Diplom Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie

Unternehmen aller Industriezweige sind auf der Suche nach neuen Materialien, um Produkte leichter, billiger, bequemer, ökologischer, schneller, sicherer, multifunktionaler und sogar intelligenter zu gestalten. Dazu brauchen sie Werkstoffingenieure. Ohne sie kann kaum eine Branche auskommen. Werkstoffingenieure entwickeln z.B. Verbundwerkstoffe für Ski und Snowboards, Metallschäume für Automobile, Superlegierungen für Turbinen, Bremsen für Hochgeschwindigkeitszüge aus Keramik (z.B. für den ICE), kratzfeste Autolacke, verschleißfeste Schienen, Werkstoffe für die Solarindustrie oder winzige Mikromotoren, die in unserem Körper Funktionen übernehmen.

Studienkonzept

Die Verknüpfung von Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie als wesentliche Voraussetzung für einen erfolgreichen Werkstoffingenieur unterscheidet Freiberg deutlich von anderen Universitäten in Sachsen, aber auch in Deutschland. Neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Funktions- und Konstruktionswerkstoffe werden in Freiberg umgehend aufgegriffen. Die Werkstoffpalette reicht von den Metallen über die keramischen Werkstoffe bis hin zu den Elektronikwerkstoffen und den Verbundwerkstoffen. In dieses werkstoffübergreifende Gesamtkonzept sind auch das integrative Werkstoffrecycling sowie Betriebswirtschaftslehre und Management einbezogen. Im Grundstudium sind über 20 Prozent der Lehrveranstaltungen Praktika. Zudem wird ein vierwöchiges Praktikum in einem Industriebetrieb bis zum Ende des 4. Semesters dringend empfohlen. Im 7. Semester ist verbunden mit einer studentischen Belegarbeit ein fünfmonatiges Praktikum in der Industrie oder einer Forschungseinrichtung zu absolvieren – dies garantiert, neben den selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten in Forschungsgruppen der Fakultät und ihrer Partner, die erforderliche Praxisnähe der Ausbildung.

Studienablauf

Im Grundstudium (1. bis 4. Semester) werden Grundlagen in Mathematik, Natur- und Ingenieurwissenschaften sowie Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie vermittelt. Darüber hinaus stehen betriebswirtschaftliche Fächer auf dem Stundenplan. Im Hauptstudium ab dem 5. Semester absolvieren die Studenten eine von sechs möglichen Studienrichtungen:

Studienrichtung Werkstoffwissenschaft

Struktur-Eigenschaftsbeziehungen in metallischen, keramischen und halbleitenden Werkstoffen sowie deren Verbunden, Beeinflussbarkeit der Materialeigenschaften auf festkörperphysikalischer/- chemischer Grundlage, Methoden der modernen Struktur- und Mikrostrukturanalytik; Entwicklung und Optimierung neuer Werkstoffe auf der Basis der thermodynamischen sowie reaktionskinetischen Modellierung.

Studienrichtung Werkstofftechnik

Verhalten von Werkstoffen unter mechanischen, tribologischen, thermischen und korrosiven Beanspruchungen. Vermittlung von werkstofftechnischen Maßnahmen zum werkstoffgerechten Bauteildesign wie Wärmebehandlung, Randschichttechnik, Korrosionsschutz und Fügetechnik.

Studienrichtung Nichteisenmetallurgie

Theoretische Grundlagen, Verfahren und Anlagen zur Erzeugung und Verarbeitung von Nichteisenmetallen, insbesondere der Pyro- und Hydrometallurgie. Kenntnisse in Thermodynamik und Kinetik metallurgischer Prozesse sowie des Werkstoffrecyclings. Vertiefte Kenntnisse der Reinstoffe und Elektronikwerkstoffe.

Studienrichtung Stahltechnologie

Metallurgie und Technologie der Eisen- und Stahlerzeugung bis hin zu Entwicklung von neuen Stahlwerkstoffen; theoretische Grundlagen, Kenntnisse der Thermodynamik und Kinetik, Verfahren und Anlagen zur Herstellung aller Arten von Eisenwerkstoffen, Modellierung metallurgischer Prozesse, Einstellung von Werkstoffeigenschaften, Nachbehandlung und Anwendung von Eisenwerkstoffen.

Studienrichtung Giessereitechnik

Fundiertes Wissen zum Fertigungsverfahren Gießen: Gusskörperbildung, Gusswerkstoff und deren Schmelztechnik, Formstoffe und Formverfahren, Dauerformverfahren, Gestaltung des Gießereiprozesses, Aspekte des Recyclings und Umweltschutzes sowie der Qualitätssicherung als integrale Bestandteile.

Studienrichtung Umformtechnik

Fertigungsverfahren (Massiv- und Blechumformung) mit Fokus auf die Wechselwirkung zwischen Prozess, Umformverhalten und Eigenschaftsentwicklung metallischer Werkstoffe; Modellierung, Simulation und Entwicklung von Stahl- und Nichteisenwerkstoffen sowie Technologien zu deren Herstellung, Veredelung durch Beschichtung sowie Weiterverarbeitung zu Bauteilen oder komplexen Komponenten; Entwicklung von neuen Anlagenkonzepten unter Berücksichtigung von Werkstoffevolution, Qualitätssicherung, Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz.

Studienablaufplan Diplom Werkstoffe

Vorlesungsverzeichnis:

Stundenpläne des laufenden Semesters

Was kommt nach dem Diplom

Werkstoffingenieure werden in Unternehmen aller Industriezweige gebraucht. Mögliche Einsatzgebiete sind, je nach Spezialisierung:

  • Werkstofferzeugende und -verarbeitende Industrie
  • Maschinen- und Anlagenbau
  • Fahrzeugbau
  • Luft-/Raumfahrtindustrie
  • Montanindustrie
  • Recyclingwirtschaft
  • Umwelttechnik
  • Werkstoffveredlung
  • Bauwesen
  • Energietechnik
  • Elektrotechnik
  • Elektronik/Sensorik
  • Kommunikationstechnik
  • Medizintechnik
  • Biowerkstoffe
  • Forschungsinstitutionen
  • Materialprüfanstalten

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Media: Forschung an neuen Verbundwerkstoffen