Forschende der TU Bergakademie Freiberg haben von der Raumfahrtausstellung Morgenröthe-Rautenkranz eine seltene Probe Mondgestein (Regolith) aus einem Bohrkern der Luna 16 Mission erhalten. Mit Hilfe eines Röntgen-Computertomografen (CT) hat das Team die Probe untersucht und mit den Informationen 3D Partikelmodelle in bis zu 1500-facher Vergrößerung gedruckt. Doch die Daten dienen nicht nur als Anschauungsmodell der Probe für die Besucherinnen und Besucher der Raumfahrtausstellung, sie könnten künftig zu einer wertvollen Datenbasis für die Wissenschaft werden.

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Team-Mitglieder kurz vor dem ersten Scan im CT (v.l.n.r.: Ralf Ditscherlein, Judith Seyffer, Rahul Mitra).
Team-Mitglieder kurz vor dem ersten Scan im CT (v.l.n.r.: Ralf Ditscherlein, Judith Seyffer, Rahul Mitra).

Bisher wurden nur etwa 386 Kilogramm des Mondgesteins Regolith auf die Erde befördert. Regolith-Proben sind darum nur sehr eingeschränkt verfügbar. „Erhält man diese seltenen Proben nicht, stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Nachbildungen, sogenannte Simulantien, des Materials zur Verfügung. Diese können jeweils aber nur einige der Eigenschaften von Regolith wiedergeben, nie alle zusammen“, erzählt Dr. Ralf Ditscherlein vom Institut für Mechanische Verfahrenstechnik und Aufbereitungstechnik (MVTAT). Der wissenschaftliche Mitarbeiter hat die Probe des Mondgesteins durch Zufall bei einem privaten Besuch der Raumfahrtausstellung mit seinen Kollegen entdeckt und für die Analyse mit dem CT angefragt.

„Für die Untersuchung mit dem CT muss die Probe nicht aus dem Probengefäß entnommen werden. Das war entscheidend dafür, dass wir sie überhaupt ausleihen konnten. Zwar liefert ein CT-Scan keine direkte quantitative Information über die chemische Zusammensetzung des Gesteins, aber wir können damit Form und Größe von rund 150 Partikeln analysieren. Diese Informationen können genutzt werden, um die geometrischen Eigenschaften realen Mondregoliths statistisch zu beschreiben und daraus realistischere Modelle und Simulantien abzuleiten. Dies erfolgt mit unseren Partnern des Instituts für Stochastik der Universität Ulm und des Instituts für Partikeltechnik (iPAT) der TU Braunschweig. Partikelgröße und -form beeinflussen beispielsweise das Fließ-, Packungs- und Verdichtungsverhalten des Materials und sind damit für die Auslegung und Bewertung zukünftiger Prozesse zur Verarbeitung von Mondregolith direkt auf dem Mond von großer Bedeutung.”

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