Mit dem Compute Cluster steht Forschenden und Studierenden der TU Bergakademie Freiberg ab sofort eine zentrale neue Forschungsinfrastruktur zur Verfügung. Am 8. Oktober 2026 weihte das Universitätsrechenzentrum (URZ) das neue Forschungsgroßgerät OREON ein. Mit diesem Hochleistungsrechner können wissenschaftliche Daten in Zukunft deutlich schneller verarbeitet werden.
Für einen Supercomputer kommt er eher bescheiden daher: OREONs 12.000 Prozessoren finden in drei hohen Schränken Platz. Für Forschende aber bedeutet das neue Rechnercluster eine enorme Beschleunigung der Prozesse: „Simulationen können nun mit deutlich mehr Rechenpower durchgeführt werden. Auch stehen den Nutzerinnen und Nutzern nun Grafikkarten zur Verfügung, die für die Forschung im Bereich Maschine Learning und KI wichtig sind“, erklären Dr. Friederike Röver und Oliver Rebentrost vom URZ. Insgesamt verfügt das Rechnercluster über zwanzig Grafikkarten (GPUs). „Anwendungsbeispiele kommen aus der Strömungs- und Strukturmechanik oder etwa aus der Geophysik.“
Forschung mit Künstlicher Intelligenz einer der Schwerpunkte
Rund ein Drittel der Investitionssumme entfällt auf Hardware für KI-Anwendungen. Insgesamt 14 leistungsfähige Beschleunigerkarten stehen insbesondere Promovierenden und weiteren Nachwuchsforschenden für rechenintensive KI-Forschung zur Verfügung. Damit können an der TUBAF beispielsweise neuronale Netze trainiert, wissenschaftliche KI-Modelle entwickelt und moderne Methoden des maschinellen Lernens auf umfangreiche Forschungsdaten angewendet werden. Die dafür notwendige Rechenleistung steht nun direkt auf dem Campus zur Verfügung.
Friederike Röver und Oliver Rebentrost sind die ersten Ansprechpersonen für Uni-Mitglieder: Sie unterstützen beim Umgang mit dem Batch-System (Stapelverarbeitungen), die OREON und andere Supercomputer anwenden, sowie allgemein bei der Nutzung des Clusters. Grundsätzlich steht der Hochleistungsrechner allen Mitarbeitenden und fortgeschrittenen Studierenden, die an einer wissenschaftlichen Qualifizierungsarbeit sitzen, nach unbürokratischer Antragstellung offen.
OREON ordnet sich in die High-Performance Computing (HPC)-Pyramide der Deutschen Forschungslandschaft im Tier 3, der lokalen Hochschulcluster ein. Anwender, die die Leistungsgrenzen des TUBAF-Compute Clusters erreichen, nutzen dann die nächste Ebene der Pyramide, beispielweise die HPC-Ressourcen der Landesebene im Zentrum für Informationsdienste und Hochleistungsrechnen (ZIH) der TU Dresden oder deutschlandweit nutzbare HPC-Ressourcen im Forschungszentrum Jülich.
Gemeinsam mit dem Hauptantragsteller Professor Oliver Rheinbach haben 22 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Fakultäten 1, 2, 3 und 4 sowie zentralen Einrichtungen mit ihren wissenschaftlichen Beiblättern an der Beantragung des neuen Forschungsgroßgeräts mitgewirkt. Die Gesamtkosten betrugen 1,5 Millionen Euro. Sie wurden jeweils zur Hälfte von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus (SMWK) bereitgestellt.