Wege wagen mit Novalis

WEGE WAGEN MIT NOVALIS

Geschichtsstunde am Mittwoch, 18.05.2022,

19 Uhr im Senatssaal, Akademiestr. 6

 

Wie jede Universität, hat auch die TU Bergakademie Freiberg in ihren Studentenlisten prominente Namen, die nicht nur mit dem Berg- oder Maschinenbau zu tun haben sondern auch in der Literatur vergangener Jahrhunderte auftauchen. Zu ihnen gehört insbesondere der Dichter Georg Philipp Friedrich von Hardenberg – mehr als Novalis bekannt.

Novalis, dessen 250. Geburtstag in diesem Jahr gefeiert wird, besuchte nach Hausunterricht bis 1790 die Prima des Gymnasiums in Eisleben unter Rektor Christian David Jani, wo er die damals üblichen Kenntnisse der Rhetorik und der antiken Literatur erwarb. Sicherlich eine wichtige Bildungsstufe  für die spätere poetische Tätigkeit.

1790 begann Novalis ein Jurastudium in Jena, das er in Leipzig und Wittenberg fortsetzte. Im Zuge dieses Studiums hörte er 1791 Friedrich Schillers Geschichtsvorlesung und knüpfte zu ihm enge persönliche Kontakte. Weiterhin begegnete er Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried Herder und Jean Paul, schloss Freundschaft mit Ludwig Tieck, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling und den Brüdern Friedrich und August Wilhelm Schlegel. Im Juni 1794 schloss Novalis das Jurastudium mit bestem Examen ab.

1797 begann Novalis das Studium der Montanwissenschaften an der Bergakademie in Freiberg, einer der zu dieser Zeit ersten Hochschuladressen für Naturwissenschaften. Dort war er Schüler von Wilhelm August Lampadius und Abraham Gottlob Werner, dem er sich bald freundschaftlich verbunden fühlte. Das Studium umfasste Bergwerkskunde, Mathematik und Chemie sowie die praktische Tätigkeit in den Gruben; es bot damit eine weitreichende Ausbildung, zumal die „Naturlehre“ damals mehr umfasste als die späteren Naturwissenschaften.

Friedrich von Hardenberg gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Frühromantik, der über umfassende Kenntnisse der Naturwissenschaften, des Rechts, der Philosophie, Politik und Wirtschaft verfügte. Schon sein Jugendwerk macht deutlich, dass der Autor ausgesprochen belesen und gebildet war. Seine Schriften haben enge Verbindungen zu seiner beruflichen Tätigkeit, einschließlich der Zeit seines Studiums; denn abgesehen von den Dichtungen, den Fragmenten und Essays, ist eine Fülle von Aufzeichnungen zu Geschichte und Politik, Philosophie, Religion, Ästhetik und Naturwissenschaftsgeschichte überliefert.

Zum Leben und Werk referiert am 18. Mai der Direktor der Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt Dr. Steffen Schmidt in der ersten Geschichtsstunde des laufenden Jahres im Senatssaal der Bergakademie. Dabei geht er auch auf seine Freiberger Zeit ein, die für sein Schaffen (es war ja eine Art Neuanfang für Novalis nach dem Tod von Sophie von Kühn) bedeutend war, denn in Freiberg wird er "endgültig" zum Poeten, Dichter, das alles neben seinen extrem fleißigen und ambitionierten naturwissenschaftlichen, montanwissenschaftlichen und philosophischen Studien. Darüber hinaus informiert Dr. Schmidt über die aktuelle Arbeit und die Umgestaltung des Museums, die neuen Ausstellungen (Sonder- und Dauerausstellung), neu geschaffene Räume, Integration des historischen Kellers (mit Leihgaben aus Freiberg) in den Museumsrundgang. Zum Referat gehören auch Vorschläge, unterbreiten, inwiefern Novalis für uns heute von Bedeutung ist bzw. sein kann. Sein 250. Geburtstag ist auch Anlass, Novalis' Relevanz für die Gegenwart darzustellen und Brücken von damals in die Gegenwart zu schlagen.

Veranstaltungsdetails
Termin: 
18. Mai 2022, 19:00 - 21:00