Dr. Gülin Gençoğlu Korkmaz brennt für die Arbeit im Gelände und will diese Begeisterung an die Studierenden weitergeben. Die neue wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Mineralogie trägt die Erlebnisse auch in den Hörsaal, ins Labor, in die mineralogischen Sammlungen und ins Forschungs- und Lehrbergwerk der TU Bergakademie Freiberg. Noch vor ihrer ersten Laborübung im anstehenden Wintersemester erzählt die neue Mitarbeiterin über ihre Motivation, von den Bergen und Vulkanfeldern der Zentraltürkei an den Fuß des Erzgebirges zu wechseln.
Welche Geschichte erzählt eine Felsformation? Wie ist ein Mineral entstanden? Und wie können wir diese Erkenntnisse für die Zukunft nutzen? Antworten auf diese Fragen findet Gülin Korkmaz im Feld: „Die Natur ist mein Labor. Tagelange Exkursionen in den Bergen oder durch erloschene Vulkanfeldern mit steilen Wegen, Übernachtungen im Zelt und unzähligen Messungen – da bin ich sofort dabei! Bei der Feldarbeit finde ich neue Motivation, habe echte Aha-Erlebnisse, komme auf ungeahnte Ideen, … Und dort, im Feld, verstehen meine Studierenden Mineralisation im echten Leben!“
Die promovierte Geowissenschaftlerin verbindet ihre Begeisterung für die Arbeit im Gelände mit der universitären Lehre: „Das Gelände ist für mich ein hervorragendes Klassenzimmer und mein liebstes Klassenzimmer!“ Studierende sollen nicht nur in der Theorie lernen – mit Fachbüchern und wissenschaftlichen Publikationen – sondern auch in der Praxis, sagt die neue wissenschaftliche Mitarbeiterin. Anhand von Sammlungen, an modernsten Mikroskopen, im Bergwerk und eben im Gelände. „Hier an der TU Bergakademie Freiberg sind die Bedingungen für ein Studium der Mineralogie sehr gut. Ich freue mich darauf, die Freiberger Studierenden in meiner ersten englischsprachigen Übung kennenzulernen!“
Mineralogie-Studium überzeugt mit hohem Praxisanteil
Verschiedene geowissenschaftliche Sammlungen, ein eigenes Forschungs- und Lehrbergwerk, moderne Laboratorien und Computerpools sowie ein Bohrkernlager und eine Lithothek sind von Beginn an in die Ausbildung der Mineralogie-Studierenden einbezogen. „Diese Möglichkeiten sorgen neben zahlreichen Exkursionen, Gelände-, Industrie- und Laborpraktika für die praxisnahe und zugleich grundlagenorientierte Ausrichtung des Studiums“, sagt Gerhard Heide, Professor für Allgemeine und Angewandte Mineralogie und neuer Vorgesetzter von Gülin Korkmaz. „Dass Dr. Korkmaz in der Türkei und an der Universität Heidelberg bereits umfangreiche Lehrerfahrung gesammelt hat, ist von großem Wert für die Lehre am Institut für Mineralogie. In den englischsprachigen Lehrveranstaltungen kann sie direkt loslegen und auch auf Deutsch wird sie schon bald Übungen und Seminare halten.“
Der gute Ruf der TU Bergakademie Freiberg und der traditionsreichen Bergstadt Freiberg eilt beiden voraus, meint Gülin Korkmaz: „Hier ist man von Geologie und Mineralogie umgeben, lebt mitten in einer Weltkulturerbe-Region, die bergmännische Traditionen pflegt.“ Sie ist gespannt auf die Zusammenarbeit mit den Freiberger Studierenden, mit denen sie in ihrer ersten Übung Minerale genau beschreiben und analysieren wird.
Dr. Gülin Gençoğlu Korkmaz studierte Geologie und Mineralogie an den Universitäten von Ankara und Selcuk. Ihre Promotion an der Konya University schloss sie 2019 ab und arbeitete bis 2026 als Post-Doc an der Universität Heidelberg sowie als Assistent Professor an der Konya University.