Gemeinsam mit Science-Entertainer Joachim Hecker reisen TUBAF-Koordinatorin Kathrin Häußler und Fotograf Andreas Hiekel durch die mongolische Steppe. An Schulen in Darkhan und Orkhon haben sie schon zwei Mini-Science-Shows durchgeführt. Am Ende der Reise steht eine große JuniorUni für die Schülerinnen und Schüler – nach dem Vorbild der JuniorUni, die das Lokale Netzwerk "Junior Forscher an der TU Bergakademie Freiberg" in Freiberg erfolgreich durchführt. Aus der ehemaligen mongolischen Hauptstadt Karakorum schickt das Team jetzt einen Zwischenbericht.
Die Fotos sind an Schulen in Darkhan und Orkhon aufgenommen worden. Was genau fand dort statt?
Joachim Hecker: Eine Mini-Science-Show im Klassenzimmer. Eine Schülerin habe ich beispielsweise in einen „Cyborg” verwandelt - also in eine Kombination aus Mensch und Maschine. Dann konnte sie mit drei Elektroden auf dem Arm mit einem Robotergreifer verbunden werden und diesen mit ihren Handbewegungen steuern: Faust = Greifer schließt, Hand offen = Greifer offen.
Am Ende der Reise soll die erste mongolischen JuniorUni nach Freiberger Vorbild stattfinden – mit welchem Ziel?
Kathrin Häußler: 2025 haben wir das Projekt "Nomadenkinder" dem damaligen Leiter des Goetheinstitutes in Ulaanbaatar vorgestellt und auch über die Möglichkeit gesprochen, gemeinsam mit der Mongolian University of Science and Technology, dem Goetheinstitut und dem Sächsischen Verbindungsbüro eine Kinderuni für Schulen im PASCH-Netzwerk zu organisieren. Diese Idee wird nun bald Wirklichkeit: Ich bin mir sicher, wir erleben auch in Ulaanbaatar, wie begeistert Kinder sind, wenn sie in einem Hörsaal der Universität eine spezielle Vorlesung erleben können. Und wir sind gespannt, was die Kolleginnen und Kollegen von der ersten JuniorUni nach Freiberger Vorbild in der Mongolei halten.
Andreas Hiekel begleitet die Reise als Dokumentarfilmer. Was ist das Besondere am Projekt „Nomadenkinder“?
Andreas Hiekel: Wir bringen wir Wissenschaft direkt zu den Menschen und lernen dabei Lebenswelten kennen, die sich von unseren in Deutschland erheblich unterscheiden. Gerade in der Mongolei, mit ihren riesigen Entfernungen, dünn besiedelten Regionen und extremen klimatischen Bedingungen, wird deutlich, wie wertvoll solche Bildungsangebote sind!
Als Dokumentarfilmer möchte ich vor allem die Menschen, ihre Geschichten und die Bedeutung des Projekts sichtbar machen. Die mediale Begleitung ist allerdings eine enorme Herausforderung: Lange Reisewege, wechselnde Drehorte, begrenzte Lademöglichkeiten und instabile Internetverbindungen verlangen viel Improvisation.
Ich entscheide ständig, welche Geschichten ich erzähle, welche Bilder wirklich wichtig sind und wie ich den Menschen vor der Kamera gerecht werde. Geplante Situationen ändern sich oft situativ – und viele besondere Momente lassen sich einfach nicht wiederholen!
Und wie erlebt das Team Begegnungen mit den mongolischen Jugendlichen und Lehrkräften?
Kathrin Häußler: Offen auf Augenhöhe, sehr großes Interesse und auch Neugier und der Wunsch, dass sofort vor Ort auszuprobieren und zu erleben. Und ich erleben neugierige, fröhliche und sehr aufgeweckte Kinder, die mit viel Freude bei den Mitmachexperimenten dabei sind.
Joachim Hecker: Ich habe die Kinder, aber auch die Erwachsenen, als sehr offen, neugierig und begeisterungsfähig erlebt. Überhaupt nicht aufdringlich und ausgesprochen gastfreundlich.
Andreas Hiekel: Die Menschen in der Mongolei sind sehr herzlich, neugierig und überaus hilfsbereit. Das habe ich selten so bei der Arbeit erlebt.
Über das ERASMUS+-Projekt Nomadenkinder
Das Lokale Netzwerk "Junior Forscher an der TU Bergakademie Freiberg" kümmert sich als Teil der Universitätskommunikation der TU Bergakademie Freiberg seit 2008 um die frühkindliche Bildung, speziell die Weiterbildung von pädagogischen Fachkräften im Vor- und Grundschulbereich aus ca. 90 Kindertagesstätten im Landkreis Mittelsachsen zu unterschiedlichen Themen aus dem MINT-Bereich sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung, mit dem erklärten Ziel, so zeitig wie möglich das Interesse und die Neugier der Kinder für Natur und Technik zu wecken.
Die mongolischen Alumni der TUBAF haben die Idee entwickelt, etwas ähnliches in der Mongolei aufzubauen und zu entwickeln. Von Seiten der Mongolischen Universität für Naturwissenschaften und Technik in Ulaanbaatar besteht ebenfalls großes Interesse, diese Strategie für die Internatsschulen (Projektidee “Nomadenkinder”) zu adaptieren und entsprechende Aus- und Weiterbildungen für Lehrkräfte anzubieten. Die TUBAF kann dabei mit großem Erfahrungsschatz und Materialien unterstützen. Im aktuellen ERASMUS+-Programm der TUBAF "Mongolei" (2024-2026) ist das Projekt "Nomadenkinder" ein fester Bestandteil.