Helmut Kirchberg

Verdienter Bergbauwissenschaftler: Zum 30.Todestag von Helmut Kirchberg

Helmut Kirchberg als RektorIm Jahre 1949 erfolgte auf Vorschlag von Helmut Kirchberg die Gründung der Fachrichtung Aufbereitung. Damit wurde der zunehmenden Bedeutung dieses Spezialgebietes Rechnung getragen. Ein entscheidender Fortschritt war die Herausgabe seines Lehrbuches „Aufbereitung bergbaulicher Rohstoffe“. Sein Name ist eng verbunden mit der Entstehung, Ausstrahlung und Ergebnisorientiertheit des Forschungsinstituts für Aufbereitung der Akademie der Wissenschaften.

Helmut Kirchberg wurde am 31. Januar 1906 in Mainz geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums in Magdeburg mit Reifeprüfung im März 1924 und kurzer Tätigkeit als Bergbauflissener des Oberbergamtes Halle/Saale, studierte er 1924/25 an der Bergakademie Freiberg sowie den Technischen Hochschulen Aachen und Berlin das Bergfach. Im November 1929 legte er an der technischen Hochschule Berlin die Diplomprüfung als Bergingenieur ab und war anschließend als Assistent und später als Oberassistent am dortigen Lehrstuhl für Bergbau, Aufbereitung und Brikettierkunde tätig. Im Februar 1937 wurde er mit einer Arbeit über „Die Aufbereitung von Mineralien auf Grund ihrer Wärmeeigenschaften“ zum Dr.-Ing. promoviert. Im März 1943 habilitierte er sich an der TH Aachen mit einer Arbeit über „Gefügebau deutscher Eisenerze und seinen Einfluss auf die Anreicherbarkeit“. Von November 1943 bis 1945 arbeitete er als Professor für Bergbaukunde an der TH Breslau. 1947 wurde er als ordentlicher Professor für Aufbereitung und Bergbaukunde an die Bergakademie Freiberg berufen. Im Wintersemester 1949/50 nahm die neu gebildete Fachrichtung Aufbereitung ihre Tätigkeit auf.

Neben seiner Hochschullehrtätigkeit wurde Helmut Kirchberg an der Bergakademie Freiberg weitere hohe Verantwortung übertragen. Im Jahre 1948 wurde er zum Dekan der Fakultät Bergbau und Hüttenwesen und 1953 zum Rektor der Bergakademie Freiberg gewählt. Unter seinem Rektorat wurde ein Generabebauungsplan der Bergakademie in den wesentlichen Teilen verabschiedet, der das Gesicht der Bergakademie vorgezeichnet hat. Von 1954 bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1971 war Kirchberg Direktor des von ihm gegründeten Forschungsinstituts für Aufbereitung. Dieses Institut stellte sein Lebenswerk dar. Er leitete es fast 18 Jahre. Sein Nachfolger wurde 1960 Professor Heinrich Schubert. Für die Ergebnisse seiner Arbeit wurden Helmut Kirchberg hohe Ehrungen zu teil. Im Jahre 1959 wurde ihm der Vaterländische Verdienst- orden in Silber verliehen, 1969 wurde er mit dem Orden Banner der Arbeit ausgezeichnet.

Seine wissenschaftliche Arbeit fand in fast 100 Veröffentlichungen und dem anerkannten Lehrbuch „Aufbereitung bergbaulicher Roh- stoffe“ ihren Ausdruck. Kirchberg verstarb am 23. Mai 1983 im Alter von 77 Jahren in Freiberg. Er wurde am 27. Mai 1983 unter großer Anteilnahme beige- setzt.

(Prof. Dr. Ing. habil. Gerd Grabow)