Sie heißen FRIEDA oder FuKS-ST, oder etwas formalistischer FwA 16/2. Die Rede ist von Feuerwehr-Apps, die von der TU Bergakademie Freiberg entwickelt wurden und von mitteldeutschen Feuerwehren bereits eingesetzt werden. Jetzt erhalten diese Apps leistungsstarke Erweiterungen. Bei Waldbränden und in wasserarmen Einsatzgebieten können die Feuerwehren den Transport von Löschwasser damit besser planen. Vorgestellt werden die Erweiterungen vom Entwicklerteam der TU Bergakademie Freiberg um Professor Bastian Pfleging zur Fachmesse „Florian 2026“, die vom 8.bis 10. Oktober 2026 in Dresden stattfindet.
Konkret können die Erweiterungen die Löschwasserförderung über lange Wegstrecken sowie den Löschwassertransport im Pendelverkehr berechnen - ein taktisch relevantes Modul. „Die neuen Funktionen basieren auf etablierten Berechnungsmodellen und ermöglichen es, komplexe wasserführende Einsatzlagen direkt auf dem iPad schnell, präzise und nachvollziehbar zu planen“, erklärt Marc Schrön, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Bergakademie Freiberg.
Löschwasser über lange Strecken transportieren
Mit den neuen Funktionen wird die Planung von Wasserförderstrecken für die Feuerwehren deutlich vereinfacht und beschleunigt – etwa bei Wald‑ und Vegetationsbränden oder abgelegenen Objekten.
Die App berechnet nun automatisch:
• erforderliche Pumpenabstände sowie Anzahl und Position der benötigten Verstärkerpumpen
• Druckverluste in Abhängigkeit von Schlauchgröße, Leitungslänge und Löschwasservolumen
• Höhenunterschiede und deren Einfluss auf den Förderdruck
• die Leistungsfähigkeit paralleler Leitungen
• den erreichbaren Förderstrom der gesamten Förderstrecke
Eine technische Besonderheit der neuen Funktionen ist die realisierte Offline-Nutzung hochauflösender Geländedaten in den jeweiligen Apps. Nur mithilfe eines eigens entwickelten Komprimierungsverfahrens können die Höhendaten der digitalen Geländemodelle so weit komprimiert werden, dass das vollständige Modell direkt auf dem Tablet gespeichert und für die Berechnung von Höhenprofilen und Druckverhältnissen genutzt werden kann. Die für die Löschwasserförderung relevanten Funktionen stehen damit auch in abgelegenen Regionen mit schlechter Mobilfunkabdeckung vollständig offline zur Verfügung.
Löschwasser im Pendelverkehr transportieren
Die App unterstützt die Berechnung von:
• der benötigten Anzahl an Tanklöschfahrzeugen
• Umlaufzeiten
• variabel einstellbaren Füll‑, Entleerungs‑ und Rüstzeiten
• Fahrzeiten abhängig von Strecke und Geschwindigkeit, wobei den benutzten Straßen und Wegen realistische Geschwindigkeitsprofile zugewiesen werden können
• dem kontinuierlich erreichbaren Wasserstrom im Pendelverkehr
Die Planung und Erfassung der Löschwasserförderstrecken sowie der Fahrwege der Tanklöschfahrzeuge kann sowohl über das Kartenmodul als auch per GPS‑Tracking erfolgen.
Damit unterstützt die App insbesondere die untere Führungsebene bei der schnellen Einschätzung und Planung der Wasserversorgung im unmittelbaren Einsatzgeschehen, indem sie ein präzises und praxisnahes Werkzeug bietet, um Wassertransport‑ und Förderkonzepte schnell, belastbar und einsatztauglich zu planen und zu vergleichen.
Feuerwehren in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt nutzen App
Mit der aktuellen Erweiterung reagiert die App auf die zunehmende Bedeutung der Vegetationsbrandbekämpfung, von Einsätzen im Außenbereich sowie von wasserarmen Einsatzgebieten. Die Berechnungen erfolgen einheitlich nach einheitlich definierten fachlichen Regeln und unterstützen Führungskräfte dabei, taktische Entscheidungen auch unter Zeitdruck fundiert und transparent zu treffen.
Die neue Funktionalität wird mit einem Update der iPadOS-App im Anschluss an die Messe „Florian 2026“ für registrierte dienstliche Geräte bereitgestellt und steht dann in den Apps FwA 16/2, FRIEDA und FuKS-ST zur Verfügung.