Master Geowissenschaften

Bewerbungsmodalitäten 
  • für das Wintersemester bis zum 15. Juli jeden Jahres
  • für das Sommersemester bis zum 15. Februar jeden Jahres 
  • ein Motivationsschreiben ist einzureichen 

Studienablauf

Das 4semestrige Studium schließt mit der Masterprüfung ab. Die Anfertigung der Masterarbeit erfolgt im 4. Semester. Näheres zur Masterarbeit und zum Kolloquium regelt die Prüfungsordnung.

Mit der Immatrikulation im konsekutiven Masterstudiengang Geowissenschaften entscheidet sich der Student für eine von sechs Studienrichtungen:

Studienrichtung Sedimentologie/Vulkanologie

Die Studienrichtung „Sedimentologie/Vulkanologie“ umfasst sedimentäre und vulkanogene Prozesse, die auf den Kontinenten und am Meeresboden ablaufen bzw. abliefen. Die Gestaltung dieser Studienrichtung trägt der Tatsache Rechnung, dass die Teilgebiete Sedimentologie und Vulkanologie starke Überlappungen bezüglich ihrer Prozesse, Produkte und Modelle aufweisen. Neben der Relevanz für die geowissenschaftliche Grundlagenforschung, sind profunde Kenntnisse dieser Systeme notwendig zur Beurteilung von sedimentär-lagerstättenkundlichen, hydrogeologischen und ingenieurgeologischen Fragestellungen sowie insbesondere für die Bereiche Erdöl-, Erdgas-Gewinnung und Georisiken. Die Faziesanalyse steht im Zentrum der Ausbildung. Das Spektrum der Formen und Gefüge reicht vom Dünnschliffbild und Handstück bis zur beckenweiten Rekonstruktion der Architektur sedimentärer und vulkanischer Ablagerungen. Die in Vorlesungen gewonnenen Kenntnisse werden in Vortragsseminaren, Labor- und Geländekursen vertieft.

Studienrichtung Hydrogeologie/ Ingenieurgeologie

Der Student soll befähigt werden hydrogeologische, hydrologische und ingenieurgeologische Fragestellungen in Wissenschaft und Praxis selbstständig zu bearbeiten. Dazu gehören Erkundungs- und Erschließungsmethoden für Grundwasser, der Schutz von Grundwasser, die Untersuchung von Grundwasser und oberirdischem Wasser im Hinblick auf wasserchemische Fragestellungen (Feld und Labormethoden) sowie die numerische Modellierung von Strömung, Transport und chemischen Reaktionen in aquatischen Systemen. Zu berücksichtigen sind dabei alle Nutzungsvarianten des unterirdischen Wassers einschließlich geothermischer Nutzung und Nutzung des Untergrundes für Deponiezwecke. Ingenieurgeologische Fragestellungen beziehen sich auf Baugrunduntersuchungen für Hoch und Tiefbau für Verkehrswege, Tunnel, Talsperren, wie auch beim Abbau von Rohstoffen im Tief- und Tagebau sowie mittels Bohrungen und geotechnische Fragestellungen wie Böschungs- und Dammstabilität. Zur Verwaltung Geowissenschaftlicher Daten z.B. in der Raum- und Landesplanung wird die intelligente Nutzung von Datenbanken und Geoinformationssystemen vermittelt.

Studienrichtung Lagerstätten (Economic Geology)

Der Student soll befähigt werden komplexe lagerstättengeologische Fragestellungen in Wissenschaft und Praxis selbstständig zu bearbeiten. Dazu gehören drei Bereiche: Erzlagerstätten, Lagerstätten fester mineralischer Nichterzerohstoffe (Natursteine, Industrieminerale, Salze, Edelsteine) und Lagerstätten fossiler Energierohstoffe (Kohle, Erdöl, Erdgas). Die Studierenden sollen lernen diese Lagerstätten montangeologisch zu bewerten, deren Genese zu untersuchen und Lagerstätten zu erkunden. Schwerpunkte der Ausbildung sind Methoden der Exploration und Bewertung von Erz-, Nichterz- sowie Kohlen- und Kohlenwasserstoff-Lagerstätten. Weitere Modulschwerpunkte beinhalten Themengebiete zu petrologischen und geochemischen Prozessen sowie paläontologischen, sedimentologischen und tektonischen Fragestellungen. In den ingenieurgeologischen Modulen der Studienrichtung sollen geophysikalische, bergbau- und lagerstättentechnologische Fachgebiete vermittelt werden. Außerdem sollen Erfahrungen in den Grundlagen der Aufbereitung und der Hüttenkunde (Pyrometallurgie) erworben werden. Darüber hinaus sollen die Studierenden befähigt werden, umwelt- und bergrechtliche Problemstellungen im Rahmen der Lagerstättenerkundung und des Lagerstättenabbaus zu lösen und rohstoffwirtschaftliche Zusammenhänge zu erkennen.

Studienrichtung Mineralogie

Auf der Grundlage seines stofflichen Wissens über den Zusammenhang von chemischer Zusammensetzung, Struktur und Eigenschaften von Kristallen, Mineralen und Gesteinen soll der Student ein umfassendes Verständnis ihrer Bildung, Umwandlung, Stabilität und Nutzung erwerben. Dieses soll auf Fragen der Stoffkreisläufe in Geosphäre, Umwelt und Technik anwendbar sein. Ein Schwerpunkt des Studiums ist deshalb die sichere Beherrschung der entsprechenden Untersuchungstechniken, wie Licht- und Elektronenmikroskopie, Röntgenbeugung, Spektroskopie, Thermoanalyse und chemischer Elementund Isotopenanalyse. In dem geochemischen und dem mineralogischen Großlabor des Instituts soll die selbstständige Bedienung der Geräte erworben werden. Der Absolvent kann mit dieser Ausbildung Aufgaben in der rohstoffgewinnenden Industrie (mineralische und fossile Rohstoffe), rohstoffverarbeitenden Industrie (Baustoffe, Glas, Feuerfestmaterialien, Reststoffe, Sekundärrohstoffe) und Technologiefirmen (Keramik, Schleifmittel, Elektronik und Halbleiter, Kristallsynthese bzw. -züchtung, Pharma) sowie in Umweltbehörden, Ingenieurbüros, Kriminalämtern und Forschungs- und Lehreinrichtungen und auch Museen wahrnehmen. Der Absolvent wird durch das Studium in die Lage versetzt, leitende Funktionen auszuüben.

Studienrichtung Paläontologie / Stratigraphie

Im Fokus dieser Studienrichtung steht die Erfassung der Wechselbeziehungen und der Prozessdynamik von Geosphäre und Biosphäre und deren Evolution in der Erdgeschichte. Ein weiterer Hauptaspekt besteht in der Vermittlung von makro- und mikropaläontologischen Arbeits- und Präparationstechniken sowie stratigraphischer Arbeitsmethoden für die Lösung geologischer Problemstellungen in Wirtschaft und Forschung. Die Fähigkeit zur Entwicklung und selbständigen Anwendung vor allem interdisziplinärer Lösungsansätze wird insbesondere zu den Bereichen Sedimentologie, Fazies- und Paläoenvironmentrekonstruktion, Stratigraphie und Ökologie vermittelt und ermöglicht die Ableitung komplexer paläoökologischer, paläogeographischer, paläoklimatischer, paläobiologischer sowie von geologischen Ablagerungs- und Entwicklungsmodellen. Der Absolvent wird in die Lage versetzt, Projekte von der Datengewinnung über deren Auswertung bis zur Ergebnispräsentation selbständig und umfassend zu bearbeiten und darzustellen. Ein hoher praktischer Ausbildungsanteil umfasst Gelände-und Laborarbeiten und ist auf den nationalen und internationalen Einsatz der Absolventen in Industrie und Wirtschaft sowie in wissenschaftlichen Forschungsinstitutionen und Ämtern ausgerichtet.

Studienrichtung Tektonik/ Geochronologie

Die Ausbildung befasst sich mit der Kinematik und Dynamik der Erde. Schwerpunktmäßig werden die kontinentale Kruste und die gegenseitige Abhängigkeit der verschiedenen Komponenten des Systems Erde behandelt, indem der Transfer von Material und Energie zwischen Lithosphäre, Mantel und Atmosphäre untersucht werden. Der Student wird in zwei sich überlappenden Wissenschaftsbereichen befähigt, die ihn vorrangig für eine wissenschaftliche Karriere in Forschungseinrichtungen und der Industrie qualifizieren:
(a) Tektonische Geomorphologie; sie untersucht die Interaktion zwischen tektonischen Bewegungen, Erosion, und Klimabedingungen; sie integriert Aspekte der Strukturgeologie, Fernerkundung, Paläoseismologie und Neotektonik, Geomorphologie, Stratigraphie, Thermochronologie, Geodäsie, und Paläoklimatologie.
(b) Orogene Geodynamik; sie umfasst im wesentlichen Bildungs- und Destruktionsprozesse von Gebirgen und integriert Aspekte der Strukturgeologie, Petrologie, Geochronologie, Rheologie, Geochemie, Stratigraphie, Visualisierung und Modellierung und Regionale Geologie. Die Prozessanalysen basieren auf den ausgezeichneten Labormöglichkeiten in Freiberg. Durch die Verfolgung der Interaktionen von Geo-Prozessen in der Zeit hat die Wissenschaftsdisziplin vorhersagende Kapazitäten.

Vorlesungsverzeichnis: Stundenpläne des laufenden Semesters


Was kommt nach dem Master

Einstieg in das Berufsleben

Das Bachelor-Studium qualifiziert für den Beruf des Geowissenschaftlers in anwendungs- und forschungsbezogenen Tätigkeitsfeldern. Kennzeichnend für diesen Beruf ist eine große Vielfalt möglicher Arbeitsbereiche. Die Studierenden werden befähigt in Industrie- und Consulting-Unternehmen eine Tätigkeit aufzunehmen, insbesondere nachdem sie eine firmeninterne Zusatzqualifikation (Trainee-Programm) absolviert haben.

  • Grundlagenforschung
  • Aufsuchen und nachhaltige Gewinnung von Rohstoffen (Wasser, Energieträger, Erze, Baurohstoffe)
  • Lösung geologischer Probleme für Hoch- und Tiefbau sowie Deponierung von Reststoffen und Abfälle
  • Abschätzung und Minimierung natürlicher Gefahren (Geo-Hazards)
  • Qualitätskontrolle von natürlichen Mineralen und Werkstoffen in der Produktion
  • Material- und Werkstoffentwicklung

Wissenschaftliche Laufbahn

Studierende mit i.d.R. besonders guten Studien- und Prüfungsleistungen sind durch ihren Master- bzw. ihren Diplomabschluss zur Promotion berechtigt und können so ihre akademische Laufbahn weiter gestalten. Interessenten für eine Promotion an der TU Bergakademie können sich entweder direkt bei einem Professor des entsprechenden Fachgebietes oder bei der Graduierten- und Forschungsakademie (GraFA) informieren.  


Zahlen, Daten, Fakten

Hochschulranking 2015/16: Geowissenschaften in Spitzengruppe: In der Spitzengruppe liegt der Fachbereich bei der Studiensituation insgesamt. Das schätzen die Studierenden am Studium in Freiberg: Bezug zur Berufspraxis, Internationale Ausrichtung, Forschungsgelder, Abschluss in angemessener Zeit zum Ranking


Media: GEO-Studiengänge in Freiberg

Media: Vom Vulkan zum Porzellan - Eine Reise durch die Jahrmillionen