Professorin Sandra Lorenz ist Alumna der TU Bergakademie Freiberg: Sowohl ihr Bachelor- und Masterstudium als auch ihre Promotion schloss sie hier in den Geowissenschaften ab. Nun kommt sie in einer gemeinsamen Berufung mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf als Professorin für Bildanalyse und Remote Sensing an ihre Alma Mater Fribergensis zurück.
„Das Thema Bildgebung in der Fernerkundung begleitet mich bereits über meine gesamte akademische Laufbahn“, sagt die neue Professorin an der Fakultät für Mathematik und Informatik. „Tatsächlich fand ich über die Lehrveranstaltung „Geofernerkundung“ meine wissenschaftliche Faszination an der berührungslosen Kartierung der Erde, auch Remote Sensing genannt.“
Seit 2015 forscht Lorenz am Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie des HZDR, wo sie seit Abschluss ihrer Promotion 2019 eine eigene Arbeitsgruppe leitet. Mit der Berufung übernimmt sie dort zudem gemeinsam mit Professor Richard Gloaguen die Leitung der Abteilung Erkundung. „Der Einsatz autonomer Systeme (Drohnen, Roboter) sowie die Datenintegration über Skalen, räumliche Dimensionen und Spektralbereiche hinweg stehen dabei im Mittelpunkt der Forschung.“ Für die Forschung an der TU Bergakademie Freiberg hat sich die neue Professorin mehrere Schwerpunkte gesetzt. Im Zentrum steht die Verbindung von Robotik und spektraler Bildgebung:
„Ich möchte Systeme entwickeln, die Bilddaten selbstständig aufnehmen und auswerten, etwa Roboter, die unter Tage Gestein kartieren oder Rohstoffströme im Recycling charakterisieren“, sagt Lorenz. Dafür baut sie die bestehende Kooperation mit der Professur für Softwaretechnologie und Robotik aus. Weitere Schwerpunkte sind die Verknüpfung von spektraler Bilddaten mit anderen Datentypen wie Radar oder 3D-Punktwolken, sowie die Fernerkundung über verschiedene Skalen hinweg, vom Satelliten bis zum Labor. „Ob für die Energiewende oder die Kreislaufwirtschaft: Wir brauchen Verfahren, mit denen sich Rohstoffe effizient und mit möglichst geringen Eingriffen in die Natur erkunden lassen.“
Praxisnahe Lehre für Studierende
In der Lehre In der Lehre setzt Lorenz auf Praxisnähe. In ihrem Seminar-Modul „Bildverarbeitung und Computer Vision“, welches sie ab dem Wintersemester 2026/27 anbietet, lernen Studierende, wie Bilddaten entstehen und wie sie kalibriert und verarbeitet werden. „Dabei arbeiten sie mit Hyperspektral-, Thermal- und Industriekameras des HIF“, verrät die neue Professorin. Gemeinsam diskutieren Studierende aktuelle Entwicklungen der Computer Vision und setzen in Kleingruppen eigene Projekte zu aktuellen wissenschaftlichen Fragestellungen um. „Bildverarbeitung erschließt sich am besten, wenn man selbst damit arbeitet“, sagt Lorenz. „Mir ist aber auch wichtig, dass die Studierenden kritisch hinterfragen, wie Bilddaten entstehen, gerade wenn darauf Entscheidungen oder maschinelles Lernen aufbauen.“