Internationale Ressourcenpolitik und Entwicklungsökonomik

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Herzlich willkommen auf den Seiten des Professors für Internationale Ressourcenpolitik und Entwicklungsökonomik!

Hier finden Sie eine kurze Darstellung des inhaltlichen Profils. Umsetzungen des Profils finden Sie in den Forschungsarbeiten, betreuten Abschlussarbeiten und in der Lehre.

 

Ressourcenreichtum und wirtschaftliche Entwicklung

Auf der Angebotsseite ist die Wirkung von Ressourcenreichtum eines Landes eine Frage des Preises der Ressource und seiner Produkte, als auch eine Frage der Technologie seiner Nutzung und Substitutionsmöglichkeiten (die Kritikalität der Ressource).
Obwohl das Vorhandensein natürlicher Ressourcen eine positive Entwicklungsbedingung darstellen könnte, zeigt sich empirisch, dass die meisten ressourcenreichen Ökonomien keinesfalls eine schnellere wirtschaftliche Entwicklung erlebt haben. Der sogenannte Ressourcenfluch gründet sich nicht nur auf Politikversagen, Schwächen bei marktabsichernden Institutionen oder Korruption, sondern auch auf ökonomische Gesetzmäßigkeiten (z.B. "holländische Krankheit“, Preisfluktuationen, angenommene geringe Vernetzungsintensität der Ressourcenwirtschaft mit anderen Wirtschaftssektoren, zeitliche Dimension endlicher Ressourcen). Darüber hinaus sind es auch die Bedingungen der Internationalisierung, auf Ebene multinationaler Unternehmen und internationaler Verhandlungen über bi- und multilaterale Handels- und Ressourcenpolitik, die Chancen und Risiken für nachholende Entwicklung in ressourcenreichen Ökonomien bedingen. Hieraus ergeben sich interessante wissenschaftliche Fragestellungen, die sich meist an den Bedingungen in ressourcenreichen Ländern orientieren.

 

Internationale Ressourcenpolitik

Viele natürliche Ressourcen müssen von internationalen Märkten importiert werden und sind aber kritisch in dem Sinne, dass diese Versorgung mit Risiko behaftet ist. Das gilt beispielsweise heute um so mehr für die sogenannten „seltenen Erden“, welche in der Informationstechnologie und in den Ausbau einer Energieversorgung durch erneuerbare Energieträger Einsatz finden. Die Analyse der internationalen Ressourcenpolitik fokussiert auf ökonomische Wirkungen, die durch strategisches Verhalten auf den Ressourcenmärkten zu erwarten sind.
Eine internationale Ressourcenpolitik, die darauf zielt, die für Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit notwendige Versorgung der deutsche Wirtschaft mit natürlichen Ressourcen abzusichern, ist nur dann nachhaltig, wenn sie die Interessen aller beteiligten Länder berücksichtigt. Die Bedingungen der internationalen Ressourcenpolitik haben sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert, nicht zuletzt durch die steigende Rohstoffnachfrage neuer Akteure, wie insbesondere den nachholenden Wirtschaften „emerging markets“.
Die multilaterale Institution der Welthandelsorganisation (mit ihrem Streitschlichtungsverfahren dispute settlement body) ist heute noch die letzte Instanz im multilateralen System des Welthandels. Das Beispiel Chinas und seiner Ressourcenpolitik ist hier besonders lehrreich. Es zeichnen sich hier jedoch grundlegende Veränderungen ab und die Analyse der Bedingungen dieses Wandels auch auch dessen Effekte sind ein spannendes Forschungsfeld.

 

International Business – ausländische Direktinvestitionen und nachholende Entwicklung

Oft werden ausländische Direktinvestoren (also Investoren mit einem langfristigen Interesse an der Investition und der Kontrolle dieser Investition) gerade für Entwicklungsländer als besonders wichtig herausgehoben. So sollen sie neben direkten positiven wirtschaftlichen Wirkungen (Beschäftigung, Investitionen, Kapital, Wettbewerb, Internationalisierung, etc.) auch indirekte Technologieeffekte (gewollt oder als Übertragungseffekte) bewirken und damit die Qualität der Innovationssysteme in der Wirtschaft des Gastlandes erhöhen.
Die Analyse, ob und vor allem unter welchen Bedingungen solche Effekte tatsächlich stattfinden und entwicklungsförderlich sein können, ist eine spannendes Forschungsfeld, dass durchaus kontrovers diskutiert wird.
So wird in vielen Fällen davon ausgegangen, dass eine wirtschaftliche Nutzung beispielsweise natürlicher Ressourcen überwiegend durch ausländische Direktinvestitionen geleistet werden muss. Dies wird typischerweise an nicht in ausreichendem Maße vorhandenen Technologien und Internationalisierung der heimischen Industrie festgemacht. In wie weit ausländische Firmen hier einen positiven Beitrag zur Entwicklung leisten können hängt letztlich von der Qualität der institutionellen Bedingungen im ressourcenreichen Gastland ab.

 

Zukunft des Multilateralismus in internationalen Wirtschaftsbeziehungen

Mit dem nunmehr jahrzehntelang anhaltenden Erstarken der chinesischen Wirtschaft ergeben sich für die internationale Wirtschaft insgesamt besondere Chancen und Herausforderungen. Das bisherige System eines globalen multilateralen Paradigmas um die Institutionen Weltbank, Internationaler Währungsfonds und der UN zeichnete sich durch eine Art der Steuerung aus, an der alle Länder zumindest einen gewissen Anteil haben konnten. Außerdem unterliegt sie dem Prärogativ der Transparenz der Entscheidungen und Mittelverwendung.
Chinas Politik der wirtschaftlichen Internationalisierung der vergangenen Jahre ("One belt one road" und andere wirtschaftliche Korridore, Entwicklungspolitik über Infrastrukturinvestitionen verknüpft mit der Akquirierung von natürlichen Ressourcen, die Asian Infratructure Investment Bank / AIIB, etc.) deuten das Erwachen eines neuen Zeitalters an. Diesbezügliche Foschung orientiert sich am aktuellen Rand und diskutiert theorie- oder modellbasiert Prognosen über mögliche Zukünfte internationaler Wirtschaftsbeziehungen.

 


 

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19. März 2018 |

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