Just, Ernst Wilhelm

J. kam am 8. Oktober 1865 in Dresden als erstes Kind des Aktuars und
späteren Landgerichtspräsidenten Heinrich Wilhelm Just und dessen
Ehefrau Helene Marie, geb. Weinlig, zur Welt. Nach dem Besuch
der Bürgerschule und des Humanistischen Gymnasiums in Zwickau
sowie der Kreuzschule in Dresden legte er im Frühjahr 1885 am
Gymnasium Albertinum in Freiberg die Reifeprüfung ab. Anschließend
diente er als Einjährig-Freiwilliger beim 10. Königlich Sächsischen
Infanterieregiment Nr. 134 in Leipzig und studierte dann von
Mai 1886 bis Juli 1889 an der Universität Leipzig Rechtswissenschaften.
Hier belegte er neben den obligatorischen juristischen Fächern
außerdem Theoretische Nationalökonomik bei W. Roscher, Deutsche
Altertümer bei W. Arndt, Kirchengeschichte bei Th. Brieger und
Geschichte Europas bei W. Maurenbrecher. Sein Erstes Juristisches
Staatsexamen bestand er mit dem Prädikat „Sehr gut“ und trat sodann
den Vorbereitungsdienst für die Befähigung zum Richteramt
an, den er an verschiedenen Justizeinrichtungen Sachsens absolvierte.
Sein Zweites Staatsexamen schloss J. im Dezember 1893 mit
der Note „Ganz vortrefflich“ ab. Die berufliche Laufbahn des zwischenzeitlich
zum Assessor ernannten J. begann im Januar 1894 mit
der Tätigkeit eines Hilfsrichters beim Amtsgericht Limbach, doch
schon kurze Zeit darauf wurde er als Hilfsrichter beim Landgericht
Freiberg angenommen, an dem er ab 1. Juli 1897 als Landrichter tätig
war. Mit der Ernennung zum Bergamtsrat im Bergamt Freiberg
am 1. Juli 1898 und seiner gleichzeitigen Berufung zum Professor
für Bergrecht und Allgemeine Rechtskunde an der Freiberger Bergakademie
endete J.s Karriere im sächsischen Justizdienst. Bereits im
April 1900 wechselte er in das Sächsische Finanzministerium, wo
er als Hilfsarbeiter mit Steuersachen und allgemeinen Finanzangelegenheiten
betraut wurde. Im Januar 1904 erfolgte schließlich
seine Ernennung zum Vortragenden Rat. J. verfasste verschiedene
juristische Abhandlungen, so u. a. eine Denkschrift Sachsens und
Badens gegen die Einführung von Schifffahrtsabgaben, und publizierte
einen Kommentar zum sächsischen Ergänzungssteuergesetz.
Als Ministerialdirektor der 2. Abteilung des Finanzministeriums, als
der er seit Juli 1917 fungierte, oblag ihm auch die Aufsicht über die
Bergakademie. In seine Dienstzeit fallen die Errichtung des Braunkohlenforschungsinstituts
und der Braunkohlenstiftung in Freiberg.
Zu J.s besonderen Verdiensten gehört die endgültige Übertragung
des Promotionsrechts an die Bergakademie im Jahre 1920, wofür
diese ihn im März 1921 mit der Würde eines „Doktor-Ingenieurs Ehrenhalber“
auszeichnete. Die Sächsische Forstliche Hochschule Tharandt
ihrerseits ernannte den Geheimen Rat und Ministerialdirektor
Dr. J. am 1. November 1929 zu ihrem Ehrensenator. J. starb am 27.
Dezember 1945 in Dresden, wo man ihn in der Familiengruft auf
dem Elias- und Trinitatisfriedhof bestattete. Er war verheiratet mit
Anna Bertha Schmitz, mit der er vier gemeinsame Kinder hatte.

* 8. Oktober 1865 Dresden
† 27. Dezember 1945 Dresden
 Elias- und Trinitatisfriedhof in
Dresden
Professur für Bergrecht und
Allgemeine Rechtskunde
1898 bis 1900
Ehrungen
Geheimer Rat, 1921 Dr.-Ing. E. h.
durch die Bergakademie Freiberg,
1929 Ehrensenator der
Forstlichen Hochschule Tharandt