Im Innovationsbündnis biogeniV bringen seit 2025 namhafte Projektpartner ihre Expertise zusammen, um bislang ungenutzte biogene Reststoffe in hochwertiges Synthesegas umzuwandeln. Jetzt ist bei einem Kick-Off-Meeting an der TU Bergakademie Freiberg der nächste Meilenstein des Verbunds erreicht worden. Mit dem Forschungsprojekt „Plasmagasifizierung von Reststoffmischungen“ als Teilvorhaben des Bündnisses „biogeniV wird die Herstellung und Nutzung von Grünem Methanol und Biomethan aus Vorpommern vorangetrieben.
Gärreste aus Biomasseanlagen beinhalten mehr als 90% Wasser und zahlreiche organische Stoffe aus CO₂. Das erste Teilprojekt von biogeniV erforschte die Entwässerung, Trocknung und Veredelung dieser biogenen Reststoffe zu qualitativ hochwertigen Kompaktaten, zu Pellets. Diesen Pellets werden Biokohlen beigemischt. Dadurch soll das Gasifizierungsverhalten der Reststoffe verbessert und eine effizientere thermochemische Umwandlung zu einem für die chemische Industrie sehr wertvollem Synthesegas ermöglicht werden. Das nun gestartete Teilprojekt geht noch einen Schritt weiter: Die Synthesegaserzeugung wird durch den Einsatz eines Lichtbogenplasmas technologisch weiterentwickelt. Ähnlich dem elektrischen Schweißen, wird im Gasifizierungsreaktor zwischen zwei Elektroden ein Lichtbogen erzeugt und dadurch elektrischer Strom in Form von Wärme bei extrem hohen Temperaturen eingebracht. Durch die Integration erneuerbarer Energiequellen und die gezielte Prozessoptimierung sollen die Kohlenstoffausnutzung maximiert, die Gasqualität verbessert und die Wirtschaftlichkeit der Biomethanolproduktion weiter gesteigert werden.
Einbindung in die Gesamtstrategie von biogeniV
Das Projekt zur Plasmagasifizierung ist ein zentraler Baustein der biogeniV-Strategie, die auf eine dezentrale, nachhaltige und wirtschaftliche Nutzung regionaler Reststoffe abzielt. Es baut direkt auf den Arbeiten der Vorprojekte auf und führt die Technologieentwicklung konsequent in Richtung industrieller Anwendung. Die enge Zusammenarbeit mit weiteren biogeniV-Teilprojekten und die Einbindung zahlreicher Partner aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunalpolitik gewährleisten einen ganzheitlichen Ansatz und stärken die Innovationskraft der Region.
Das Ziel: Die CO₂-Emissionen müssen deutlich gesenkt werden
Martin Gräbner - Projektleiter und Professor für Energieverfahrenstechnik an der TU Bergakademie Freiberg – ist sich sicher, dass innerhalb des Projekts „...mittels der Freiberger Expertise und gestützt durch das Know-How unserer Partner die Einkopplung erneuerbarer Elektroenergie in Gasifizierungsverfahren realisiert werden kann. Dies wird zu einer massiven Steigerung des Kohlenstoffnutzungsgrades führen und damit eine deutliche Senkung der CO₂-Emissionen bewirken.“ Beim Kick-Off Meeting am 14. September 2026 wurden die Projektziele, Arbeitspakete und der Zeitplan abgestimmt, um gemeinsam einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung regionaler Ressourcen und zur Entwicklung innovativer Biokraftstofftechnologien zu leisten. Die Ergebnisse des Projekts sollen den Weg für eine Demonstrationsanlage ebnen und langfristig die industrielle Umsetzung der plasmaunterstützten Synthesegasroute in der biogeniV-Region ermöglichen.
Kontakt für Rückfragen: ronny [dot] schimpke [at] iec [dot] tu-freiberg [dot] de
Projektpartner
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP)
TU Bergakademie Freiberg (TUBAF)
Cosun Beet Company GmbH & Co. KG Anklam (CBC)
mele Energietechnik GmbH (mele)
PYREG GmbH (PYREG)
Deutsches Biomasseforschungszentrum gGmbH (DBFZ)
ALD Vacuum Technologies GmbH (ALD)
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP)
„WIR! - biogeniV – bV-B3 – Plasmagasifizierung von Reststoffmischungen; TP1: Plasmaunterstützte Erzeugung von Synthesegas aus biogenen Reststoffmischungen“
Förderkennzeichen: 03WIR4912A
Laufzeit: 01.09.2026 bis 28.02.2029