Günter Hollweg

»Nestor der Ingenieurökonomie« - Der 110. Geburtstag von Günther Hollweg

Günter HollwegSein Leben war mit der Braunkohlenindustrie und der Bergakademie Freiberg verbunden. An der Lösung technischer und ökonomischer Probleme hatte Hollweg maßgeblichen Anteil. Seine Hauptarbeitsgebiete waren Begutachtung von Investvorhaben der Braunkohlenindustrie, wie die dritte Ausbaustufe des Kombinates „Schwarze Pumpe“, Arbeiten zur Perspektivplanung der Kohlenindustrie und der Energiewirtschaft.

Günther Hollweg wurde am 24. Mai 1902 in Hütte, Kreis Flatow in Westpreußen, geboren. Er besuchte in Nordhausen das Realgymnasium von 1911 bis 1920 und studierte anschließend Bergbauwissenschaften in Clausthal und an der TH Berlin-Charlottenburg, wo er 1925 in der Fachrichtung Bergbau diplomierte. Während seiner Tätigkeit als Betriebsleiter im Flussspatbergbau von 1926 bis 1929 promovierte er 1928 an der TH Berlin-Charlottenburg. 1929 wechselte Günther Hollweg zum Braunkohlenbergbau, wo er anfangs als Betriebsingenieur bis 1936 und danach als Betriebsdirektor bis 1945 tätig war.

Mit Wirkung vom 1. Oktober 1956 wurde Hollweg als ordentlicher Professor für „Organisation des Bergbaubetriebes“ an der Bergakademie Freiberg berufen. Er wurde zum Dekan der neu gegründeten Fakultät für Ingenieurökonomie gewählt. Seinem vorbildlichen Wirken verdankt die Fakultät eine frühe und über die Grenzen der Bergakademie hinaus gehende Anerkennung. Wegen seiner Leistungen als Wissenschaftler und Organisator wurde er 1961 Rektor.

Trotz seiner Belastungen arbeitete er in mehreren Fachorganisationen, wie dem Zentralen Arbeitskreis „Tagebautechnik“, dem gleichnamigen Arbeitskreis der „Brennstofftechnischen Gesellschaft“ und der Arbeitsgruppe „Begriffsbestimmungen für den Braunkohlenbergbau und für die Brikettfabriken“. Er begutachtete große Vorhaben der Braunkohlenindustrie, wie die dritte Ausbaustufe des Kombinats „Schwarze Pumpe“.

Seine Stellungnahme zu diesem größten Investvorhaben der DDR war zweifellos seine bedeutendste Arbeit auf dem Gebiet der Beratung und Begutachtung. Für seine Leistungen wurde er als „Verdienter Bergmann der DDR“ ausgezeichnet. Für seine Schüler war er der „Nestor der Ingenieurökonomie“. Mitten in der Ausübung seiner Amtstätigkeit verstarb Günther Hollweg plötzlich am 7. Juni 1963.

(Prof. Dr. Ing. habil. Gerd Grabow)