jahren 2012 und 2014 fort.

Um frühzeitig zu erkennen, wo es zu den gefährlichen Einbruchslöchern kommt, müssen die Salzauslaugungen im Untergrund untersucht werden. Dazu entnehmen die Wissenschaftler Proben an submarinen Grundwasserquellen in Tiefen von drei bis 20 Metern unter Wasser. Diese werden nun in deutschen und israelischen Laboren untersucht.

Während der Exkursion herrschten Trockenheit, Lufttemperaturen von bis zu 45°C und Wassertemperaturen von bis zu 27°C. Da die Einsatzorte nicht immer mit dem Geländewagen erreichbar sind, müssen die Wissenschaftler ihre insgesamt etwa 400 Kilogramm schwere Ausrüstung selbst durch das unzugängliche Gelände bis zum Wasser tragen.

Durch den hohen Salzgehalt des Toten Meeres benötigen die Taucher allein ca. 60 Kilogramm zusätzliches Gewicht am Körper, um überhaupt unter Wasser arbeiten zu können. Eine Vollgesichtsmaske schützt Augen und Mund vor der extrem aggressiven Salz-Sole. Genügend Frischwasser muss nach jedem Tauchgang zur Verfügung stehen, um die Sole von den Tauchern und dem Equipment abzuspülen.

Bildergalerie zu den Exkursionen

Blick aus der Ferne über den Strand des Toten Meeres
Prof. Merkel bekommt an Land seine Tauchermaske von Dr. Pohl aufgesetzt
Prof. Merkel und Dr. Pohl steigen mit Ausrüstung zur Ausfahrt ins Boot ein
Prof. Merkel und Dr. Pohl im Boot fahrend auf dem Toten Meer
Dr. Pohl neben Salzausfällungen unter Wasser im Toten Meer
Unterwasseraufnahme vom Strandbereich des Toten Meeres
Dr. Pohl hilft Prof. Merkel im tonigen Uferbereich aus dem Wasser
Prof. Merkel spült Dr. Pohl am Strand mit Süßwasser ab
Dr. Pohl wird nach dem Tauchen vom Kollegen am Strand mit Süßwasser abgespühlt

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Qualifizierungsarbeiten

Ausgeschriebene Themen

  • Wasserprobenahme und Vorort-Analytik - z.B. Ammonium und Nitrit - zur Charakterisierung der Umweltbelastung des Küstenbereichs (Bachelorarbeit)
  • Entwicklung eines 3D-Scanners für die Unterwasseranwendung, z.B. Vermessung und Monitoring von Wracks, geologischen oder archäologischen Strukturen, Korallenriffen usw. (Projektarbeit / Bachelorarbeit / Masterarbeit)
  • Entwicklung von Unterwassermesstechnik zur Bestimmung von u.a. Wasservolumenströmen an Karstwasseraustritten (Studienarbeit / Bachelorarbeit / Masterarbeit)
  • Aufbau und Entwicklung eines Bildgebungsverfahrens zur Erstellung von großflächigen Aufnahmen unter Wasser: Recherche und Test von Soft- und Hardware, Erstellung einer Anleitung, Anwendung und Test bei Taucheinsätzen (Studienarbeit)
  • Literaturrecherche und Auswertung von Langzeit-Temperaturdaten im Bereich des submarinen Vulkanes bei Panarea, Italien (Studienarbeit / Projektarbeit)
  • Vergleich von Probennahme und Konservierungsmethoden für sekundäre Minerale am Meeresboden von Panarea (Bachelorarbeit / Masterarbeit)
  • Entwicklung von Unterwassermesstechnik zur Bestimmung von u.a. Gasvolumenströmen, Wasserparametern, z.B. Quecksilber (Bachelorarbeit / Masterarbeit)

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