Emil Treptow

Erinnerung an 75. Todestag von Johannes Emil Treptow, ein Förderer der bergmännischen Kunst und Montangeschichte

Emil TreptowEr wurde am 20. Juni 1854 in Danzig geboren und studierte von 1874 bis 1878 an der Bergakademie Freiberg. Dort erwarb sich Treptow das Diplom als Bergingenieur und Markscheider. Von 1879 bis 1883 war er Direktor einer Blei-Silber-Grube in Peru in den Kordilleren.

1884 kehrte er nach Freiberg zurück und trat in den sächsischen Staatsdienst als Bergamtsmarkscheider ein. Von 1887 bekleidete er das Amt des Direktors der Freiberger Bergschule und wurde 1891 zum Professor für Bergbau- und Aufbereitungskunde an die Bergakademie Freiberg berufen.  Ab 1892 hielt er Vorlesungen über Bergbaukunde und das Entwerfen von Aufbereitungsanlagen sowie 1895 erstmals eine Vorlesung über Brikettieren.

Bekannt wurden Treptows Veröffentlichungen in den Jahren 1898/99 über die Geschichte des Bergbaus im 19. Jahrhundert. 1902 erfolgte seine Ernennung zum Oberbergrat. Von 1909 bis 1911 war Treptow Rektor der Bergakademie Freiberg und von 1911 bis 1919 Aufsichtsratsvorsitzender des Erzgebirgischen Steinkohlen-Aktienvereins in Zwickau. 1911 erfolgte Treptows Ernennung zum Geheimen Bergrat. Noch als sechsigjähriger nahm er als Hauptmann, "als treuer Diener des Kaisers", am Ersten Weltkrieg in einem Pionierbataillon teil.

Bekannt wurde Johannes Emil Treptow durch seine Veröffentlichungen über die "Grundzüge der Bergbaukunde" sowie seine bildliche Darstellung des Bergbaugeschehens. In diesem Zusammenhang ist vor allem die bedeutende "Treptow-Sammlung" zu nennen. Die Sammlung war für seine Forschungen zur Montangeschichte eine wichtige Grundlage. In Treptows Wirken spiegelte sich das besondere Interesse für "bergmännische Kunst" wider.

Nach zweiunddreißigjähriger Hochschullehrertätigkeit erfolgte 1923 sein Eintritt in den Ruhestand. 1924 erhielt er die Ehrenpromotion zum Dr.-Ing. E. H. von der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg. Von Bedeutung ist seine Mitwirkung bei der ersten modernen Übersetzung des Buches von G. Agricola: "De re metallica". Am 20. November 1935 ist Johannes Emil Treptow in Freiberg verstorben. Sein Grab befindet sich auf dem Donatsfriedhof in Freiberg.

(Prof. Dr.-Ing. Gerd Grabow)